Vorverkauf bereits gestartet

ASV gegen Gummersbach: Großevent mit sozialem Anstrich

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Vorfreude auf das sportliche Kräftemessen in der Westfalenhalle (von links): Kay Rothenpieler, Christoph Schindler, Franz Dressel, Thomas Lammers und Torge Greve.

Das Vorhaben ist ambitioniert: Mit der Entscheidung, das Meisterschaftsspiel  der 2. Handball-Bundesliga zwischen seinem ASV Hamm-Westfalen und dem Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach in der Dortmunder Westfalenhalle auszutragen, ist ASV-Geschäftsführer Franz Dressel ein Risiko eingegangen.

Dortmund - Der Gedanke daran, am 30. Dezember ein unvergessliches Handball-Event für die Region austragen zu können, war jedoch zu reizvoll, als dass er sich diese Chane hätte entgehen lassen wollen. „Das war eine Entscheidung, die kurzfristig von mir getroffen wurde, nachdem die Spielpaarung bekannt wurde“, gab Dressel im Rahmen einer Pressekonferenz in Raum 17 des Dortmunder Kongresssaals an der Westfalenhalle einen Einblick in seine Gedankengänge. 

„Das Spiel war ja ursprünglich für den 21. Dezember angesetzt. Daraufhin habe ich zur Westfalenhalle Kontakt aufgenommen. Da zu dem Zeitpunkt die Halle nicht zur Verfügung stand, haben wir uns für den 30. Dezember als Austragungstag entschieden.“ Letztlich habe die Kombination aus der Attraktivität des Gegners und des Zeitpunkts der Austragung den Ausschlag gegeben, den Schritt nach Dortmund zu wagen. 

"Erinnerungen an vergangene Europapokalpartien sind bei vielen noch präsent"

„Mitte September gegen ein Team aus dem Tabellenmittelfeld hätten wir nicht ansatzweise die Chance gehabt, die Halle voll zu bekommen. Daher war auch der Gegner prädestiniert für dieses Spiel“, so Dressel, dessen Vorstoß nur Dank der Zustimmung der Handball Bundesliga (HBL) und des Gegners in die Tat umgesetzt werden kann. Deutlich mehr noch als der ASV, der in seiner Erstligasaison 2010 gegen den HSV Hamburg schon einmal 11 000 Zuschauer in die Halle lockte, blickt auch Gegner Gummersbach auf eine Westfalenhallen-Vergangenheit zurück. 

„Die Erinnerungen an vergangene Europapokalpartien in Dortmund sind bei vielen noch präsent“, sagt VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler. „Viele Gummersbacher sind damals in die Westfalenhalle gepilgert, es gab Sonderzüge nach Dortmund. Und in den Restaurants hängen heute noch Bilder aus dieser Zeit – auch in meinem Büro hängt eins, wo der damalige Geschäftsführer, Eugen Haas, den Europapokal in die Luft streckt.“ 

"Die Resonanz der Sponsoren ist überwältigend"

Vor fünf Jahren spielte der VfL zum bisher letzten Mal in der Westfalenhalle. Auch da kamen 11 000 Fans. Aber auch da war der Anlass ein weitaus prominenterer. Zum 50. Bestehen der Handball-Bundesliga unterlag Gummersbach damals in der Erstligabegegnung dem THW Kiel. „Ein super Erlebnis“, sagt Schindler. Das soll die Partie am 30. Dezember auch werden, verspricht Thomas Lammers, seit dieser Saison für Marketing und Vertrieb beim ASV zuständig – und 2010 Spieler der ASV-Mannschaft, die nach einer 17:12-Pausenführung noch mit 28:30 gegen den HSV Hamburg unterlag. 

„Die Resonanz der Sponsoren ist überwältigend, alle haben sofort gesagt, sie gehen das Risiko mit ein“, versichert Lammers, der „noch einige Schmankerl“ für das Rahmenprogramm verspricht, aber auch weiß, dass „noch viel Arbeit auf uns wartet.“ Des Risikos ist sich Dressel bewusst. „Allein schon der Sicherheitsdienst wird uns 7 500 Euro kosten“, rechnet er vor und versichert, dass er sich „ab einer Zahl von 7 000 Zuschauern an Silvester zufrieden zurücklehnen kann.“ 

Rothenpieler legt zunächst Fokus auf die anstehenden Partien

Dafür, dass die Partie zu dem Zeitpunkt auch sportlich noch attraktiv ist, wollen die Trainer sorgen. „Im Moment wäre es der Erste gegen den Fünften“, sagt Gummersbachs Torge Greve. „Ich hoffe, dass es am 30. Dezember noch ähnlich ist, damit es nicht nur ein schönes Event ist, sondern sportlich noch interessant.“ ASV-Coach Kay Rothenpieler sieht es ähnlich, hat zudem persönliche Erinnerungen an die Halle. „Hier habe ich als 16-Jähriger mein erstes Bundesligaspiel bestritten“, sagte er. „Unser Fokus liegt jetzt aber erstmal auf den nächsten Spielen.“

Volle Wucht für Oskar

Neben dem sportlichen bekommt die Partie des ASV gegen den VfL Gummersbach auch einen sozialen Anstrich. Denn ein Teil der Einnahmen soll dem vierjährigen Oskar zugute kommen. Der Junge aus dem Raum Hamm ist an einem Hirntumor erkrankt. Entsprechend braucht die Familie jeden Cent, um die Genesung ihres Sohnes voranzutreiben. „Und über diese Plattform in Dortmund können wir mehr für Oskar erreichen, als bei einem normalen Heimspiel“, sagt Marketing-Leiter Thomas Lammers. Welche Höhe die Hilfs-Summe letztlich betragen wird, ließ er noch offen. „Das hängt von der Zuschauerzahl ab.“

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