SKG Herringen entspannt nach Porto

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Jubelpose: Lucas Karschau möchte mit dem SK Germania Herringen in Porto auch den einen oder anderen Treffer feiern.

HAMM -  Ein wenig verwundert war Michael Brandt schon darüber, dass sich die portugiesische Polizei im Vorfeld des dritten Spieltages der European League zwischen dem FC Porto und dem SK Germania Herringen (Samstag/15 Uhr) so sehr für seinen Klub interessierte.

„Die haben sich über unseren Verein informiert“, sagte der Vorsitzende des deutschen Rollhockey-Meisters. „Und sie wollten wissen, wann wir in Porto landen, in welchem Hotel wir wohnen werden, wie groß unsere Fangruppe sein wird und welche Sicherheitsmaßnahmen sie ergreifen müssen. Unser Spiel dort hat schon einen gewissen Sicherheitsstatus. Aber das war eine ganz sachliche Anfrage.“

Das Ergebnis, zu dem die südeuropäischen Ordnungshüter gekommen sind, dürfte wohl „überwiegend harmlos“ lauten. Denn die kleine Herringer Gruppe, die sich am Freitagmorgen in Richtung Eindhovener Flughafen aufmacht, um von dort den dreistündigen Flug nach Porto anzutreten, ist zwar sicherlich rollhockeyverrückt – das aber mit einem rundum positiven und vor allem gewaltfreien Charakter.

Das Polizeiinteresse liegt darin begründet, dass es zuletzt im Gruppenspiel zwischen Porto und dem FC Barcelona, das die Hausherren mit 6:2 gewannen, zu Ausschreitungen gekommen war. „Da haben die Barcelona Ultras die Halle wohl aus Enttäuschung ein wenig aufgemischt“, sagt Brandt. „Außerdem sind Gegenstände auf die Bahn geworfen worden – Eier, Tomaten und was sie sonst noch so mit hatten. Aber ich denke, diese Sachen werden sie gegen uns zuhause lassen.“

Denn ganz so brisant wie zwischen den beiden europäischen Top-Teams wird es in der Partie gegen den SK Germania wohl nicht werden. 2 115 Zuschauer fasst die Halle, die gegen Barcelona ausverkauft war. „Wir wären schon froh, wenn es gegen uns 1000 werden“, hofft Brandt zumindest auf eine angemessene Atmosphäre, die seine Mannschaft in der ersten Partie in Barcelona nicht vorgefunden hatte. Denn dort verliefen sich in einer riesigen, überdimensionierten Halle gerade einmal 500 Fans. „Das wird jetzt garantiert anders“, ist sich der Herringer Lucas Karschau sicher. „Denn die Halle in Porto ist wesentlich kleiner – und die Portugiesen sind noch rollhockeyverrückter als die Spanier.“

Einen Tick stärker als der FC Barcelona dürfte die Mannschaft der Portugiesen derzeit allerdings auch sein. Das belegt nicht nur der Sieg vom zweiten Gruppenspieltag – auch in der vergangenen Saison gewann Porto im Halbfinale des Final-Four-Turniers gegen den Erzrivalen. „Auf diesem Niveau hängt aber auch viel von der Tagesform ab“, glaubt Torhüter Timo Tegethoff. „Die Unterschiede sind sehr gering.“ Der Abstand zum Deutschen Meister dagegen dürfte wieder enorm sein. Darüber sind sich die Herringer im Klaren, die die Fahrt nach Porto als Bildungsreise in Sachen Rollhockey ansehen.

Für Brandt war die Organisation der Reise dieses Mal wesentlich entspannter als noch zum Auftakt, als es nach Barcelona ging. Denn während die Spanier sich nur für den im Reglement vorgeschriebenen Transfer kümmerten, genießen die Herringen in Porto ein „Rundum-Wohlfühl-Paket“. Dazu gehört auch die Buchung des Mannschaftshotels sowie die Vorbestellung eines Tisches in einem Restaurant für Freitag und Samstag. „Ob wir da begleitet werden, weiß ich nicht“, sagt Brandt. „Aber dieses Mal ist schon alles durchorganisiert.“. - güna

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