Heimserie der Hammer SpVg reißt gegen RW Ahlen

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Zweikampf zwischen Ex-Kollegen: Ahlens Daniel Schaffer und HSV-Akteur Michael Kaminski.

HAMM - Die Serie ist gerissen: Nach drei Heimsiegen in Folge haben die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg wieder vor eigenem Publikum verloren. Sie zeigten vor 1095 Zuschauern in der Evora Arena eine gute erste Halbzeit, doch die reichte nicht, um gegen den wiedererstarkten Aufstiegskandidaten RW Ahlen zu punkten. Am Ende hieß es 0:3 (0:1) – alle drei Gäste-Tore gingen auf das Konto von Damir Ivancicevic.

Der 25-jährige Torjäger war der gefeierte Mann bei den Ahlener Fans, die noch lange nach Schlusspfiff ihre Spieler bejubelten. Zu feiern gab es nicht nur den eigenen 3:0-Erfolg, sondern auch den des ASC Dortmund gegen den Konkurrenten Westfalia Rhynern. Innerhalb weniger Stunden war Ahlens Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz auf sechs Punkte angewachsen. „Ein schöner Sonntag“, fand RW-Trainer Marco Antwerpen. Die Stimmung bei HSV-Trainer Oliver Gottwald war verständlicherweise etwas gedämpft, wenn auch nicht am Boden. „Ich denke, die Niederlage ist ein Tor zu hoch ausgefallen. Aber dieses 0:3 wird uns nicht umwerfen. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Teams eine Partie auf Augenhöhe. „Ich habe keinen Unterschied zwischen dem Tabellenzweiten und uns gesehen“, sagte Gottwald. Doch es gab einen Unterschied. Und der hatte einen Namen: Damir Ivancicevic. Der vor der Saison vom Regionalligisten RW Essen gekommene Stürmer profitierte nach einem weiten Abschlag von der fehlenden Absprache in der HSV-Defensive, nahm den Ball auf, spurtete mit ihm parallel zur Strafraumgrenze und löffelte ihn aus 16 Metern über Keeper Manuel Lenz hinweg zum 0:1 ins Netz (10.). „Das Schlimme ist: Das war kein Zufall, das war geplant“, sagte der geschlagene HSV-Keeper halb scherzhaft, halb respektvoll.

Die Hammer ließen sich von dem Traumtor nicht beeindrucken. Sie standen gut, verschoben geschickt und ließen vor der Pause keine weiteren gefährlichen Angriffe der Ahlener zu. Allzu viele eigene Chancen zählten die Gastgeber trotz hohen Ballbesitzanteils allerdings auch nicht. Die beste Gelegenheit vergab Jochen Höfler: Sein Flachschuss zischte am langen Pfosten vorbei (18.). Zuvor war Emre Demir nach Pass von Faysel Khmiri einen Schritt zu spät gekommen (13.). Kurz vor der Pause lief Semih Yigit Ahlens Yannick Langesberg davon, schoss den Ball aber in die Wolken (44.). „Die erste Halbzeit war für mich das Beste, was wir in den vergangenen Wochen gespielt haben“, sagte Gottwald trotz des Rückstandes. Lob bekam er sogar von Antwerpen: „Der Olli hat hier eine gute Struktur und Spielweise reingebracht.“

Nach der Pause lief es dagegen weit weniger gut. Nicht ein einziges Mal kamen die Hammer in den zweiten 45 Minuten gefährlich vor den RW-Kasten. Gottwald brachte mit Roman Maciejak, Danny Radke und Jannik Prinz drei frische Offensive, doch die Wirkung dieser Wechsel war gleich null. Mit Ausnahme eines kapitalen Weitschusses von Sotirios Stratakis (57.) hatten auch die Gäste zunächst wenig Aufsehen erregendes zu bieten.

Das änderte sich mit der Einwechslung des ehemaligen HSV-Akteurs Felix Backszat. Dessen Schuss parierte Lenz; doch gegen den Abstauber von Ivancicevic war er machtlos – 0:2 (69.). Nur vier Minuten später zerschnitt Backszat die weit aufgerückte HSV-Abwehr mit einem präzisen Steilpass auf den durchstartenden Daniel Schaffer, auch er ein Ex-Hammer. Der wiederum legte quer auf Ivancicecic – 0:3 (73.). Die Partie war gelaufen. „Bei uns war am Ende der Akku leer“, sagte Gottwald. - sst

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