SVF Herringen glaubt fest an den Klassenerhalt

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SVF-Kapitän Sebastian Hrubesch glaubt fest an den Klassenerhalt.

HAMM -  Als der 4:1-Erfolg über Schlusslicht SV Neubeckum eingefahren war, ließ sich Sebastian Hrubesch zur Belohnung erst einmal eine „Mantaschale“ schmecken. Schließlich hatte der Kapitän des SVF Herringen mit seiner Mannschaft gerade einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga gemacht.

„Wir sind auf jeden Fall zufrieden“, sagt Hrubesch. „Ich denke, dass wir nun ein ganz gutes Polster für die letzten fünf Spiele haben.“

Noch vor vier Wochen hätte der Routinier nicht für möglich gehalten, dass er fünf Spieltage vor dem Saisonende so entspannt auf die Tabelle blicken kann. Damals zog Trainer Ralph Oberdiek nach einer langen Talfahrt und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz nach dem 2:2 gegen SF Ostinghausen die Reißleine und trat von seinem Amt zurück, „um den Spielern das Alibi zu nehmen“ für die oft schwachen Vorstellungen in der Liga.

Zehn Punkte hat der SVF aus den vergangenen vier Begegnungen eingefahren und damit den Vorsprung zum ersten Abstiegsrang auf fünf Zähler vergrößert. Noch nicht der Klassenerhalt – das wissen auch die Spieler und Verantwortlichen in Herringen. Aber zumindest der Grund für die grenzenlose Zuversicht, die die Beteiligten mittlerweile an den Tag legen. Mit „90 Prozent“ beziffert der Sportliche Leiter Erwin Faros direkt nach Spielschluss des letztlich souverän eingefahrenen Erfolges über den Liga-Letzten die Wahrscheinlichkeit, dass Herringen auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga auflaufen wird. Und Hrubesch stimmt ihm da zu, auch wenn er zu bedenken gibt, dass „wir am letzten Spieltag ja frei haben. Daher brauchen wir auch schon ein kleines Polster, um dann nicht mehr zittern zu müssen.“

Dass es einen Zusammenhang zwischen Oberdieks Rücktritt und den jüngsten Erfolgen der Mannschaft geben könnte, glauben weder Faros noch Hrubesch. „Wir haben einfach versucht, den Spaßfaktor wieder hochkommen zu lassen“, sagt Faros. „Und jetzt läuft es eben – aber die Jungs konnten es ja nicht verlernt haben.“ Hrubesch sieht es ähnlich: „Es lag ja nicht groß am Trainer, sondern daran, dass wir auf dem Spielfeld eine überschaubare Leistung abgeliefert haben“, sagt er. „Aufgrund des Wechsels haben wir uns nochmal zusammengerauft, um nicht abzusteigen. Unsere Zielsetzung war ja eine andere, die wir nicht ganz erfüllt haben. Da müssen wir diesen Unfall, den wir uns eingebrockt haben, schon selbst ausbaden.“

Der erste Schritt zur Besserung war der Punktgewinn beim Tabellenfünften Westfalen Liesborn – trotz 0:2-Rückstandes. „Von Spiel zu Spiel wurde die Stimmung dann besser“, so der Kapitän. „Und dann kommt eins zum anderen. Wir haben davor ja nicht so viel gewonnen. Dann ist es automatisch so, dass es mehr Spaß macht und sich die Blockade löst.“

Das Gesicht der Mannschaft hat sich seit dem Trainerwechsel von Oberdiek zu Faros und Albert Nuß, die bis zum Saisonende das Sagen haben, ehe Reiner Fiebig das Kommando im Sommer übernehmen wird, nicht geändert. „Es ist nichts groß verändert worden. Nur die Moral ist wieder da, die Jungs kämpfen, laufen“, sagt Faros: „Vor ein paar Wochen hatte man noch den Eindruck, dass sie nach 45 Minuten kaputt waren – es spielt sich eben alles im Kopf ab.“

Auch gegen Neubeckum lief längst nicht alles rund – vor allem nicht vor der Pause. Dennoch blieb die Grundstimmung auf und neben dem Platz positiv. So herrschte bei den Ergänzungsspielern auf der Bank eine lockere Atmosphäre – selbst, als gleich mehrere Großchancen nicht zum Erfolg führten. „Aber das ist ja schon lange unser Manko, dass wir die vielen Chancen nicht nutzen“, weiß Faros. „Das eine oder andere Tor hätten wir schon mehr machen können. Daran müssen wir arbeiten.“ Auch, damit der Kapitän nach den kommenden Partien die Currywurst ungetrübt genießen kann. - güna

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