„Mega-geil. Aufstieg... Das ist ein Hammer-Gefühl“

SVE Heessen ist zurück in der Fußball-Bezirksliga

+
Nach drei Jahren zurück in der Fußball-Bezirksliga: der SVE Heessen.

Hamm - Soeben war die sechste Minute der Verlängerung der Saisonverlängerung angebrochen. 1:0 führte der SVE Heessen im entscheidenden Duell gegen den Hombrucher SV II, doch ein weiteres Tor musste her. Und klar war auch: ein Gegentreffer, und aus ist der Traum vom Aufstieg. 

Doch dann kam Julian Bergholz. Halb im Liegen, halb im Stehen schoss er den Ball nach einem langen Schritt zum 2:0 ins Netz. Alessandro Palermo erlöste die Heessener kurze Zeit später mit seinem 3:0 (106.). Am Ende einer denkwürdigen Begegnung hieß es 5:0. Der SVE Heessen ist zurück in der Fußball-Bezirksliga.

Nach einer langen, langen Saison stand Trainer Marian Christel pitschnass auf dem Kunstrasenplatz, gezeichnet von Mathias Chrismanns Sekt-Attacke und einer Partie, die Akteuren wie Zuschauern körperlich und nervlich alles abverlangt hatte. „Ich hatte die ganze Zeit im Kopf: Dies ist eins dieser typischen Spiele. Du vergibst so viele Chancen, dann kriegst du ein Tor. Und am Ende hast du ein ganzes Jahr verschenkt“, sagte der 46-Jährige. „Jetzt genieße ich einfach nur, dass wir es geschafft haben.“

Der Grund, dass sich bei Christel dieses wohlige Gefühl nicht bereits nach 25 Minuten einstellte, lag an einem Mann: David Graudejus. Hombruchs Torwart, für die letzten Partien dieser Saison eigens aus der Westfalenliga in die Kreisliga-A-Reserve abkommandiert, bewahrte die Dortmunder mit unfassbaren Paraden vor dem frühen K.o. „Ehrlich, ich war zwischendurch am Zweifeln, ob wir an dem nochmal vorbeikommen“, sagte Abdullah Sahin, der es bereits in der vierten Minute geschafft hatte. Nach einem Flankenlauf von Bergholz stand er, wo ein Torjäger zu stehen hat, und traf zur frühen 1:0-Führung.

SVE Heessen gegen Hombrucher SV II 5:0 Aufstieg in die Bezirksliga

Das 2:0 schien nur eine Frage der Zeit zu sein, denn die Gastgeber waren spielerisch, läuferisch und taktisch so überlegen, wie man das in einem Duell zweier Kreisliga-A-Topteams niemals vermuten würde. Doch dieses 2:0, es fiel nicht. Palermo (11., 20., 21.) und Sahin (19.) ließen größte Chancen ungenutzt. Und als Sahin auch noch mit einem halbhoch geschossenen Elfmeter (Handspiel von Jonas Trojan) an Graudejus scheiterte (25.), wurden die Sorgen der SVE-Fans unter den offiziell 602 Zuschauern ein bisschen größer. Sahins Pfostenschuss in der Nachspielzeit machte sie nicht kleiner.

Nach der Pause war die Partie etwas offener, was auch daran lag, dass Hombruchs Trainer Andre Dettmer seine völlig überforderte Innenverteidigung austauschte. Ganz verhindern ließen sich SVE-Möglichkeiten aber nicht: Nach Ballgewinn von Bergholz war es Palermo, der zu unplatziert abschloss (56.). Drei Minuten später verlor auch Sahin das Duell gegen Graudejus. Es waren nicht die letzten Heessener Großchancen. Horak (69.) und Palermo (83.) scheiterten am reaktionsschnellen HSV-Keeper; Bergholz schoss vorbei (71.). Auf der Gegenseite hätten Dramane Diane (63.), Schütze des einzigen Treffers im Hinspiel, und Jannis Jersch (81.) fast die Heessener Ängste Realität werden lassen, doch der eine köpfte aus nächster Nähe an den Pfosten und der andere über die Latte. Es blieb beim 1:0. Verlängerung.

Und in der entlud sich die ganze Anspannung. Nach dem 2:0 von Bergholz (96.) waren die Krämpfe vergessen, die einige SVE-Spieler gegen Ende der 90 Minuten in drückender Hitze geplagt hatten. Die Heessener spielten sich unter einsetzendem Nieselregen in einen Rausch. Palermo (100.), Bergholz (102./Pfosten) verpassten zunächst das befreiende dritte Tor, das 21 Sekunden nach Wiederanpfiff Palermo aus spitzem Winkel gelang (106.), nachdem er Graudejus hatte aussteigen lassen. „Nach dem 3:0 wusste ich: Das war’s“, sagte Bergholz. Denn die Hombrucher mussten in Unterzahl (Gelb-Rot gegen Broszat/104.) nun zwei Tore schießen. Das schafften sie nicht. Dafür aber die Heessener. Sahin (111.) und der eingewechselte Andre Erdmann (120.) trafen zum 5:0-Endstand.

„90 Minuten lang hat uns allein Graudejus im Spiel gehalten. Es war komplett verdient, dass die Heessener aufgestiegen sind“, sagte Hombruchs Trainer Andre Dettmer fair. Unweit von ihm stand Bergholz, auf seinem Arm Tochter Fabienne: „Mega-geil. Aufstieg... Das ist ein Hammer-Gefühl.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare