Abstieg praktisch besiegelt

SVF Herringen verliert Derby gegen TuS Wiescherhöfen

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Die Wiescherhöfener bejubeln das 1:0 durch Jan Greitemeier, Herringens Marvin Nuß (rechts) ist frustriert.

HAMM - Reiner Fiebig wusste, was die Stunde geschlagen hatte. „Das Thema ist durch“, sagte der Trainer des SVF Herringen nach der 1:4 (1:1)-Niederlage beim TuS Wiescherhöfen, die die Chancen des Tabellenletzten auf den Klassenerhalt gen Null schrumpfen ließ. „Das ist frustrierend“, sagte er.

Von Frank Heidenreich

Die Gemütsverfassung seines Gegenübers war naturgemäß deutlich besser. „Ich bin zufrieden“, meinte TuS-Spielertrainer Steven Degelmann, war allerdings auch „überrascht, dass wir ein Derby mit so wenig Aufwand gewinnen können“. Doch dazu trug der SVF mit einer fahrlässigen Chancenverwertung seinen Teil bei. „Wir bestrafen uns immer selbst“, so Fiebig.

Die Anfangsphase gehörte jedoch den Gastgebern, die früh störten und Abstimmungsprobleme in der Herringer Hintermannschaft schonungslos aufdeckten. Der frühe Führungstreffer von Jan Greitemeier (5.) war die logische Konsequenz. Die Gastgeber hielten alle Trümpfe in der Hand, spielten sie aber nicht aus. Statt Ruhe zu bewahren, wurden die Aktionen fahriger, sodass sich der SVF ein Übergewicht und einige gute Möglichkeiten erarbeitete. Bei hohen Bällen offenbarte TuS-Schlussmann Muzaffer Onur große Probleme und hatte somit bei Kopfbällen von Thomas Wilczek (12.) und Rene-Pascal Guboff (16.) Glück, reagierte dafür bei Schüssen von Nicolai Hesse (19., 23.) stark und war schließlich beim schönen Schlenzer von Fabian Schulte zum 1:1 chancenlos (26.).

Die Wiescherhöfener wankten nun in einer ersten Halbzeit, die Degelmann als „Sommerkick“ empfand. Mit der erneuten Führung, die Rachid Souita nach einer feinen Einzelleistung mit einem Schuss aus 18 Metern erzielte (37.), stabilisierten sich die Platzherren aber, bekamen wieder zunehmend Kontrolle über das Geschehen.

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Nach dem Wechsel waren die Herringer bemüht, noch einmal die Schlagzahl zu erhöhen, entwickelten aber nicht mehr den Zug zum Tor wie phasenweise in Durchgang eins. Zwei gute Ausgleichschancen hatten sie dennoch. Zunächst lenkte der herausgeeilte Onur einen Schuss von Guboff an den Außenpfosten (48.), dann schaffte es Ismail Cördük nicht, einen verunglückten Versuch von Nico Schiller über die Linie zu drücken (59.). Mit dem 3:1, das Degelmann per Kopf nach einem Souita-Freistoß erzielte (63.), war der Widerstand des SVF allerdings endgültig gebrochen. Der TuS hätte bei konsequenterer Nutzung der Kontergelegenheiten sogar noch deutlicher gewinnen können, beließ es aber beim Treffer zum Endstand durch Omar Hussein nach einem schnellen Gegenstoß (73.). „Wir hätten noch mehr aus der schlechten Rückwärtsbewegung der Herringer machen müssen“, meinte Degelmann. Das Defensivverhalten in einigen Szenen wurmte auch Fiebig, fast noch mehr indes die mehrheitlich wegen Meckerns kassierten Gelben Karten. „Die Jungs kämpfen. Aber wir sind zu undiszipliniert“, schimpfte der Trainer.

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