Herringen verliert 0:5 gegen Rhynern II

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Durchgesetzt: Rhynerns Kapitän Andrei Lorengel (rechts) setzt sich gegen Herringens Marvin Krause durch. 

HAMM - Unterschiedlicher konnten die Gemütslagen kaum sein. Als Thomas Schneider, Trainer des SV Westfalia Rhynern II, zufrieden lächelnd über den Rasenplatz an der Schachtstraße Richtung Kabine stapfte, stand Ralph Oberdiek noch sichtlich enttäuscht neben der Trainerbank. Der Coach des SVF Herringen hatte an der derben 0:5 (0:0)-Klatsche zu knabbern. Und an ihren Folgen.

„Das wird eine ganz enge Kiste“, sagte Oberdiek mit Blick auf den nervenaufreibenden Abstiegskampf in der Fußball-Bezirksliga. „Wir müssen diese Partie jetzt ganz schnell abhaken. Die Bigpoint-Spiele kommen noch.“ Drei weitere dieser ganz wichtigen Zähler sammelte derweil Rhynern II, durch den vierten Sieg in der fünften Partie nach der Winterpause hat das Papenloh-Team die akute Abstiegsgefahr gebannt. „Jetzt müsste es ruhiger für uns werden“, mutmaßte Schneider.

Er hatte angesichts der Tatsache, dass die Partie der ersten Mannschaft ausgefallen war, gleich acht Spieler aus dem Oberliga-Aufgebot in seinem Kader, die Spielpraxis sammeln sollten. Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit zwar ein klares optisches Übergewicht. Doch dies war auch das Resultat der Tatsache, dass die kampfstarken Herringer tief standen, dass sie sich darauf konzentrierten, die Räume dicht zu machen – was ihnen gelang. Der Westfalia mangelte es an zündenden Ideen, um den doppelten Vierer-Riegel des SVF zu knacken – und folglich auch an Durchschlagskraft. „Uns hat die Zielstrebigkeit gefehlt“, monierte Schneider, während Oberdiek 45 „ordentliche“ Minuten seiner Mannschaft sah, in denen „wir ein gutes Gegenpressing gespielt haben“. Die Folge dieser Konstellation war indes, dass es auf beiden Seiten keine zwingende Torchance gab.

Das änderte sich nach dem Wechsel. Schneiders Halbzeitansprache wirkte, die Gäste gingen im Angriff nun aggressiver zu Werke, waren bemüht, das Tempo zu erhöhen – und wurden schnell belohnt. Der Flachschuss des spielfreudigen Adem Cabuk von der Strafraumgrenze ins lange Eck war der „Türöffner“ für die Rhyneraner (51.). Als Dimitrij Seludko per Kopf das 0:2 erzielte (54.), war bereits die Vorentscheidung gefallen. Das Bollwerk der Gastgeber bröckelte gewaltig. Was Oberdiek nicht allein den personellen Problemen des SVF und der „großen individuellen Qualität der Leute bei Rhynern, die von oben kommen“, zuschreiben wollte. „Wenn wir in Rückstand geraten, dann brechen bei uns alle Dämme. Dann haben wir nichts zuzusetzen. Das hat nichts mit dem Gegner zu tun“, sagte der Herringer Coach. Tatsächlich fügten sich die Platzherren früh in ihr Schicksal, von der Leidenschaft des ersten Durchgangs war nicht mehr viel geblieben. Eine große Möglichkeit des völlig freistehenden Matthäus Paracz verzeichnete der SVF (67.), der ansonsten allerdings nun chancenlos war. „Wir haben keinen Zugriff mehr bekommen“, sagte Oberdiek.

Was sich auch im Ergebnis niederschlug, das letztlich „auch in der Höhe in Ordnung geht“, wie Schneider treffend befand: Aus einem Freistoß der Herringer in der Hälfte der Rhyneraner entwickelte sich ein blitzsauberer Konter der Gäste, den Seludko nach Zusammenspiel mit Cabuk abschloss (71.). Und Letzterer war unter den Augen des Trainers der ersten Mannschaft, Björn Mehnert, Sekunden später frei vor SVF-Schlussmann Marko Zielinski, umspielte diesen und schob zum 0:4 ein (72.). Für den Schlusspunkt sorgte schließlich Dennis Krautwurst per platziertem Nachschuss von der Strafraumgrenze (87.). - fh

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