Handball

ASV-Spieler  vom Trainerwechsel überrascht 

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Jakob Schwabe

Es war eine turbulente Woche für Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen: Erst die deutliche Niederlage im Spitzenspiel beim HSC Coburg, dann die Nachricht, dass Trainer Kay Rothenpieler zum Ende der Saison beim ASV aufhören wird. Die Mannschaft versucht dennoch, den Fokus auf das Heimspiel am Samstag gegen den EHV Aue (19.15 Uhr/Westpress Arena) zu legen.

Hamm – Jakob Schwabe muss kurz überlegen, ehe er antwortet. „Klar, das kam schon überraschend“, sagt der Kapitän des ASV Hamm-Westfalen. „Aber es ist jetzt tatsächlich nicht so, dass das das allumfassende Thema in der Woche gewesen ist.“ Dennoch hat die Mitteilung, dass der ASV und sein langjähriger Trainer Kay Rothenpieler zum Saisonende getrennte Wege gehen werden für Gesprächsstoff gesorgt. Auch innerhalb der Mannschaft. „Wir brauchen nicht darüber zu reden, dass Kay großen Einfluss auf viele Spieler von uns genommen hatte und hat“, sagt Schwabe, der seit der Erstligasaison 2010/11 im ASV-Kader steht. „Gerade ich ich habe besonders viele Jahre mit ihm zusammen gearbeitet und dabei immer ein gutes Verhältnis zu ihm gehabt. Ich bin Kapitän. Wir haben uns gut ausgetauscht. Aber sein Abschied war ja längerfristig angedacht.“

"Ich weiß nicht, wann der richtige Moment ist"

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe mochte der Münsteraner sich kein Urteil erlauben. „Ich weiß nicht, wann der richtige Moment für so etwas ist – gerade bei so einer verdienten Person“, sagt er. „Es ist aber wichtig zu wissen, wer sein Nachfolger wird, um die Verhandlung mit den Spielern anzugehen. Mein Vertrag läuft zum Beispiel auch aus.“ Nur wenige Akteure besitzen einen Kontrakt über diese Saison hinaus. Dass jetzt aber jemand daher kommt und den Abschied des Trainers als Entschuldigung nutzen werde, falls es einmal nicht so laufen sollte, kann sich Schwabe nicht vorstellen. „Das ist eine Mentalitätsfrage und kein Faktor bei uns in meinen Augen“, ist er sich sicher. „Jeder denkt darüber nach. Aber gerade, wenn du keinen Vertrag mehr hast, willst du eine gute Leistung bringen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit füreinen neuen Kontrakt doch höher. Wir sind Profis. Daher darf uns das Thema am Samstag von 19.15 bis 20.45 nicht belasten. Und Kay hat uns sehr schnell klar gemacht, dass es auch ihm darum geht, den maximalen Erfolg zu haben.“

In Coburg mehr ausgerechnet

Primär ist es nun wichtig, die Saison „vernünftig zu bestreiten und nach Coburg wieder erfolgreich sein zu wollen.“ Nach der 28:36-Klatsche habe es „ein paar Tage länger gebraucht, um das zu verdauen“, räumt Schwabe ein. „Wir hatten uns da mehr ausgerechnet, als die deutliche Niederlage. Wenn man ehrlich ist, hatten wir aber nicht den Hauch einer Chance. Das hat weh getan – gerade nach Essen, wo die zweite Halbzeit ähnlich war.“

Dass er nach dem Spiel noch auf der Platte im Kreis das Wort an die Kollegen gerichtet hat, war für den Kapitän normal. „Das machen wir nach Siegen ja auch so“, sagt er. „Aber klar, nach so einer Niederlage geht es darum, dass ich kurz meine Meinung sage.“ Schneller lernen müsse das Team nach seinem Geschmack aus den Situationen, die sich im Spiel ergeben. Etwa die rigorose Regelauslegung der Schiedsrichter, die sein Team zu Beginn durch einige Zeitstrafen ins Hintertreffen gebracht hatte. „Die Strafen tun weh. Aber wir müssen versuchen, solch eine Regelauslegung zu unserem Vorteil zu nutzen und selbst auf der anderen Seite mehr Zeitstrafen rausholen.“

Jetzt geht es gegen den EHV Aue, „und gerade in den Heimspielen ist es unsere Pflicht, eine deutlich bessere Leistung zu zeigen“, sagt der 30-Jährige, der, sein Team bei drei Punkten Rückstand auf die führenden Teams aus Essen und Coburg weiter mitten im Aufstiegsrennen sieht. Und gerade aus diesem Grund fordert, dass das Thema Abschied Rothenpieler möglichst schnell beendet wird.

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