Fußball

So lief das erste Training beim SVE Heessen nach der Corona-Pause

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Unter Einhaltung der aktuellen Hygiene- und Abstandsvorschriften absolvierte Trainer Konstantin Rühl vom SVE Heessen mit fünf E-Junioren-Spielern das erste Training nach der langen Corona-Pause.

Unter Einhaltung der aktuellen Hygiene- und Abstandsvorschriften absolvierte Trainer Konstantin Rühl vom SVE Heessen mit fünf E-Junioren-Spielern das erste Training nach der langen Corona-Pause.

Hamm - Louis Knicker war den ganzen Tag über schon aufgeregt. „Wann geht es endlich los“, hatte der Nachwuchskicker aus der E-Jugend des SVE Heessen am Dienstag immer wieder seinen Vater Andreas gefragt. Um 16 Uhr war es dann soweit – es stand das erste Training nach der mehrwöchigen Unterbrechung wegen des Coronavirus im Marienstadion auf dem Programm. 

Und der erste vorsichtige Schritt in den Fußball-Alltag freute nicht nur den kleinen Linksfuß, sondern auch seinen Vater enorm. „Louis hatte mit seinem großen Bruder bei uns im Garten fast alle Blumen zerschossen. Es wurde einfach Zeit, dass er wieder zum Training kann“, sagte Andreas Knicker.

Eine Menge Arbeit im Vorfeld

Die Verantwortlichen des SVE hatten in den vergangenen Tagen eine Menge Arbeit investiert, um diese erste Übungseinheit als Testballon zu starten und das Training unter den vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregelungen durchführen zu können. Am Eingang saß Mara Lindenau, die genau notierte, wer die Anlage betrat und verließ, zudem desinfizierte sie von jedem Besucher und Aktiven die Hände. Über ein Leitsystem, das mit Klebeband auf den Boden befestigt worden war, war der Weg vom Einlass bis zum Kunstrasenplatz genau vorgegeben. 

Dort hatten die Heessener Verantwortlichen einen Tisch aufgebaut, an dem Andreas Knicker stand, ebenfalls genau notierte, wer den Platz betrat und wo die Hände erneut desinfiziert werden mussten. Zudem hatte Konstantin Rühl, Geschäftsführer des SVE und gleichzeitig Trainer der E1-Junioren im Vorfeld die sechs Bälle und das Trainingsmaterial, das er für diese erste Einheit benötigte, mit Desinfektionsmittel eingesprüht.

Nachwuchskicker genießen das Wiedersehen

Das hatten die fünf E-Junioren-Spieler, die Rühl vorher aufgrund ihres ähnlichen fußballerischen Niveaus in dieser Gruppe zusammengefasst hatte, gar nicht mitbekommen. Sie waren zwar alle sehr frühzeitig am Platz erschienen, hatten sich aber auf, vor und neben einer Trainerbank niedergelassen und nutzten die Zeit bis zum Beginn damit, sich mal endlich wiederzusehen und zu quatschen.

„Und genau dafür haben wir das ja auch gemacht“, sagte der 26-Jährige später. „Für einige ist es die einzige Möglichkeit, auf einer großen Fläche mal wieder Sport zu treiben. Aber genauso wichtig ist es uns, dass sich die Jungs mal wieder in die Augen schauen und dabei unterhalten können.“

Start mit einem lockeren Aufwärmprogramm

Als die Uhr dann aber 16 Uhr anzeigte, rief der Coach seine fünf Schützlinge aus seinem ansonsten 13-Mann starken Kader zusammen, wies sie nochmals auf die Abstandsregelungen hin und dass sie ihren abgesteckten Bereich nicht verlassen dürfen, erinnerte sie daran, dass sie den Ball nicht in die Hand nehmen dürfen und startete mit einem lockeren Aufwärmprogramm, was problemlos klappte. 

Als es dann aber um eine kleine Kraftübung ging, wunderte sich der Coach, dass seine Spieler die nicht gut umsetzen konnten. Denn eigentlich hatte er seine Mannschaft in der wochenlangen Pause mit Übungen für zuhause versorgt. „Das hätten sie von daher kennen müssen. Aber offensichtlich haben nicht alle diesen freiwilligen Plan in Heimarbeit umgesetzt“, meinte der Coach, der die Übung daher noch einmal langsam vormachte.

Kinder hatten viel Spaß

Anschließend standen noch unter Beobachtung einiger Eltern, die das Treiben ihrer Kinder von der Seite aus mit einer Mund/Nasenmaske verfolgten, das Hochhalten des Balles, Passübungen und am Ende der 60 Minuten noch Zielschießen an, ehe diese erste Einheit schon wieder beendet war. 

„Das hat richtig viel Spaß gemacht“, meinte Louis Knicker beim Verlassen des Platzes, das ebenfalls wieder unter Einhaltung der Regeln erfolgte. Und Jarne Müller fügte mit einem breiten Grinsen im Gesicht hinzu: „Die Übungen waren sehr gut. Das war perfekt“.

Eine große Verantwortung

Auch Rühl zog am Ende mit viel Zufriedenheit Bilanz diese Testtrainings. „Für die Torschussübung, die wir zum Schluss gemacht haben, waren die Felder etwas zu klein. Denn so ein Torschusstraining lebt von der Bewegung, dafür benötigt man mehr Platz. Aber die Passübungen waren gut durchführbar, die kann man auch noch variieren, damit da keine Langeweile aufkommt. So etwas ist sicherlich eine Herausforderung“, meinte der Coach. 

Rühl will sich nun mit seinen Trainerkollegen sowie den Vorstandsmitgliedern zusammensetzen und diese erste Einheit gemeinsam analysieren, um dann zu entscheiden, wie es mit dem Training unter den Vorgaben weitergehen wird. „Ich weiß es auch noch nicht. Ich bin mir auch durchaus der Verantwortung, die ich hier durch dieses Training trage, bewusst“, stellte Rühl klar.

Training ohne Torwart

Am Dienstag jedenfalls hatte es problemlos funktioniert – allerdings eben auch nur in einer überschaubaren und gut zu kontrollierenden Fünfergruppe. 

Zudem hatte Rühl bewusst auf einen Torwart verzichtet, der sich laut Vorschrift während des Trainings immer wieder die Handschuhe hätte desinfizieren müssen. „Einmal hatte einer der Jungs den Ball trotzdem mit der Hand aufgenommen. Aber das war auch das Einzige, was mir aufgefallen war“, meinte der Coach. „Ansonsten waren alle sehr diszipliniert und haben das toll umgesetzt. Für einen Test war das richtig gut.“

Freude und Stolz beim Vorstand

Diese Tatsache hatte auch Dirk Grünendahl, der das Geschehen von der Seite aus verfolgt hatte, zur Kenntnis genommen. „Mich erfüllt das mit einer Mischung aus Freude und Stolz“, sagte der stellvertretende Vorsitzende. „Freude, weil ich sehe, dass die Jungs endlich wieder auf dem Platz sind. Und Stolz, dass unser Verein das hinbekommen hat.“ 

Grünendahl ist nämlich davon überzeugt, dass auch dann, wenn der Fußball wieder unter Wettkampfbedingungen ausgetragen wird, die Hygiene- und Abstandsregelungen weiter gelten: „Und wenn wir damit früh anfangen, tragen diese Vorschriften die Leute bei uns schon in sich.“

Ein guter Tag für den Fußball

Die Kinder und Eltern, die am Dienstag am Platz erschienen waren, hatten die Regelungen nur zu gerne befolgt. Sie waren alle einfach nur froh, dass sie entweder wieder kicken oder in den Augen ihrer Kinder die große Freude erkennen konnten.

„Am Anfang war ich noch sehr skeptisch. Aber als uns dann unser Jugendleiter Ingo Müller sagte, dass jeder Tag, an dem ein Kind im Marienstadion Fußball spielt, ein guter Tag ist, war ich überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt“, sagte Spielervater Andreas Knicker. „Ich freue mich einfach für ihn, dass er endlich wieder kicken kann. Die Jungs in diesem Alter haben einfach einen großen Bewegungsdrang.“

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