Herkulesaufgaben für ASV Hamm-Westfalen

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Joscha Ritterbach

HAMM - Das Restprogramm, das der ASV Hamm-Westfalen in diesem Jahr in der 2. Handball-Bundesliga vor der Brust hat, verspricht viel Arbeit. Mit den Top-Teams TV Bittenfeld (Freitag/20 Uhr, Scharrena) DHfK Leipzig und HSC Coburg gehören gleich drei der verbleibenden Hinrundengegner zur Spitzengruppe der Liga – und auch die Heimspiele gegen den Tabellenelften Aue und zum Rückrunden-Auftakt gegen den TV Emsdetten haben es in sich.

„Das ist ein riesiges Brett, das da auf uns zukommt“, sagt ASV-Trainer Kay Rothenpieler. „Vor allem in Bittenfeld und am Mittwoch gegen Leipzig haben wir es mit zwei Aufstiegsaspiranten zu tun.“ Zwei Herkulesaufgaben, die aber auch als Gradmesser dienen, um zu sehen, wie sehr sich die Mannschaft im Saisonverlauf weiterentwickelt hat. Bislang gelang gegen die Teams, die aktuell in der Tabelle vor dem ASV stehen, noch kein Sieg. In Großwallstadt (27:31) und Nordhorn (25:31) verlor das Team am Ende deutlich, in Rimpar (25:26) knapp. Dafür verdaddelten die Hammer im Heimspiel gegen den Tabellenvierten VfL Bad Schwartau beim 28:28 in der Schlussphase noch einen Punkt.

Am Freitagabend will das Team in Bittenfeld den Nachweis seiner Stärke abliefern, auch wenn Rothenpieler betont, dass ein Sieg „keine Forderung ist. Aber in den vergangenen Wochen hat sich die Mannschaft entwickelt, ist konstanter, in einigen Bereichen auch besser geworden und zeigt auf dem Feld eine andere Körpersprache“. Entsprechend kann der Tabellenachte mit erhobenem Haupt in die Begegnung gehen. Schließlich haben die Hammer zuletzt viermal in Folge die Platte als Sieger verlassen – und die Verlängerung dieser Serie ist aufgrund der vom Trainer genannten Gründe keine Utopie. Allerdings nur dann, wenn „wirklich alles bei uns funktioniert. Dann können wir jeden in der Liga schlagen“, weiß der Trainer, der nur zu gerne einmal einen der „Großen“ in der Liga schlagen würde.

Konzentriert und mutig müsse das Team zu Werke gehen, sich weniger am starken Gegner orientieren, als auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Wir müssen mutig und gierig sein“, fordert Rothenpieler. Gegen einen Gegner, der „mit Michael Schweikhardt einen richtig schlauen Mittelmann und mit Lars Friedrich und Michael Weiß sehr gute Rückraumakteure besitzt. Da kommt schon was auf uns zu. Aber wir haben uns gut darauf vorbereitet und wollen sie ärgern.“

Das Personal hierfür steht jedenfalls komplett zur Verfügung. Denn zum einen haben sich alle vom Grippevirus befallenen Spieler, die noch vor der Partie gegen Hüttenberg angeschlagen waren, körperlich wie geistig wieder erholt. Und zum anderen gab Fabian Huesmann, der sich in der Schlussminute des 30:30 der Oberliga-Mannschaft gegen die HSG Gevelsberg-Silschede eine schmerzhafte Verletzung am linken Bein zugezogen hatte, Entwarnung. Die Blessur entpuppte sich als Kapselverletzung, Huesmann stand aber schon am Dienstag wieder zum Training in der Arena bereit.

Im gleichen Spiel bot sich auch Joscha Ritterbach wieder mit einer engagierten Leistung für höhere Aufgaben an. Der Linksaußen sprühte vor Ehrgeiz, übernahm Verantwortung und erzielte acht Treffer. „Joscha hat sehr gut trainiert“, lobte sein Coach, dass der 20-Jährige die richtige Reaktion darauf gezeigt habe, dass er zuletzt im Zweitligateam gegen Hüttenberg nicht zum Einsatz gekommen war. „Aber, dass jemand nicht spielt, hat oft mit taktischen Dingen zu tun. Und solche Auftritte in der ,Zweiten‘ werden auf Dauer auch belohnt.“ - güna

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