Handball

Viele Fragezeichen vor dem Saisonkehraus des ASV

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Oliver Milde könnte nach langer Verletzungspause wieder zum Einsatz kommen.

Die Entscheidungen in der 2. Handball-Bundesliga sind gefallen. Entsprechend sind die 60 letzten  Minuten der Saison für die Spieler zur Pflichtaufgabe ohne sportlichen Wert geworden. Dennoch wollen sich die Akteure des ASV  am Samstag  beim VfL Lübeck-Schwartau (18 Uhr) gut verkaufen.

Hamm – Leicht verschwitzt sitzen die Spieler des ASV Hamm-Westfalen in einem kleinen Besprechungsraum der Westpress Arena und sehen sich den Video-Zusammenschnitt an, den ihr Trainer Kay Rothenpieler für sie vorbereitet hat. 15 Minuten Stärken und Schwächen des VfL Lübeck-Schwartau. Routine für die Handball-Profis, deren Aufmerksamkeit dieses Mal vielleicht ein wenig mehr auf das folgende Training ausgerichtet ist. Denn da geht es weniger um taktische Finessen als um den reinen Spaß: „Es ist schwierig, die Motivation jetzt noch hoch zu halten“, sagt Rothenpieler. „Daher haben wir in den vergangenen Tagen ein wenig gekickt und Handball gespielt – wir können eh nur mit ein paar Leuten trainieren.“

 Die lange Saison hat an den Kräften gezehrt. Und obwohl der ASV verletzungstechnisch einmal mehr gut durch die bisher absolvierten 2220 reinen Spielminuten gekommen ist, bleiben da Verletzungen nicht aus. So ist der Einsatz von Spielmacher Sören Südmeier, der in den vergangenen Wochen aufgrund von Adduktorenproblemen nur dosiert bis gar nicht trainiert hat, nur bedingt möglich. Und Rothenpieler hofft zwar auf die Rückkehr von Rückraum-Spieler Oliver Milde, doch hat der in den vergangenen Wochen aufgrund eines Bänderrisses im Knöchel pausiert – ein Einsatz wird daher nur dann erfolgen, wenn das Risiko nicht zu hoch ist. 

Die Erwartungen sind gedämpft

Erschwerend kommt hinzu, dass Abwehrspezialist Markus Fuchs, der Milde im linken Rückraum hervorragend vertreten hat, aus persönlichen Gründen die knapp 400 Kilometer lange Fahrt nach Lübeck gar nicht erst antreten wird und Fabian Huesmann zuletzt Probleme mit einer Sehne unter dem Fuß hatte. Auch die Unterstützung von Spielern der Oberliga-Mannschaft wird dieses Mal ausbleiben. David Spiekermann und Jan Pretzewofsky, die zuletzt mit im Kader standen, sind zur Mannschaftsfahrt aufgebrochen. 

„Wir wollen ein vernünftiges Spiel abliefern und uns einigermaßen gut in den Urlaub verabschieden“, sind die Erwartungen beim Trainer unter diesen Voraussetzungen gedämpft. „Denn natürlich ist die Luft raus. Es wäre schöner gewesen, das letzte Spiel zuhause zu haben – so hatten wir unseren emotionalen Höhepunkt bereits im Heimspiel gegen Essen.“ 

Rothenpieler muss improvisieren

Mit dem vorhandenen Personal wird Rothenpieler improvisieren müssen. „Vielleicht kann Oli Milde ja ein bisschen spielen“, überlegt der Coach, „vielleicht werden wir mit einem zweiten Kreisläufer agieren. Oder Sören Südmeier kann vielleicht doch auflaufen. Die Frage ist, ob man das volle Risiko eingeht. Denn wichtiger ist, dass zur Vorbereitung alle Spieler gesund und fit sind. Und so lange frei haben wir ja auch nicht.“ Zwar hat der ASV theoretisch noch die Möglichkeit, auf Platz drei vorzurücken. Aber nach dem Unentschieden gegen Tusem liegt das Team einen Zähler hinter dem HSC Coburg auf Rang vier – und Coburg tritt am letzten Spieltag in eigener Halle gegen den bereits als Absteiger feststehenden Dessau-Roßlauer HV an. Nach unten hin beträgt der Hammer Vorsprung auf Tabellenplatz fünf, den der heutige Gegner Lübeck belegt, vier Punkte, so dass ein Abrutschen im Ranking nicht mehr möglich ist. So geht es darum, noch einmal die Kräfte zu mobilisieren, ehe es nach der letzten Dienstfahrt der Saison direkt in den Urlaub

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