Handball

Lockerer Start des ASV in eine lange Saison

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Warmlaufen für die neue Spielzeit: Der Zweitliga-Kader des ASV Hamm-Westfalen hat die Vorbereitung aufgenommen.

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen ist mit zwei Neuzugängen in die neue Saison gestartet

Hamm - „Morgen spielen wir nicht Fußball!“ Gleich am zweiten Trainingstag der Vorbereitung auf die neue Saison in der 2. Handball-Bundesliga machte sich der neue Trainer des ASV Hamm-Westfalen bei seinen Spielern unbeliebt, zeigte sich aber kurz darauf flexibel, als Merten Krings intervenierte. „Ich hab morgen Geburtstag und wünsche mir, dass wir Fußball spielen“, sagte der Spielmacher grinsend. Und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Und den „Neuen“ überzeugt. Der lenkte ein und nahm den Fußball-Kick kurzfristig in den Trainingsplan auf.

Seit Anfang des Monats ist Michael Lerscht verantwortlicher Trainer des ASV-Zweitligateams. Auf den Moment, mit der Mannschaft in die Vorbereitung starten zu dürfen, hat er aufgrund des Corona-Shutdowns länger warten müssen, als es ihm lieb war. Jetzt ist der 36-Jährige in seinem Element, sprüht vor Tatendrang, weiß aber auch, dass das Training nach der langen Zwangspause behutsam aufgebaut werden muss. „Wir lassen es relativ locker angehen. Es ist nicht so, dass ich mit der Peitsche durch die Halle laufe“, sagt Lerscht. „Ich bin zufrieden damit, was die Jungs in ihrer freien Zeit getan haben. Jetzt nutzen wir die ersten drei Wochen dazu, um sie handballfähig zu machen. So, dass wir in der dritten Wochen wieder richtig Handball spielen können.“

Erst danach und nach einem sich anschließenden fünftägigen Break mit Teamwochenende und Testungen geht es in die eigentliche Vorbereitungsphase, an deren Anfang der erste Test gegen den TuS Spenge (29. August) und am Ende der Saisonstart gegen den TV Emsdetten (2. Oktober) steht. Dass die Zeit nicht für alle Dinge reichen wird, die er sich mit dem Team vorgenommen hat, weiß der Coach. Die Grundlagen, um in der Liga wettbewerbsfähig zu sein, will er bis dahin aber gelegt haben. „In sechs Wochen versuchen wir, in Abwehr, Angriff, Gegenstoß und Rückzug ein Fundament zu bauen“, sagt Lerscht, der die Vorbereitungszeit daher in verschiedene Phasen eingeteilt hat, an deren Ende jeweils ein Testspiel stehen soll. „Klar, dass das nächste Training da noch zur Reparatur dienen kann. Und wenn in einer Phase etwas noch gar nicht funktioniert, wird die halt auch länger gezogen.“

Aktuell kann der Coach mit dem kompletten Kader arbeiten, auch Kapitän Jakob Schwabe, der in der vergangenen Halbserie aufgrund einer Schulteroperation ausgefallen war, ist wieder dabei. „Es ist spannend, die Jungs in der Halle zu sehen“, saugt Lerscht derzeit jeden Trainingseindruck auf. „Ich kenne alle aus den Spielen gegeneinander, aus der Videoaufbereitung. Aber die grundsätzliche Arbeitsweise im Trainingsbetrieb ist ja ganz anders als im Spiel.“

In Sachen Integration der Neuzugänge glaubt er dagegen nicht, dass viel Arbeit auf ihn zukommen wird. Schließlich ist Jo Gerrit Genz, der gemeinsam mit Rückkehrer Marian Orlowski vom TuS N--Lübbecke zum ASV gewechselt ist, der einzige echte Neuzugang im Kader.

Neben dem Trainer selbst, versteht sich, den wir jetzt in einem Stichwort-Test näher vorstellen:

Spielsystem

„Ich habe eine Idee von Handball, möchte aber erst mit den Jungs sprechen. Ich bin ja nicht hier, um alles auf links zu drehen. Dinge, die gut funktionieren, werde ich weitertragen. Es wird eine Marschroute geben, aber die werden wir gemeinsam erarbeiten.“

Zweite Welle (coronafrei)

„Möglichst schnell, präzise und fehlerfrei.“

Zweite Welle (Corona)

„Ich versuche für mich persönlich und mit meiner Familie, uns bestmöglich zu schützen, weil ich um das Risiko weiß. Wir können nicht beeinflussen, was die Bevölkerung macht, sondern nur die Leute sensibilisieren, vorsichtig zu sein. Wir dürfen nicht blauäugig, aber auch nicht überängstlich sein. Ich glaube, dass wir unseren Sport weiter leben und da den richtigen Weg finden sollten.“

Aufstieg

„Da mache ich mir gar keinen Kopf, bin tiefenentspannt. Es gibt andere Vereine, die preschen da gerade vor. Ich bin jetzt 28 Tage in Amt und Würden beim ASV Hamm-Westfalen. Ich würde auch nie eine Zielsetzung herausgeben, bevor ich mit den Jungs gesprochen habe. Denn die müssen das tragen und in der Saison leben.“

Nachwuchskonzept

„Spannend. Sicherlich eine interessante Geschichte mit einem Zweit- und einem Drittligisten als Speerspitze des Vereins. Ich habe schon mit den Trainern der zweiten Mannschaft, A- und B-Jugend zusammengesessen, habe mir das eine oder ander Training angeguckt. Ich würde gerne in die Diskussion einbringen, wie ich Handball denke. Ich will niemandem etwas überstülpen. Aber alle sollen wissen, was oben gelebt wird. Man sagt ja, der ASV ist eine Familie. Mit solchen Attributen kann ich mich gut identifizieren und möchte daran mitarbeiten.“

Autobahn

„Telefonieren. Es ist wichtig, im Handball ein Netzwerk zu haben und zu pflegen. Auch Freundschaften.“

Fußball

„Ich bin generell ein sportbegeisterter Mensch, allgemein, habe aber keinen Verein, dessen Fan ich bin – auch nicht im Handball, übrigens.“

Co-Trainer

„Das ist Curry Reichenberger. Eigentlich wollen wir aber noch für die Geschichte um die Torhüter herum jemanden finden. Ansonsten arbeite ich sehr gerne mit Thomas Isdepski, unserem Athletik-Trainer, zusammen.“

16 Jahre

„Meine Zeit in Ferndorf. Ich habe dort wirkliche Freunde gefunden. Es gab auch schwierige Zeiten, in denen der Verein an mir festgehalten hat. Sonst wäre ich jetzt auch nicht hier. Als Franz Dressel mich kontaktiert hat, hab ich aber auch gewusst, ich habe Bock auf die Aufgabe. Der TuS Ferndorf und ich wissen, was wir aneinander hatten und haben.“

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