Nach 4:1 gegen Iserlohn

Herringer feiern ihren Pokaltriumph ausgelassen

HAMM -  Er war voller Dynamik und Ausgelassenheit. Sicher hier und da etwas holprig, dafür aber voller Lust und Leidenschaft – der wilde Siegestanz des SK Germania Herringen nach den beiden beeindruckenden Erfolgen in den Playoff-Finals um den DRIV-Pokal gegen den Dauerrivalen ERG Iserlohn.

Am Samstag hatte der SKG bei den Sauerländern mit 4:1 (4:0) triumphiert, am Sonntag in der heimischen Glückauf-Halle gar mit 8:1 (6:1). Und so, wie die Akteure den zweiten Pokalsieg der Vereinsgeschichte nach 2007 feierten, waren sie zuvor in den insgesamt 100 Minuten Spielzeit über die Iserlohner hinweggefegt: voller Tempo, wie entfesselt, mit Herzblut, mit einem unbändigen Willen – und hatten eine Macht-Demonstration der besonderen Art hingelegt.

Entsprechend bejubelten die Herringer dann im Tollhaus „Glückauf-Halle“ ihren 12:2-Coup über den eigentlichen Platzhirsch im deutschen Rollhockey-Sport. Auf dem Feld wurden bereits die ersten Sektflaschen geköpft und verspritzt, vor der Halle stieg wenig später sogar ein kleines Feuerwerk. „Dass das so eine klare Sache wird, damit hatte niemand gerechnet“, strahlte Kapitän Lucas Karschau. „Aber wir haben die Iserlohner in beiden Spielen klar beherrscht.“ Und Trainer Detlef Schulz fügte überglücklich hinzu: „Die Jungs waren mit 110 Prozent bei der Sache. Sie waren voll fokussiert, haben Iserlohn dominiert und in beiden Spielen gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Wir wollten uns den Pokal nicht noch einmal nehmen lassen. Das war einfach phänomenal, der Hammer, wie wir eine der stärksten Mannschaften Deutschlands an die Wand gespielt haben.“

Rollhockey: SKG Herringen ist Deutscher Pokalsieger nach 8:1 gegen Iserlohn

Am Samstag hatte der SKG in der Hemberghalle den Grundstein gelegt. Schon zur Pause hatten die Germanen nach den Treffern von Liam Hages (15.), Robin Schulz (17.), Kevin Karschau (19.) und Lucas Karschau (23.) mit 4:0 geführt, ehe sie im zweiten Durchgang das Tempo aus dem Spiel nahmen und Iserlohn durch Sebastian Glowka zwei Minuten vor dem Abpfiff zumindest noch der Ehrentreffer zum 4:1-Endstand gelang (49.). „Das ist natürlich von der Papierform her ein gutes Polster. Aber im vergangenen Jahr haben wir auch noch unseren 4:2-Vorsprung aus dem Hinspiel verspielt“, erinnerte der SKG-Vorsitzende Michael Brandt schon direkt nach dem Schlusspfiff an die beiden Partien von vor zwölf Monaten, als Iserlohn in der zweiten Begegnung in der Glückauf-Halle durch ein Golden Goal mit 5:2 gewann und den Herringern den sicher geglaubten Pokal noch im letzten Moment aus den Händen riss.

Doch am Sonntag ließ der SKG überhaupt nichts mehr anbrennen, knüpfte von der ersten Minute an die gute Vorstellung des Vortages an, drückte unaufhörlich auf das Tempo und fegte wie ein Orkan über die Gäste hinweg. „Die Jungs waren unglaublich motiviert und haben sofort Gas gegeben“, bestätigte Detlef Schulz. Die logische Folge: Bereits nach sechs Minuten führten die Herringer nach einem Hattrick von Kevin Karschau (1., 4., 5.) und einem Treffer von Robin Schulz mit 4:0. Das war die frühe Vorentscheidung, für die Gastgeber aber kein Grund, das Tempo zu drosseln. Lucas Karschau per Penalty (10.) traf zum 5:0. Und das Tor von Kai Milewski zum 5:1 (19.) beantwortete Lucas Karschau nur zwei Minuten später mit dem 6:1-Halbzeitstand (21.). Die Herringer erlaubten sich sogar noch den Luxus, einen weiteren Penalty durch Schulz ungenutzt zu lassen (23.) – so wie auch im zweiten Durchgang Lucas Karschau (35.).

Nach dem Wechsel war ein wenig die Luft raus. Iserlohn hatte sich seinem Schicksal, diese Saison keinen Titel einzufahren, ergeben. Und die Herringer taten nur noch das Nötigste, genossen es aber gleichzeitig, die Sauerländer nach Belieben zu beherrschen. „Wir hatten so viele Freiräume und konnten ganz locker aufspielen. Und das gegen Iserlohn. Das war ein geiles Gefühl“, grinste Lucas Karschau später, nachdem Robin Schulz (36.) und Kevin Karschau (38.) den Endstand besorgt, den Pokaltriumph endgültig gesichert und die ausgelassene Feier eingeleitet hatten.

Doch die Party am Sonntag soll nicht die einzige in dieser Saison bleiben. Am Samstag steht das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft beim RSC Cronenberg an, am Wochenende danach wollen die Herringer den zweiten DM-Titel in Folge und das erste Double der Vereinsgeschichte perfekt machen. „Da geht es wieder bei 0:0 los. Aber ich glaube, unsere Chancen stehen ganz gut“, sagte Lucas Karschau. Und Detlef Schulz resümierte: „Man hat gesehen, wie konditionsstark unsere Jungs sind. Wir werden alles versuchen, um das Double zu holen.“ - –pad–

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