Fußball

Heessens Gegner soll Brandflecken auf Kunstrasen hinterlassen haben

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Streitpunkt Pyromaterial: Bei den Bielefelder Feierlichkeiten nach der Partie sollen auf dem Heessener Kunstrasen Brandflecken entstanden sein.

Die Feierlichkeiten von Relegations-Gegner FC Türk Sport Bielefeld nach dessen Bezirksliga-Aufstieg haben für die Fußballer des SVE Heessen unangenehme Folgen.

Hamm - Denn mutmaßlich durch das Zünden von Pyrotechnik sind auf dem Kunstrasenplatz im Marienstadion Brandflecken entstanden.

Dass der heimische Kreisliga-A-Meister seine Aufholjagd nach der 2:6-Pleite im Hinspiel der Auftiegsrelegation nicht krönte, war nach dem letztlich nutzlosen 3:0-Sieg im zweiten Duell am vergangenen Sonntag die eine traurige Nachricht aus Heessener Sicht. Die andere offenbarte sich erst nach der Party der Gäste.

Aus deren Reihen sollen einzelne Zuschauer auf dem Spielfeld Pyromaterial und Rauchbomben gezündet haben. Was offiziell verboten ist, kann wohlwollend als farbenfroher Ausdruck der Aufstiegseuphorie umgedeutet werden, so lange nichts und niemand zu Schaden kommen. Das sieht auch Dirk Grünendahl, 2. Vorsitzender des SVE, so. „Wir wollten sportlich faire Verlierer sein und den Leuten nicht die Stimmung versauen“, erklärt der Funktionär, warum die Klubverantwortlichen das kleine Feuerwerk nicht von Anfang an unterbanden.

"Genau da, wo die Flecken sind"

Im Nachgang kamen jedoch Brandflecken zum Vorschein, für die der SVE Türk Sport verantwortlich sieht. „Der feiernde Bielefelder Pulk war genau da, wo auch die Flecken sind“, begründet Grünendahl, der sich aber nachsichtig gibt: „Wir wollen den Bielefeldern gar keine großen Vorwürfe machen. Im Eifer des Gefechts kann das mal passieren. Die türkische Mannschaft hat sich im Großen und Ganzen vernünftig verhalten. Das sind Südländer, die sind temperamentvoll und haben sich einfach gefreut.“ Grünendahl hatte einen Bielefelder Funktionär vor Ort bereits auf die Flecken aufmerksam gemacht, seither aber nicht wieder Kontakt Richtung Ostwestfalen aufgenommen.

Türk-Sport-Pressesprecher Cengiz Külah bezweifelt hingegen, dass die Schäden auf die von Vereinsangehörigen mitgebrachten Gegenstände zurückzuführen sind. „Das waren kleine Aufsteller, die nur geraucht haben“, sagt er. Ob von sonstigen Bielefelder Zuschauern stammende, eventuell größere Pyrotechnik ausschlaggebend sein könnte, mag Külah nicht beurteilen. 

Vielmehr hätten auch Heessener Fans gezündelt, was der Schiedsrichter in seinem Bericht auch vermerkt habe. Was Grünendahl bestätigt. „Das war allerdings während des Spiels und nicht auf dem Sportplatz“, stellt er klar. Külah betont grundsätzlich: „Wir als Verein wollen dafür nicht gerade stehen. Das letzte, was wir möchten, ist, dass der Platz oder ein Verein leidet oder es zu Ausschreitungen kommt.“

Spezialfirma beauftragt

Inzwischen haben die Heessener eine auf den Bau von Kunstrasenplätzen spezialisierte Firma gebeten, die Schäden zu begutachten. Welche Kosten entstehen und wie genau die Reparatur ablaufen wird, weiß Grünendahl noch nicht. Jedoch: „Wir gehen nicht davon aus, dass das eine richtig teure Geschichte wird. Aber es geht ums Prinzip. Wenn ein Schaden entsteht, möchten wir den ersetzt bekommen.“ Zumal, wie er ergänzt, zusätzlich zu den Brandflecken in der Gäste-Kabine auch ein Wasserhahn abgebrochen sei. Für dessen Instandsetzung hat der Verein bereits einen Kostenvoranschlag eingeholt.

Eigentümerin der Sportanlage ist die Stadt Hamm, die nach Angaben von Pressesprecher Tom Herberg Kontakt zum SVE suchen wird. Denkbar ist, dass sie eine Firma beauftragt, um die Mängel zu beseitigen. Im Anschluss könnte der Fall ans Rechtsamt gehen. Wenn die Urheberschaft klar zuzuordnen sei, so Herberg, „gibt es große Chancen, dass die Stadt nicht auf den Kosten sitzen bleibt.“ Sie wird gegebenenfalls versuchen, gegenüber dem FC Türk Sport Schadenersatzforderungen geltend zu machen.

Pyromaterial in Richtung Kindergarten

Weniger Verständnis als für das Party-Feuerwerk auf dem Platz hat Grünendahl derweil dafür, dass Pyromaterial vorsätzlich auf das Gelände der benachbarten Kita Kusselkopp geflogen sei. Der entsprechende Gegenstand sei zunächst auf dem Zaun angebracht gewesen, so der 2. Vorsitzende. Als sein Vorstandskollege Markus Röser darum gebeten habe, die Fackel zu entfernen und mit einem Platzverbot gedroht habe, sei diese Richtung Kita geworfen worden. „Man möchte ja nicht, dass Kinder so etwas am nächsten Morgen in die Hände bekommen“, betont Grünendahl. Schäden an der Einrichtung oder an Personen seien aber nicht entstanden.

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