SKG Herringen zum DM-Finale in Cronenberg

HAMM - Keine Zeit zum Feiern: Der Gewinn des deutschen Rollhockey-Pokals ist noch frisch, doch die Spieler des SK Germania Herringen stecken längst wieder in der Vorbereitung. Schließlich gilt es, den nächsten historischen Schritt der Vereinsgeschichte zu machen.

Das Ziel, das sich die Mannschaft um Trainer Detlef Schulz gesetzt hat, heißt Double – und damit die Verteidigung der Deutschen Meisterschaft. Zwei, maximal drei Spiele ist das Team noch davon entfernt, doch mit dem RSC Cronenberg gilt es in den Finals einen der schwer sten Brocken der Bundesliga aus dem Weg zu räumen.

Am Samstag im Hinspiel (15.30 Uhr/Alfred-Henckels-Halle) wollen die Herringer bei den Wuppertaler Vorstädtern den Grundstein für die erfolgreiche Titelverteidigung legen. Und nicht zuletzt deshalb fielen die Feierlichkeiten nach dem Pokalerfolg, der am Pfingstsonntag durch das triumphale 8:1 gegen Iserlohn perfekt gemacht worden war, relativ ruhig aus. „Wir hatten ja nur eine kurze Zeitachse, um den Hebel wieder umzulegen und den Fokus auf die Endspiele zu legen“, sagt der SKG-Vorsitzende Michael Brandt. „Und nach der gemeinsamen Feier mit den Fans ist die Mannschaft relativ schnell wieder zur Ruhe gekommen. Ich denke, sie wird keine Probleme haben, sich nun auf Cronenberg zu konzentrieren.“

Am Dienstag hatte Schulz nur ein leichtes Regenerationstraining angesetzt – ohne Rollschuhe, zumal der Hallenboden noch nicht wieder im optimalen Zustand war. „Am Mittwoch war es dann schon wieder intensiv“, versichert Brandt. Und die gestrige Einheit wurde dazu genutzt, um taktische Feinheiten für die Aufgabe in Wuppertal einzustudieren. Perfekt für den Trainer, dass er dabei seinen kompletten Kader zur Verfügung hatte. Der Pokalsieg hat keine Blessuren bei den Herringern hinterlassen, so dass die physischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Titelverteidigung optimal sind.

Dass die Mannschaft ihren Hunger auf Erfolge nicht gestillt hat, steht für Brandt außer Frage. „Von der Motivation her müssen wir uns keine Gedanken machen“, ist sich der SKG-Vorsitzende sicher. „Die steht bei 150 Prozent. Allerdings werden wir mit Cronenberg jetzt einen ganz anderen Gegner vor uns haben. Nach der Rückrunde hätten wir noch gesagt, dass der RSC unser Wunschgegner ist, weil er uns liegt und zuletzt ein wenig geschwächelt hat. Doch dann hat er sich durch eine gute Playoff-Runde gegen Darmstadt und Iserlohn eindrucksvoll zurückgemeldet.“

Angst haben die Herringer jedoch nicht vor dem großen Namen RSC Cronenberg, wohl aber Respekt. „Das ist eine international erfahrene Truppe, die keiner unserer Spieler unterschätzen wird“, ist sich Brandt sicher. „Dort spielen viele ehemalige Nationalspieler mit internationaler Erfahrung. Und für den einen oder anderen ist das noch einmal die Gelegenheit, zum Karriereende einen Titel zu holen.“

Auch die Art und Weise, wie der RSC ein 0:3 im Halbfinal-Hinspiel in eigener Halle zum 6:5-Erfolg und ein 0:2 im Rückspiel zum 5:3-Sieg noch gedreht hat, nötigt den Herringern, die sich vor Ort vom RSC-Siegeswillen überzeugt haben, Anerkennung ab. „Die werden die Sache nicht lockerer angehen“, ist sich Brandt sicher. „Die wollen den Titel.“

Das wollen die Herringer allerdings auch. Und das mit der gewohnt offensiven Ausrichtung. „Wir werden versuchen, schnell in Führung zu gehen“, sagt Brandt. „Aber Cronenberg wird, denke ich, mit einer gestaffelten Abwehr auftreten, um das zu verhindern und unbeschadet über die Anfangsphase zu kommen.“

Besondere Aufmerksamkeit wollen die Herringer dem RSC-Spielmacher Jordi Molet zukommen lassen. Der Spanier ist „Dreh- und Angelpunkt im Cronenberger Spiel“, weiß Brandt. „Das ist einer, der die anderen lenkt, auch einmal das Tempo herausnehmen kann. Und er ist mit 28 Treffern der erfolgreichste Torschütze des RSC – ihn werden wir sicher versuchen, mit einer Doppeldeckung aus dem Rhythmus zu bringen.“ Schließlich planen die Herringer noch eine zweite große Feier – und die dürfte dann ruhig ein wenig ausgelassener ausfallen. - güna

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