Hengst und Stahl mit Finalhoffnungen zur Kanuslalom-EM

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Gruppenbild mit Schloss: Lukas Stahl, Stefan Hengst und Trainer Jürgen Schubert (von links) vom Kanu-Ring Hamm sehen der EM in Krakau zuversichtlich entgegen.

Hamm - Drei Wochen noch, dann beginnt für den Hammer Ausnahmesportler Sebastian Schubert mit der WM in London (16. bis 20. September) der Höhepunkt der Kanuslalom-Saison. Für zwei seiner Vereinskameraden vom Kanu-Ring wird es bereits in dieser Woche ernst. Lukas Stahl (Junioren) und Stefan Hengst (U 23) kämpfen ab Donnerstag im polnischen Krakau um den Einzug ins Finale der Europameisterschaften – und eine Medaille.

Edelmetall hat sich vor allem Stahl zum Ziel gesetzt. Welche Farbe – das ist ihm egal. „Ich möchte am Ende auf dem Podest stehen. Ich werde mein Bestes abrufen und schauen, zu was es dann reicht“, sagt der in der Nähe von Augsburg lebende 16-Jährige. Sein Bestes war in dieser Saison ziemlich gut. Beim frühen Saisonhöhepunkt, der Junioren-WM im brasilianischen Foz de Iguazu im April, verpasste er den Endlauf als Elfter nur um zwei Hundertstel Sekunden und holte später Team-Bronze. Zuletzt feierte er in seiner Altersklasse U 16 den Gesamtsieg beim „Junior Cup“, einer Rennserie des europäischen Kanu-Slalom-Verbandes ECA. Auf dem Weg zum Titel gewann er auch in Krakau.

Ein gutes Omen? „Das ist hier einer meiner Lieblingskanäle“, sagt Stahl, der wie der Rest des Teams um Trainer Jürgen Schubert seit Freitag in Südpolen ist. „Es gibt mir ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich in Krakau schon gewonnen habe. Das Boot läuft im Training auch jetzt wieder gut.“ Stahl gehört zum Favoritenkreis, obwohl er im Juniorenfeld einer der Jüngeren ist. Die erste Hürde, die Qualifikation (Donnerstag ab 9 Uhr) für das Halbfinale am Samstag (9.39 Uhr), sollte er nehmen. Das erwartet er nicht zuletzt von sich selbst. „Ich will versuchen, dass ich es gleich in der ersten Quali mit einem sauberen Lauf schaffe“, sagt Stahl. Im vergangenen Jahr stieß er ins EM-Finale vor und wurde Achter.

Wo Stahl hinwill, war Stefan Hengst bereits: ganz oben auf dem Treppchen einer Junioren-EM. 2012 gewann der mittlerweile 21-jährige Heessener im slowenischen Solkan Einzel-Gold. Im Jahr darauf wurde er mit dem deutschen U 23-Team Weltmeister in Liptovsky Mikulas (Slowakei). Es folgte das Seuchenjahr 2014 mit einer langwierigen Schulterverletzung, die ihn weit zurückwarf. In diesem Jahr geht es wieder bergauf. „Ich merke die Verletzung immer noch ein bisschen. Die volle Kraft habe ich noch nicht wieder auf dem Arm“, sagt Hengst. Doch es reichte, um sich im April für die jetzt startenden europäischen Titelkämpfe in Krakau zu qualifizieren.

Mit der Statistenrolle will sich Hengst dort nicht zufrieden geben, auch wenn die Konkurrenten – darunter der Weltranglisten-Fünfte und zweifache Leistungsklassen-Europameister Jiri Prskavec (Tschechien) – hochkarätig sind. „Erstmal muss ich die Quali überstehen, aber das sollte drin sein. Ins Finale zu kommen, wird nicht ganz einfach, ist aber möglich. Wenn ich es schaffe, gebe ich im Endlauf einfach Vollgas“, sagt Hengst vor dem Quali-Start (Donnerstag ab 10.55 Uhr) auf dem kurvenfreien und kurzen Kanal. „Die Zeiten werden ganz eng beieinander liegen. Du musst sauber runterkommen, denn Strafsekunden kannst du dir kaum erlauben – nicht einmal Fahrfehler“, sagt Hengst.

Seit gut einem Jahr lebt und trainiert er in Augsburg, wo er ab dem Wintersemester auch BWL studieren möchte. Eine der wichtigsten Nachrichten für seine weitere Karriere im Wasser erhielt er vor der Abreise nach Krakau: Hengst gehört ab dem 1. November der Sportfördergruppe der Bundeswehr an. Er kann sich damit – abgesehen von der sechswöchigen Grundausbildung – zunächst ganz auf seinen Sport konzentrieren. „Ich werde endlich bezahlt fürs Paddeln“, sagt Hengst und lacht – womöglich am Samstag, der für beide Athleten des KR Hamm mit Mannschaftswettbewerben endet, sogar noch befreiter.

Donnerstag: Junioren: 9 und 11 Uhr Qualifikation, U 23: 14 und 16 Uhr Qualifikation

Samstag: Junioren: 9.39 Uhr Halbfinale, 13.16 Uhr Finale, 16.50 Uhr Teamwettbewerb, U 23: 10.55 Uhr Halbfinale, 14.35 Uhr Finale, 18.20 Uhr Team

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