Handball

ASV Hamm-Westfalen stellt Mex Raguse frei

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Mex Raguse

Die 22:30-Niederlage beim Spitzenreiter in Balingen-Weilstetten ist noch nicht verkraftet, da öffnet sich beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen die nächste Baustelle. Mit sofortiger Wirkung stellte ASV-Geschäftsführer Franz Dressel Rückraumakteur Mex Raguse vorerst vom Spielbetrieb frei – allerdings nicht aus sportlichen Gründen.

Hamm – Eigentlich hatten alle Seiten grünes Licht für eine Verlängerung der Zusammenarbeit signalisiert: Bereits vor Saisonbeginn waren die Verantwortlichen beim ASV froh, mit Mex Raguse eines der größten Rückraum-Talente im deutschen Handball verpflichtet zu haben – allerdings zunächst nur für eine Saison. Nach dem Erfolg versprechenden Start des 19-Jährigen mit zunehmenden Spielanteilen im Hammer Osten, hieß es also im Winter, erneut die Verhandlungen aufzunehmen. Dieses Mal sollte es ein Zweijahres-Vertrag werden. „Nachdem wir über Wochen immer wieder Zugeständnisse bei den Verhandlungen gemacht haben, hatten wir Anfang Februar nun eine unterschriftsreife Vereinbarung vorbereitet. Der Spielerberater hatte uns sogar am vergangenen Mittwoch eine Zusage avisiert und bestätigt, dass wir ein gutes Angebot unterbreitet haben“, sagte Dressel. „Aber dann hat Mex vor dem Balingen-Spiel gesagt, dass er sich noch nicht endgültig entschieden habe.“ Dressel setzte Raguse eine Frist bis Sonntag, 18 Uhr. „Da hat der Berater angerufen und wollte noch einmal nachverhandeln“, so Dressel, „Daraufhin habe ich dem Spieler mitgeteilt, dass ich diesen Vertragspoker nicht mehr mitmache und mein Angebot zurückziehen werde.“

Eine Entscheidung, die Trainer Kay Rothenpieler sportlich als schmerzhaft empfindet, ansonsten aber nachvollziehen kann. „Ich will mich dazu eigentlich nicht näher äußern, aber natürlich ist diese Entwicklung enttäuschend“, sagte der Coach. „Ich bin nicht glücklich darüber, habe aber Verständnis für Franz Dressel.“

Wichtig sei es aus seiner Sicht, nun so schnell wie möglich wieder Ruhe in die Mannschaft zu bekommen. „Wir müssen jetzt enger zusammenrücken“, sagt er. „Ich muss jetzt mit den Leuten arbeiten, die sich mit dem Verein identifizieren und zu 100 Prozent bei der Sache sind.“

Seit November haben sich die Verhandlungen zwischen beiden Parteien hingezogen. Jetzt ist das Kapitel Mex Raguse für die ASV-Verantwortlichen erst einmal beendet. „Mex kann weiterhin mit der Mannschaft trainieren“, sagte Dressel. Auch eine vorzeitige Beendigung der vertraglich festgelegten Zusammenarbeit sei möglich, wenn der Spieler das wünsche, versicherte Dressel, der ebenso wie Rothenpieler gerne weiter mit dem talentierten Rückraumakteur zusammengearbeitet hätte, der im Sommer aus der A-Jugend des Erstligisten Füchse Berlin in den Hammer Osten gewechselt war.

Raguse: ,Ich möchte mich zu der Freistellung nicht äußern."

Raguse selbst wollte die Geschehnisse nicht kommentieren. „Ich möchte mich zu der Freistellung nicht äußern“, sagte der 19-Jährige, der aber versicherte, dass er wie gehabt weiter am Training teilnehmen werde und die Entwicklung sehr schade finde.

Für den weiteren Saisonverlauf stehen Rothenpieler demnach vorerst nur noch Oliver Milde und Markus Fuchs im linken Rückraum zur Verfügung. „Für Oli bedeutet das, dass er jetzt mehr Möglichkeiten auf der Position haben wird“, sagte Rothenpieler. „Und Markus Fuchs wird künftig sicherlich auch mehr im Angriff zum Einsatz kommen.“ Fuchs ist im Innenblock des ASV als Abwehrspezialist gesetzt, läuft daher meist nur die erste und zweite Gegenstoßwelle der Hammer im Angriff mit, ehe er für einen Offensivakteur Platz macht. „Stand jetzt wird das so sein“, so der Coach. „Und dann müssen wir sehen, wie sich das im weiteren Saisonverlauf entwickelt.“

Mit der Mannschaft sei über die Situation gesprochen worden, in der Hoffnung, dass sich Diskussionen und Unruhe im engen Kreis in Grenzen halten. Denn schon am Samstag kommt mit dem TuS Ferndorf ein weiteres Spitzenteam in die Westpress Arena gegen das die Hammer wieder den vollen Fokus auf Handball legen müssen, wenn sie am Ende eine Chance auf die Punkte haben wollen.

Dass die deutliche Niederlage aus dem Balingen-Spiel Nachwirkungen haben könnte, glaubt Rothenpieler nicht. „Wir waren dort anfangs vielleicht nicht zu 100 Prozent bei der Sache, sind dann mit der zweiten Welle überlaufen worden, Mrkva hat stark gehalten – und als es dann 9:3 stand, wurde es natürlich sehr schwer“, sagte der Coach. „Aber zuhause werden wir eine ganz andere Emotionalität im Spiel haben. Wir dürfen uns jetzt auch nicht alles kaputt reden lassen. Aber fest steht auch, dass wir mehr Druck aus dem Rückraum benötigen werden.“ Und das künftig auch ohne Mex Raguse.

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