Auswärtsspiel des ASV Hamm-Westfalen

Auswärtsschwäche bleibt ein Thema: ASV nur Remis beim TuS Ferndorf

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Oliver Milde und der ASV Hamm-Westfalen kamen beim TuS Ferndorf nicht über ein Remis hinaus.

Platzverweis, schwache erste Halbzeit, aufopferungsvoll kämpfender TuS Ferndorf. Am Ende sprang lediglich ein 24:24-Remis für den Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen beim Liga-16. heraus. 

Ferndorf - Die Vorzeichen waren durchaus vielversprechend vor der Anreise in das Siegerland für den Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. Ausfälle hatte Trainer Kay Rothenpieler keine zu beklagen. Der knappe, aber letztlich verdiente Arbeitssieg EHV Aue am vergangenen Wochenende hatte neuen Rückenwind verliehen - und die Nachricht über den dritten Abschied von Rothenpieler beim ASV erst einmal in den Hintergrund verdrängt und das Saisonziel zurück in den Fokus gestellt.

Um dieses zu erreichen, war ein Sieg beim angeschlagenen Liga-16. aus Ferndorf Pflicht, der mit vier Niederlagen in Serie in das Duell ging. Vor rund 600 Zuschauern in der Halle des Schulzentrums Kreuztal, die bereits eine Viertelstunde vor dem Anpfiff ihre Mannschaft nach vorne peitschten.

Außenseiter Ferndorf startet effizienter in die Partie gegen den ASV

Von einer aggressiven Deckung hatte Coach Rothenpieler gewarnt. Und damit hatte er Recht - Marten Franke traf dennoch nach drei Minuten zu ersten Führung des ASV, der in ungewohntem weißen Dress den Ton der Partie angab. Allerdings hatte die nicht lange Bestand, weil  Julius Lindskog Andersson auf der Gegenseite erst mustergültig servierte, dann per Siebenmeter auf 2:1 für die Hausherren stellte (5.).

Den deutlichen Punkteunterschied der beiden Mannschaften in der Tabelle der zweiten Bundesliga war in den Anfangsminuten nicht zu erkennen. Wenn der ASV über Oliver Milde und Franke es schaffte, gegen die dicht gestaffelte rote TuS-Wand durchzubrechen, dann machte Schlussmann Lucas Puhl den Offensivbemühungen sehenswert ein Ende. Wieder war Andersson im Gegenzug zur Stelle, wieder per Siebenmeter - 4:3 für die Ferndorfer (13.).

Südmeier sieht die Rote Karte - Verwirrung auf der Bank des ASV

Als dann auch noch Andreas Bornemann erfolgreich war (15.), nahm der ASV-Coach sichtlich unzufrieden die erste Auszeit der Partie. Sein Gegenüber, TuS-Michael Lerscht, mahnte seine Schützlinge immer wieder wild gestikulierend zur Ruhe. Besonders, als Hamms Sören Südmeier nach einer Rangelei mit seinem Gegenspieler für zwei Minuten vom unparteiischen Gespann auf die Bank geschickt wurde.

Geholfen hatte das nur dem ASV, der durch Fabian Huesmann (20.) ausglich. Es war seine letzte Aktion, wurde er doch kurz darauf mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen. Die Entscheidung sorgte nicht nur auf der Bank des ASV für Verwirrung, wo sich Südmeier Sekunden zuvor niedergelassen hatte. Schiedsrichter Michael Kilp begründete seine Entscheidung mit einer Unsportlichkeit Huesmanns, der TuS-Keeper Puhl den Ball absichtlich in sein Gesicht geworfen haben soll.

Der vermeintliche Übeltäter nahm die Entscheidung mit Fassung entgegen und nahm auf dem Zuschauerrang Platz. Einige Meter entfernt traf Vyron papadopoulos zur ersten Führung des Abends für den Liga-Vierten - 9:8 aus Hammer Sicht (23.).

Dass es dennoch mit einem 11:11-Remis in die Halbzeitpause ging, war wieder einmal dem starken Andersson geschuldet, der abermals per Siebenmeter im Gleichschritt mit dem Abpfiff vollstreckte (30.). Und damit eine durchaus enttäuschende erste Halbzeit für den ASV beendete, die sich in der Mimik von Geschäftsführer Franz Dressel wiederspiegelte. "Das war nicht gut", fasste er kopfschüttelnd kurz und knapp zusammen. Die gefüllte Halle hingegen erhob sich und applaudierte dem aufopferungsvoll kämpfenden TuS, der sich das Unentschieden redlich verdient hatte.

Ferndorf zieht nach der Pause davon

Im zweiten Durchgang drohten die  abstiegsbedrohten Hausherren davon zu ziehen. Andreas Bornemann machte kraftvoll den 3:0-Lauf (37.) perfekt und zwang ASV-Coach Rothenpieler, der energisch an der Seitenlinie auf und ab schritt, zum zweiten Timeout. Zu viele Löcher bemängelte er in seiner Defensive, zu viele Unkonzentriertheiten in der Offensive - und die nächste Hammer zweiminütige Unterzahl, diesmal für Kapitän Jakob Schwabe.

Einzig Keeper Oliver Krechel, der im zweiten Abschnitt Felix Storbeck zwsichen den Pfosten ersetzte, stemmte sich gegen die nächste drohende Auswärtsniederlage. Drei Paraden, einen Freudeschrei und drei Tempogegenstöße später war die Rothenpieler-Sieben wieder dran. Marten Franke schaffte den Anschlusstreffer zum 18:17 (45.) und weckte die Gästebank eine Viertelstunde vor dem Ende auf.

Genügend Zeit also für den ASV, dem Druck des Favoriten standzuhalten. Papadopoulos (46., 52.) tat das gleich doppelt mit seinen Treffern sechs und sieben, Jan Brosch legte zwischenzeitlich nach (49.). Eine Führung sprang dennoch nicht heraus. 

Immer wieder wanderten Rothenpielers Augen in Richtung Anzeigetafel. Sechs Minuten blieben ihm und seiner Truppe noch, TuS-Akteur Andersson und Co. an weiteren Treffern zu hindern - und vorne weiter nachzulegen.

Beim Stand von 22:22 ging es in die fulminante Schlussphase. Papadopoulos traf (58.), Patrick Weber glich umgehend aus. Gesessen hatte zu diesem Zeitpunkt keiner mehr in der Halle.

30 Sekunden vor dem Ende nahm TuS-Coach Lerscht noch einmal eine Auszeit (24:24). Den letzten Angriff des TuS hatte der ASV noch abgeblockt. Bei 59:58 blieb die Uhr stehen. Ein Gegenangriff gelang dennoch nicht.

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