Handball

ASV hofft auf 1300 Zuschauer zum Saisonstart

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Ganz so voll wird die Halle zum Saisonstart noch nicht wieder sein - der ASV arbeitet aber an einem Konzept, um vor über 1000 Fans spielen zu können.

Wenn Hygienekonzept und städtische Vorgaben passen, hofft Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen zum Saisonstart wieder vor über 1000 Zuschauern spielen zu können.

Köln/Hamm – Zwei intensive Einheiten im Kölner Hotel Lindner im Rahmen der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga hatte Franz Dressel hinter sich, als er sich am Donnerstag Mittag auf den Heimweg machte. Durchaus zufrieden, wie der Geschäftsführer des Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen und Vizepräsident. 2. Liga in der Handball-Bundesliga (HBL), betonte. Denn der in Corona-Zeiten für den Profisport wichtigsten Frage wurde auf der Tagung eine große Chance auf positive Beantwortung gegeben. „Ich denke, dass wir in 14 Tagen ein auf unsere Hallengröße vorliegendes Betriebskonzept haben werden, das uns erlauben wird, im Oktober die neue Saison wieder mit Zuschauern beginnen zu können“, betont Dressel nach der Tagung mit Vertretern der HBL, des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und der 39 Erst- und Zweitligisten. „Ein entsprechendes Hygiene- und Betriebskonzept ist mit der Hilfestellung auch von Verbänden aus anderen Sportarten auf den Weg gebracht.“

Konzept beim Bundesgesundheitsamt

Dieses Konzept liegt dem Bundesgesundheitsamt zur Prüfung vor. An der Erstellung habe neben den Vertretern des DHB und der HBL unter anderem auch ein Virologe und Vertreter anderer Hallensportarten sowie der Deutschen Fußball Liga (DFL) mitgearbeitet. Wichtig sei gewesen, das Konzept für die verschieden großen Hallen anzugleichen. „Wir können ja die Westpress Arena nicht mit der viel größeren Arena des THW Kiel vergleichen“, sagt Dressel. Beispielhaft gab es daher Untersuchungen am Düsseldorfer Castello, das mit einer Kapazität von 3 000 Zuschauern ähnlich bemessen ist wie die ASV-Halle.

Letztlich liegt die Entscheidungshoheit für die Umsetzung der Hygienemaßnahmen aber bei den Städten. „Daher werden wir möglichst schnell Kontakt zum Gesundheitsamt und der Stadt Hamm aufnehmen“, so Dressel, dem vorschwebt, bereits deutlich vor dem ersten Liga-Spieltag am 3. Oktober gegen den TV Emsdetten Testläufe mit Zuschauern im Rahmen von Freundschaftsspielen in der Halle durchzuführen, „damit wir vorbereitet sind, Fehler abstellen können und nicht erst zu Saisonbeginn mit ungewohnten Situationen konfrontiert werden.“

Ziel:; Hallen-Auslastung zu 50 Prozent

Ziel Dressels ist es, in der Liga zunächst mit einer Auslastung von 50 Prozent der Hallenkapazität zu starten. Das würde bedeuten, dass etwa 1 300 Zuschauer unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen die Heimspiele des ASV verfolgen könnten. „Wahrscheinlich wird es keine Stehplatzkarten geben –das ist im Konzept deutlich geworden, weil sonst der Abstand nicht eingehalten werden kann“, sagt Dressel. „Entsprechend werden wir mit den Dauerkartenbesitzern sprechen müssen. Eventuell werden wir da Sitzplätze in einer preiswerten Kategorie anbieten.“

Insgesamt werden die Vereine für Spiele mit Zuschauern einen finanziellen Mehraufwand betreiben müssen. „Die Zahl der Sicherheitskräfte werden wir wohl verdreifachen müssen“, so Dressel, der in diesem Punkt ähnlich wie bei den anstehenden Hygienemaßnahmen keine Alternative sieht.“

Wie die Verteilung des 200-Millionen-Hilfspakets des Staates (WA berichtete) in der Praxis umgesetzt wird, ist weiter in der Schwebe. Fest steht nun nur, dass der Antrag nicht über den Verband erfolgen wird, sondern jeder Verein selbst für seinen Antrag ans Bundesministerium für Inneres (BMI) sorgen muss. Für die Erarbeitung eines gerechten Verteilerschlüssels der Gelder an die einzelnen Vereine wurde im Ministerium eine Arbeitsgruppe gegründet. „Wenn es da die Ergebnisse gibt, werden wir ein bisschen mehr Planungssicherheit haben“, so Dressel.

Um den Vereinen die Möglichkeit zu geben, weitere finanzielle Mittel zu generieren, wurden die Weberichtlinien gelockert. So werden mehr Bodenaufkleber und ein Sponsor mehr auf dem Trikot erlaubt. Auch die Produktion der Übertragungen auf der Internet-Plattform Sportdeutschland soll für eine verbesserte Vermarktung aktualisiert werden. Zudem soll für ein Jahr auch der Einsatz von Schiedsrichtern aus der Region bei Ligaspielen möglich sein.

Trotz der Maßnahmen werden die Spieler des ASV weiter, aber in abgespeckter Form, in Kurzarbeit bleiben. „Ich gehe davon aus, dass wir Kurzarbeitergeld noch bis zum Start der intensiven Vorbereitung Mitte September in Anspruch nehmen können“, rechnet der ASV-Geschäftsführer vor, der den Spielern aber auch weitere Verhandlungen zum Gehaltsverzicht nicht ersparen kann. „Das werden wir quartalsweise besprechen müssen. Ohne wird es aber sicher nicht gehen.“

Direkter Vergleich statt Torverhältnis

Die einzige Änderung für den laufenden Spielbetrieb, die beschlossen und von den Ligavertretern mitgetragen wird ist die Abschaffung der bisher geltenden Regel, dass bei Punktgleichheit das Torverhältnis über die jeweilige Platzierung herangezogen wird. In der kommenden Saison soll stattdessen der direkte Vergleich entscheiden, damit Spieler in Begegnungen, die früh entschieden sind, nicht auf dem Feld bleiben müssen, um ein möglichst hohes Endergebnis zu erzielen. „Zu diesem Punkt hat der Bundestrainer Alfred Gislason einen emotionalen Auftritt gehabt und einen Appell an die Liga-Vertreter gerichtet, unseren Nationalspielern mehr Verschnaufpausen zu geben“, sagt Dressel. „Denn bei dem eng gesteckten Terminplan brauchen die Spieler ihre Pausen. Und kein Vereinsvertreter will, dass wir zur Weltmeisterschaft oder Olympischen Spielen mit einer B-Mannschaft fahren müssen. Am Ende werden die Trainer aber auf dem Feld entscheiden, welche Spieler sie wie einsetzen.“

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