Asche oder Rasen?

SVE Heessen in der Relegation: So verrückt ist der Platz des Gegners (mit Video)

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Der Platz von FC Türk Sport Bielefeld in einem Video des NDR-Satiremagazins Extra 3.

Schiefe Seitenauslinien, krumme Torbalken, Krater im Rasen – Amateurfußballer müssen viel aushalten. Richtig verrückt wird es aber beim FC Türk Sport Bielefeld.

Hamm – Der SVE Heessen trifft im Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga auf den FC Türk Sport Bielefeld. So recht weiß man aber nicht, ob man auf Asche oder auf Rasen spielt. Es geht nämlich auf einem ganz besonderen Untergrund rund.

Extra 3 ist ein politisches Satiremagazin, das vom Norddeutschen Rundfunk produziert wird und in jeder Woche den Irrsinn der Woche präsentiert. In der Sendung im Juni 2018 wurden die fünf verrücktesten Fußball-Plätze ausgewählt. In einem Provinzstadion fuhr eine Dampflok direkt zwischen Spielfeld und Haupttribüne durch die Arena. Was allerdings keineswegs Rang eins im Ranking bedeutete. Diesen belegte die Spielstätte des FC Türk Sport Bielefeld, der Donnerstag, um 19 Uhr zum Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga den SVE Heessen empfängt. „Kupferhammer“ lautet der Name des Platzes an der Von-Möller-Straße 54 im Ortsteil Brackwede. Die Bezeichnung ist durchaus treffend, denn diese Anlage ist wirklich der Hammer – und schon mehr als kurios.

Verrückter Sportplatz in Bielefeld Thema im NDR-Satiremagazin Extra 3

Der Belag besteht jeweils zur Hälfte aus Rasen und Rotgrand. Auf beiden Seiten, bis direkt an die Strafraumgrenze, wächst Gras, in der Mitte gibt es rote Asche. Eine besondere Herausforderung, die die Heessener am Donnerstag meistern müssen.

Zumindest wird die Mannschaft des SVE nicht unvorbereitet sein. „Wir haben uns erkundigt“, bestätigt Jens Heusener, der Sportliche Leiter. „Wir haben mit Leuten gesprochen, die dort schon gespielt haben.“ Heusener telefonierte unter der Woche mit einem Vereinsvertreter des Bielefelder Kreisliga-Meisters TuS 08 Senne. „Der hat mir erklärt, dass Stollen auf diesem Geläuf nicht angebracht sind, weil die Asche in der Mitte knüppelhart ist“, berichtet Heusener.

Verrückter Sportplatz in Bielefeld: Nachteil für den SVE Heessen

Der sieht angesichts der Begleitumstände die Gastgeber zumindest im Hinspiel klar im Vorteil. „Der Platz ist das Pfund, mit dem sie wuchern können“, sagt der Sportliche Leiter. „Die wissen genau, wie man darauf Fußball spielt, auch, wie sich der Ball verhält.“ Deshalb fordert er die Heessener Mannschaft auf, in erster Linie ruhig und besonnen zu sein. „Wir müssen dort hoch konzentriert auflaufen, selbst wenig zulassen, auf der anderen Seite aber auch einmal unsere Chancen konsequent nutzen.“ Das war laut Heusener im ersten Entscheidungsspiel um den Aufstieg in Bergkamen gegen die SG Massen, das der SVE nach Verlängerung unglücklich mit 1:3 verlor, nicht der Fall. „Wir haben über weite Strecken ganz gut gespielt, aber unsere Möglichkeiten eben nicht verwertet.“

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Relegation um Bezirksliga-Aufstieg: Die Ausgangslage bei SVE Heessen und FC Türk Sport Bielefeld

Der FC Türk Sport Bielefeld belegte in seiner Staffel mit 72 Punkten und nur einem Zähler Rückstand auf den TuS Senne Rang zwei, erzielte 111 Tore in 30 Spielen. „Bielefeld verfügt über zwei sehr gefährliche Stürmer, die wir ausschalten müssen. Ich denke, dass wir in dieser Hinsicht breiter besetzt sind. Bei uns können mehrere Akteure Treffer erzielen“, meint Heusener. Ein Vorteil ist seiner Meinung nach für den SVE, dass er das Rückspiel am Sonntag (15 Uhr) vor eigenem Publikum im Marienstadion austragen kann. Schon 2015 setzten sich die Heessener bei ihrem letzten Aufstieg in der Relegation nach einer 0:1-Niederlage beim Hombrucher SV II im Rückspiel mit 5:0 durch.

Nach der Roten Karte von Bergkamen wird Innenverteidiger Dominik Giffey fehlen. „Wir wissen immer noch nicht, wie lange er gesperrt ist“, ärgert sich Heusener. Linksverteidiger Dawid Franica ist in den Urlaub gefahren. Hüseyin Bambil ist zurückgekehrt und steht wieder zur Verfügung. Rouven Meschede plagte zuletzt eine leichte Sommergrippe, steht aber nach eigener Aussage zur Verfügung.

Relegation um Bezirksliga-Aufstieg: Heessener sind optimistisch

Die Verantwortlichen der Heessener zeigen sich weiterhin zuversichtlich, dass der angestrebte Aufstieg im zweiten Anlauf gelingen wird. Schließlich sind alle Personalplanungen ganz klar auf die Bezirksliga ausgerichtet. Der Verein hat in den vergangenen Wochen bereits einige prominente Neuzugänge gemeldet. Angst, dass im Falle des Nichtaufstiegs der eine oder andere Akteur abspringen wird, hat Heusener nicht. „Ich habe zuletzt noch einmal mit allen betreffenden Spielern gesprochen. Die haben mir erneut bestätigt, dass die Zusagen auch für die Kreisliga gelten.“ Weiter will der Sportliche Leiter darüber vorerst nicht nachdenken.

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