ASV Hamm-Westfalen ist auf Rekordjagd

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Hamm ASV Hamm Westfalen - TSV GWD Minden Franz Dressel jubelt.

Hamm – Franz Dressel befand sich bereits auf dem Weg der Besserung: Am Montagmorgen hatte sich der Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen einer Operation an der Wirbelsäule unterziehen müssen, ein paar Stunden später redete er schon wieder über sein Lieblingsthema: den ASV.

Kein Wunder, ist doch sein Team derzeit die Mannschaft der Stunde in Liga zwei. Dabei krankte es auch im Hammer Osten vor vier Wochen noch ordentlich. Die Stimmung war verschnupft nach dem durchwachsenen Saisonstart mit 14:14 Punkten, und es herrschte Gesprächsbedarf auf allen Ebenen. Danach legten die Hammer eine Serie von fünf Siegen in Folge hin, die sie auf den fünften Tabellenrang und die Stimmung rund um die Arena in ungeahnte Höhen klettern ließ. „Es macht einfach eine Riesenfreude, die Entwicklung zu sehen, die die Mannschaft genommen hat, welch unbändigen Willen sie vor den Spielen in der Kabine und dann auf der Platte zeigt“, bekommt Dressel die beste Medizin von den Akteuren verabreicht. „Und was mich für unseren Trainer Niels Pfannenschmidt freut, ist, dass die Bedenken, die bei dem einen oder anderen da waren, zerstreut sind. Wer heute die Zusammenarbeit zwischen Team und Trainer sieht, der sieht, dass da alles passt.“

Fest steht allerdings, dass nach dem frustrierenden 23:30-Aderlass gegen die HSG Nordhorn ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist – ausgelöst durch harsche Kritik, die von Außen ans Team herangetragen wurde. Dafür war sicher keine Notoperation nötig, doch ein wenig Schönheitskosmetik in Form einer internen Aussprache zwischen den Spielern sowie Gesprächen in der Vereinsführung zwischen Dressel, Pfannenschmidt und Manager Kay Rothenpieler wurde schon vorgenommen.

Ich würde nicht sagen, dass es gekriselt hat“, betont Dressel. „Frustrierend war es schon, denn wir haben gute Spiele gemacht und eine Woche später wurde die Entwicklung wieder über den Haufen geworfen. Da hat man sich gefragt: ‘Wie kann das sein‘. Aber wir haben nie darüber nachgedacht, ob wir die falsche Entscheidung auf der Trainerposition getroffen haben.“

Zumal der Coach Anregungen aus dem Spielerrat oder von der Vereinsführung gegenüber offen gewesen sei. „Sportlich ist er nicht von seinem Weg abgerückt. Er hat schon Dinge angenommen, aber nicht grundlegend seine Philosophie geändert – und das ist ja auch richtig so“, sagt Dressel.

Der Erfolg gibt Pfannenschmidt Recht, und so ist es kein Wunder, dass das klar gesetzte Ziel für die verbleibenden zwei Begegnungen des Jahres gegen den TV Emsdetten am Samstag und den SV Henstedt am 2. Weihnachtstag lautet, die Serie auf sieben Siege in Folge zu schrauben, Damit wäre der Zweitliga-Vereins-Rekord aus der Zeit nach dem Erstliga-Abstieg (12:0 Punkte) – aufgestellt in der vergangenen Saison zwischen dem 8. November und 10. Dezember, gebrochen. Nicht zuletzt deshalb versichert Dressel, dass die Mannschaft sportlich „absolut im Soll“ ist. Saisonvorgaben werden nicht überdacht. „Unser Ziel ist es, weiter gut zu spielen. Wenn das gelingt, braucht man kein Mathematiker zu sein, um zu wissen, dass wir dann noch um den einen oder anderen Platz in der Tabelle steigen können.“

Die Fans honorieren die Leistung der Mannschaft: das Duell mit Tabellennachbar Emsdetten am Samstag (19.15 Uhr/Westpress-Arena) wird wohl vor Saison-Rekordkulisse ausgetragen. „Wir hoffen, dass es ausverkauft sein wird“, so Dressel. Schon jetzt sind die meisten Karten weg. „Aber das ist sicherlich auch Termin und Gegner geschuldet“, räumt der Geschäftsführer ein. Er selbst wird alles daran setzen, dass sein Platz am Samstag trotz der Operation nicht frei bleiben wird. „Ich habe dem Doktor gesagt, dass ich am Samstagabend einen wichtigen Termin habe“, sagt Dressel. „Für den Heilungsverlauf wäre es gut, wenn wir gewinnen – und das möglichst nicht erst mit einem Tor in der letzten Sekunde, damit ich nicht aufspringen muss.“

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