ASV Hamm-Westfalen trifft auf Spitzenreiter Erlangen

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Zuletzt in guter Verfassung: Markus Fuchs.

Hamm -  Es gibt Partien, da braucht ein Trainer im Vorfeld nicht viel zu sagen, um seine Spieler zu motivieren. Die Begegnung des ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga gegen den HC Erlangen (Freitag/19.15 Uhr) gehört ganz sicher dazu.

Schließlich sind die Gäste einer der drei Topfavoriten auf den Aufstieg in Liga eins – was sie als unangefochtener Tabellenführer nach ihren ersten vier Begegnungen eindrucksvoll bewiesen haben. „Auswärts sind sie aber ein bisschen schwächer als zuhause“, nimmt Niels Pfannenschmidt die Aufgabe mit Humor. „Denn da haben sie ihre bisherigen zwei Spiele jeweils nur mit fünf Toren Unterschied gewonnen.“

Dennoch hat der Coach großes Vertrauen in sein Team. Und ein Bauchgefühl, das ihn optimistisch stimmt. „Wir hatten eine richtig gute Trainingswoche“, sagt Pfannenschmidt. „Das lässt mich glauben, dass da auch gegen Erlangen etwas für uns geht. Aber natürlich muss dann schon alles bei uns passen.“ Vor allem die Personalsituation – bislang meist ein Faktor, der für große Sorgen beim Trainer gesorgt hat – ist im ASV-Lager derzeit sehr entspannt. Nur Fabian Huesmann (Kreuzbandriss) muss sich noch lange gedulden, ehe er wieder ins Mannschaftstraining zurückkehrt. Marian Orlowski – der andere Langzeitausfall – trainiert fleißig mit den Kollegen und wird spätestens nach dem Heimspiel gegen Minden wieder in den Wettkampfmodus umschalten. Zunächst allerdings in ein, zwei Testspielen und Oberligapartien der zweiten Mannschaft, um Praxis zu sammeln.

Jede Trainingseinheit hilft ein Stück weiter

Auch die nach ihren Blessuren in den Kader zurückgekehrten Akteure sieht der Coach ein Stück weiter als noch zuletzt beim knappen Sieg in Rostock. Vor allem Spielmacher Ondrej Zdrahala gewinnt nach seiner sechswöchigen Verletzungspause wieder zunehmend an Sicherheit in seinen Aktionen. „In Rostock war bei ihm zu sehen, dass ihm beim Wurf am Mann noch ein wenig Power fehlte“, sagt Pfannenschmidt. „Aber jede Trainingseinheit, jede Woche hilft ihm, um nach und nach wieder zu seiner alten Leistungsstärke zu gelangen.“ Was im gleichen Maß auch für Stephan Just gilt, der nach überstandenen Rückenproblemen in Rostock wie Zdrahala noch nicht wieder der große Rückhalt des Teams sein konnte.

Die Gäste verfügen über einen exzellenten Kader, sind zudem ausgeglichen stark besetzt, was die Ambitionen des Bundesligaabsteigers auf den Wiederaufstieg ins deutsche Oberhaus bekräftigt. Cheftrainer Robert Andersson hat das Glück, fast das komplette Personal aus der Vorsaison weiterhin zur Verfügung zu haben. „Eigentlich ist diese Mannschaft sogar noch stärker als die, die in der vergangenen Serie in der ersten Liga gespielt hat“, ist sich Pfannenschmidt sicher. „Denn mit Pavel Horak und Nicolaj Theilinger, der auch erst im Verlauf der Rückserie gewechselt ist, haben sie noch richtig Qualität dazu bekommen.“

Zusätzlich zu diesem starken Rückraum wird der ASV auch mit den schnellen Außen der Erlanger, Ole Rahmel (rechts, Pfannenschmidt: „Einer der besten Rechtsaußen Deutschlands.“) und Martin Stranovsky (links, kam vom FC Barcelona), rechnen müssen. „Das sind im Grunde zwei Champions-League-Außen. Da muss das Rückzugsverhalten bei uns stimmen“, weiß der ASV-Coach. „Und wir brauchen eine sehr starke Torhüterleistung sowie eine hammerharte Abwehr, wenn wir bestehen wollen.“

Angesichts des anstehenden ersten Doppelspieltages der Saison – am Sonntag tritt das Team um 17 Uhr beim Liga-19. TV Neuhausen an – geht es auch darum, die Kräfte einzuteilen. „Das gilt natürlich nicht auf dem Feld“, betont Pfannenschmidt, „sondern das ist allein meine Aufgabe. Ich muss den einzelnen Akteuren die nötigen Verschnaufpausen auf der Bank geben. Mehr als je zuvor brauchen wir jetzt jeden Mann.“ Auch Savvas Savvas, der zuletzt in Rostock nicht zum Einsatz gekommen war. „Dass er nicht gespielt hat. war aber allein der Situation geschuldet, dass ich keinen Grund zum Wechseln gesehen habe, weil Markus Fuchs einen bärenstarken Tag erwischt hatte.“ Den werden gegen Erlangen alle Hammer Spieler erwischen müssen, wenn sie für die erhoffte Überraschung sorgen wollen.

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