Handball

ASV Hamm-Westfalen: Trainerlob für Nachwuchsmann

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Jan Pretzewofsky

Die Stimmung beim ASV Hamm-Westfalen nach der 27:31-Niederlage in Emsdetten war überschaubar. Selbst Jan Pretzewofsky, positiver Lichtblick des Tages, wollte sich nicht freuen. 

Hamm – Als das Westfalen-Derby längst beendet war und die Spieler des TV Emsdetten ihren 31:27-Erfolg gegen den ASV Hamm-Westfalen feuchtfröhlich begossen, saß Jan Pretzewofsky im Gang vor dem Kabinentrakt der Gäste und starrte mit leeren Augen auf die Wand. Nichts sehen, nichts hören, Wunden lecken. Dabei hätte der Rechtsaußen der Gäste allen Grund zur Freude gehabt – wenn nur das vermaledeite Ergebnis nicht gewesen wäre. „Wir haben die Emsdettener in der entscheidenden Phase zweimal frei werfen lassen, und dann waren sie wieder auf drei Tore weg“, haderte der gebürtige Kamener mit der entscheidenden Phase der Begegnung, in der sich sein Team nach einem 11:18-Pausenrückstand wieder bis zum 24:25 herangearbeitet hatte, um dann leichtfertig seine Siegchance zu verspielen. „Und bei so einem emotionalen Spiel wird es schwierig, dann noch einmal wieder heranzukommen.“

Einsatz über 30 Minuten

Dass die Hammer es überhaupt geschafft haben, nach dem Wechsel in die Partie zurückzukommen, war auch ein Verdienst des Rechtsaußen. Zum zweiten Mal in Folge war der 21-Jährige über eine ganze Halbzeit zum Zuge gekommen und hatte die für ihn üppigen Spielanteile genutzt, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. „Wir haben in der zweiten Halbzeit das Deckungssystem umgestellt“, erklärt der Linkshänder. „Fabi Huesmann hat in der Positions-Verteidigung gegen den Halblinken gespielt. Und so sind wir noch einmal im Spiel gewesen.“ Denn gerade die linke Angriffsseite der Emsdettener mit Alvis Jurdzs auf Halblinks und Linksaußen Dirk Holzner war es, die den Hammern mit je zehn Treffern das Leben extrem schwer gemacht hatte. Dass die Trefferquote dieser Beiden im zweiten Durchgang (7) deutlich niedriger war, lag auch an der engagierten Arbeit Pretzewofskys. „Pretze macht das gut. Er wird besser“, lobt sein Trainer Kay Rothenpieler „Vorne macht er sein Ding – nichts Außergewöhnliches, aber auch keine Fehler. Und hinten haben wir zuletzt zu viele Tore über die Linksaußenposition bekommen – da deckt er momentan einfach besser als Marten Franke. Er wird jetzt auch mehr Spielanteile bekommen.“

Unterstützung vom Trainer

Pretzewofsky stellt keine Ansprüche, weiß, dass er weiter die Nummer zwei auf seiner Position ist. Aber er spürt auch „dass ich Unterstützung vom Trainer habe. Das tut gut und hilft dabei, mehr Selbstvertrauen zu bekommen.“

Was beim zweiten seiner beiden Treffer in Emsdetten zu sehen war, als er sich den Ball nach einer gelungenen Hammer Abwehraktion schnappte und gedankenschnell vom eigenen Kreis aus zum 25:24-Anschluss ins leere TVE-Tor warf (50.). Lohn für die Geduld, die „Pretze“, der seit der B-Jugend für den ASV spielt, in der Vergangenheit aufgebracht hat. „Resigniert habe ich nie“, sagt er. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass es nicht drauf ankommt, ob ich spiele. Ich bin immer positiv an die Sache gegangen, habe mir gesagt, dass ich einfach Gas gebe und mich reinhänge. Und ich wollte meine Chance nutzen, wenn ich sie bekomme.“

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