Zweiter gegen Dritter

"Richtig heiß" und mit Bauchentscheidungen: ASV beim Topspiel in Coburg gefordert

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Einsatz unwahrscheinlich: ASV-Akteur Jan von Boenigk ist krank.

Mehr Topspiel geht kaum: Wenn am Samstag (19.30 Uhr/HUK-Coburg-Arena) der Tabellenzweite, HSC Coburg, den -dritten, ASV Hamm-Westfalen, empfängt, geht es für beide Teams um mehr als nur die Punkte.

Hamm - Es gibt nicht viele Vereine, die vor Saisonbeginn ihre Ambitionen so klar formuliert haben wie der HSC Coburg und der ASV Hamm-Westfalen. Nicht weniger als der Aufstieg in die 1. Liga soll es in dieser Spielzeit sein – und beide Mannschaften haben bisher überwiegend geliefert. Coburg bringt es auf 14:4 Punkte aus den ersten neun Begegnungen, der ASV auf 13:5. 

„Das ist ein Spiel zweier Mannschaften, die klare Ziele haben und die Qualität, da oben mitzuspielen“, sagt ASV-Coach Kay Rothenpieler selbstbewusst, legt den Finger aber auch in die Wunde, die die deutliche 21:28-Auswärtsniederlage zuletzt beim Tabellenführer Tusem Essen gerissen hat. „Nach der Schmach in Essen wollen wir uns besser, mutiger präsentieren und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken.“ Hoffnung, dass das gelingen kann, besteht – obwohl die Gesamt-Bilanz der Hammer gegen Coburg mit sechs Niederlagen und nur zwei Siegen deutlich negativ ist. 

Für Jan von Boenigk wird es eng

„In den letzten zwei Jahren haben wir in Coburg gut ausgesehen“, erinnert sich Rothenpieler. Sowohl in der vorletzten Saison (28:22) als auch in der vergangenen (32:23) gelangen der Mannschaft Kantersiege beim Spitzenklub – und der dritte Streich dieser Art in Folge würde die Hammer wieder auf einen der beiden Aufstiegsränge zurückkehren lassen. Vorbereitet ist die Mannschaft, die die 14-tägige Länderspielpause genutzt hat, um „die Wehwehchen auszukurieren“, versichert der Trainer, der seine Akteure „richtig heiß“ ins Rennen schickt – allerdings voraussichtlich mit einer Ausnahme. 

Denn für Jan von Boenigk dürfte es eng werden, seinen Platz im Teambus noch einzunehmen, wenn dieser am Samstagmorgen um 11.30 Uhr in Richtung Coburg startet. Der Rückraumrechte ist mit einem grippalen Infekt außer Gefecht gesetzt und wird voraussichtlich zuhause bleiben. Um so wichtiger, dass sein Partner im rechten Rückraum, Stefan Lex, nach überstandener Verletzung wieder auf dem Weg zur Topform ist. „Stefan hat gut trainiert und trifft zudem auf seinen ehemaligen Verein“, ist der Coach zuversichtlich, dass Lex eine starke Partie abliefern wird. 

Dem ASV gehen die Alternativen aus

„Er wird sehr motiviert sein. Das Problem ist halt, dass wir eine Alternative weniger haben, wenn er mal eine Pause braucht. Aber dann können wir mit einem Rechtshänder auf der Position spielen – ich denke, wir werden das gestemmt kriegen. Allerdings muss der Rückraum generell besser funktionieren als zuletzt. Da brauchen wir mehr Durchschlagskraft.“ Die fehlte vor allem in der Partie bei Tusem, als der ASV nach der Pause völlig den Faden verlor. Mittlerweile ist aber Merten Krings zurück in der Mannschaft, der beim 27:21-Sieg im Heimspiel gegen die Rimparer Wölfe nach seiner Knöchelverletzung schon wichtige Spielminuten sammelte und sich mit drei Treffern in die Torschützenliste eintrug. „Merten wird immer fitter“, sagt der Trainer. „Dass er wieder bereit ist, wird taktisch für uns wichtig sein.“ 

Auch Vyron Papadopoulos steht nach längerer Verletzungspause und der Rückkehr ins Team gegen Rimpar wieder voll im Training. Letzte Zweifel, ob er bereits den nötigen Spielrhythmus besitzt, um in solch einer Partie die nötigen Akzente zu setzen, sind beim Coach allerdings vorhanden, der daher froh ist, dass sich Nachwuchsmann Alex Rubino Fernandez gut entwickelt. „Er ist sehr trainingsfleißig“, lobt Rothenpieler und sieht die 13 Treffer, die der Spanier zuletzt für das Oberliga-Team erzielt hat, als Bestätigung. „Manchmal ist er noch zu überhastet. Er hat in dem Spiel auch ein paar Bälle verworfen. Da muss er noch mehr an seiner Effektivität arbeiten.“

Ehemaligen-Treffen und Bauchentscheidungen

Coburg gegen Hamm – das ist auch ein Ehemaligen-Treffen: Stefan Lex und Oliver Krechel auf Hammer Seite, sowie Jan Kulhanek und Christoph Neuhold auf Coburger haben bereits das Trikot des jeweils anderen Teams getragen. Entsprechend stellt sich die Frage, die jeweiligen Akteure gegen den Ex-Klub beginnen zu lassen. Während diese im Fall Lex durch den Ausfall Jan von Boenigks von selbst beantwortet wurde, ist im Fall Krechel das letzte Wort noch nicht gesprochen. 

„Da kommt man ins Grübeln“, sagt ASV-Coach Kay Rothenpieler, in dessen Team Felix Storbeck derzeit im Tor einen Lauf hat. „Man kann auch Gründe finden, warum Oli anfangen sollte. Das wird eine Bauchentscheidung.“ Dass die Torhüter gegen eine HSC-Mannschaft, die nach zuletzt vier Siegen in Folge ihren Rhythmus gefunden hat, entscheidend sein können, steht jedenfalls fest. „Das wird ein Spiel, in dem es auf Kleinigkeiten ankommen wird“, sagt Rothenpieler.

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