Heessen und Lohauserholz trennen sich im Derby 1:1

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Nur wenige Strafraumszenen hatte das Bezirksliga-Derby zwischen dem SVE Heessen und TuS Germania Lohauserholz zu bieten.

Hamm - Schiedsrichter Marc-Philipp Berg hatte gerade die Hand gehoben, um die dreiminütige Nachspielzeit in der Partie der Fußball-Bezirksliga zwischen dem Tabellenletzten SVE Heessen und dem -vierten TuS Germania Lohauserholz anzuzeigen, als SVE-Akteur Bünyamin Uysal sich noch einmal anschickte, TuS-Keeper Marcel Klemmer zu prüfen. Doch Uysal blieb dieses Mal nur zweiter Sieger. Das war in der 50. Minute anders gewesen, als der Mittelfeldspieler mit einem fast ansatzlosen Überraschungsschuss aus gut 30 Metern zum 1:1 (0:1)-Endstand getroffen und damit die bis dahin verdiente Gästeführung durch Timo Hilse (12.) egalisiert hatte.

„Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Das war ein klarer Punktgewinn“, freute sich Heessens Coach Marian Christel über einen Bonuspunkt im Kampf gegen den Abstieg. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen, Hölzken hat es taktisch gut gemacht. Das Spiel aber hat gezeigt, dass mehr für uns drin ist.“ Zufrieden war Michael Scheffler zwar nicht mit dem Ergebnis, der Gästecoach räumte aber ein, dass „es dafür, dass wir nur mit einer Notbesetzung auf dem Feld waren, schon ganz okay war“.

45 Minuten lang zeigte sein Team auf dem Kunstrasenplatz am Marienstadion die reifere Leistung, ließ den Ball sicher und kontrolliert laufen. Die Hausherren hatten zwar viel Ballbesitz, im und rund um den 16-Meterraum des TuS gab es aber kaum ein Durchkommen. „Der TuS ist mit seinen Sechsern oft sehr weit vorgerückt, so dass bei uns eine riesen Lücke entstanden ist. Das hat er sehr gut gemacht“, stellte Christel fest. Doch die Gäste gingen zunächst zu leichtfertig mit ihren Möglichkeiten um. Die größte ließ Timo Hilse aus – und das gleich doppelt, als Heessens Keeper Andreas Betke seinen Schuss zunächst großartig parierte und er wenig später nach Vorlage von Sercan Adas aus nur fünf Metern den Ball verzog (12.).

In der 31. Minute durfte der Ligavierte, der mit einem Sieg auf Platz zwei geklettert wäre, dann aber doch jubeln. Kevin Feldhaus hatte den Ball von der rechte Seite vor das Tor gepasst, und dieses Mal war Betke gegen Hilses Schuss machtlos. Bis zur Pause hatte der TuS danach das Geschehen fest im Griff. „Aber da haben wir vergessen, das zweite Tor zu machen und weiter druckvoll zu arbeiten“, bemängelte Scheffler. „Denn dass Heessen mit mehr Dampf aus der Halbzeit kommt, dachten wir uns schon.“

Danach sah es zwar zunächst nicht aus, doch als Bünyamin Uysal den Ball einfach einmal aus großer Distanz auf das Tor schoss, überraschte er Betke damit. „Das war ein Torwart-Ei“, ärgerte sich Scheffler, der in der Folge zusehen musste, wie seine Mannschaft zunehmend hektischer agierte und die Kontrolle über die Partie verlor.„Da haben wir die Räume zugemacht und nicht mehr so mannorientiert gespielt“, hatte Christel eine einfache Begründung. Zehn Minuten später wurde ein weiterer Uysal-Versuch aus aussichtsreicher Position erst in letzter Sekunde abgeblockt, und auf der anderen Seite geriet ein Adas-Pass auf Hilse zu ungenau, den der eingewechselte Julian Kropp anschließend am Tor vorbeischoss (69.). Fünf Minuten vor dem Ende war es erneut Kropp, der verzog, und Dennis Idczak brachte bei seinem Versuch keinen Druck hinter den Ball (89.). Dann kam die eingangs erwähnte Szene, die Scheffler gelassen mit den Worten kommentierte: „Also zwei Fehler macht der Klemmer nicht in einem Spiel...“

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