ASV Hamm-Westfalen fährt als Außenseiter nach Bietigheim

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Björn Wiegers

HAMM -  Zum Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga tritt der ASV Hamm-Westfalen am Samstag bei der SG BBM Bietigheim (20 Uhr/MHP Arena, Ludwigsburg) an – und braucht im Vergleich zum 27:24-Erfolg am Dienstag in Altenholz vor allem eines: eine enorme Leistungssteigerung.

Schließlich ist der Gastgeber momentan Tabellendritter, rangiert damit auf einem Aufstiegsplatz und ist für Rothenpieler Favorit. „Wir fahren als Außenseiter dahin“, sagt der ASV-Coach. „Denn Bietigheim hat eine sehr ausgeglichene und gute Mannschaft. Da wird einiges auf uns zukommen, auch wenn wir angriffslustig sind und schauen wollen, was da geht.“

Dass er sein Team derzeit nicht auf Augenhöhe mit den Gastgebern sieht, hat vor allem einen Grund: die eigene personelle Lage. Denn nach wie vor fehlen verletzungsbedingt mit Sebastian Schneider, Marian Orlowski, Tim Dahlhaus und Alexander Auerbach vier wichtige Spieler des Kaders. Was zur Folge hat, dass die Alternativen während der Begegnungen auf der Bank gering sind. Die Wintervorbereitung auf die Rückserie war zudem empfindlich gestört. „Wir sind in einer schwierigen Situation“, sagt Rothenpieler. „Eigentlich hätte ich diese Partie lieber erst zu einem späteren Zeitpunkt der Saison gehabt.“ Dann, nämlich, wenn die Mannschaft besser eingespielt, wenn die beiden jüngsten Neuzugänge Markus Fuchs und David Wiencek besser integriert sind. „Wir werden sehen, ob wir jetzt schon dagegenhalten können“, ist Rothenpieler selbst gespannt, wie sich die Truppe in Bietigheim verkaufen wird. „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir jedenfalls richtig einen raushauen, und jeder muss über sich hinauswachsen.“

Während die Gastgeber in der Meisterschaft vor der Winterpause ihre letzten zwei Begegnungen gegen Spitzenreiter Erlangen (18:26) und den Lokalrivalen Bittenfeld (24:31) deutlich verloren, dafür aber eine gute Vorbereitung spielten, hat der ASV zuletzt vier von fünf Begegnungen für sich entschieden und sich damit erst in die tabellarische Position gebracht, den Auftritt in der 5 325 Zuschauer fassenden MHP-Arena als Spitzenspiel bezeichnen zu dürfen. Zwei Punkte trennen die Hammer als Liga-Sechste von den Hausherren, mit denen sie im Falle eines Sieges sogar gleichziehen würden. „Das haben wir uns erarbeitet“, ist Rothenpieler stolz. „Ob es zu mehr reichen wird, kann ich aber nicht sagen.“

Das Hinspiel gewann der ASV mit 29:27. „Da waren wir heiß, aggressiv und Tomas Mrkva hat mit 22 gehaltenen Bällen eine sehr gute Torhüterleistung geboten – das hat den Ausschlag gegeben. Und das brauchen wir wieder, denn Torhüter können Spiele entscheiden.“

Auch von Björn Wiegers erwartet der Coach, dass er nach seiner Daumen-Operation (Bänderriss) wieder einen Schritt weiter ist. „Ihm fehlt noch ein bisschen die Spielpraxis“, weiß Rothenpieler. „Jakob Macke und Jan Brosch haben das vorne am Kreis zwar gut gemacht, aber wir brauchen einen Björn, der wieder zur alten Form aufläuft und Emotionen reinbringt.“ Was bei einem Spitzenspiel, wenn die Spannung in einer gut gefüllten Halle knistert wesentlich leichter sein dürfte, als noch zuletzt in Altenholz vor 300 Zuschauern. - güna

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