Zweite Handball-Bundesliga

ASV will in Ferndorf endlich wieder auswärts punkten

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Die Ferndorfer waren in der vergangenen Saison gegen Jan von Boenigk (Mitte) und Co. chancenlos.

Die Auswärtsfahrten des ASV Hamm-Westfalen waren zuletzt weniger erfolgreich. Das soll sich am Freitagabend beim TuS Ferndorf ändern.

Hamm – Der Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen glich zuletzt in der Fremde mehr einem höflichen Gast als einem schroffen und unbequemen Besucher. Drei Auswärtsfahrten trat die Truppe von Trainer Kay Rothenpieler in den vergangenen Wochen an. Dreimal überließ sie den Gastgebern aus Eisenach, Essen und Coburg die Punkte. Ein viertes Mal soll es am Freitagabend (19.30 Uhr, Am Park) beim TuS Ferndorf nicht geben, kündigt Rothenpieler an. 

„Dass man in Essen und in Coburg verlieren kann, das ist klar“, blickt der ASV-Coach auf die vergangenen Pleiten zurück. Seine Erinnerung ist dennoch eine schmerzhafte – und das in gleich doppelter Hinsicht. Denn waren es nicht nur Duelle mit den direkten Konkurrenten um den Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse, die verloren wurden. Sondern war es vielmehr die Art und Weise, wie Rothenpielers Schützlinge möglich gewesene Punkte leichtfertig aus den Händen gaben. 

Rothenpieler warnt vor naiven Blick auf die Tabelle

Die Aufarbeitung der tiefen Enttäuschung dauerte, trug jedoch Früchte, wie der Arbeitssieg gegen EHV Aue (28:25) bewiesen hatte. Der jüngste Erfolg soll Auftrieb verleihen – und die Negativserie in fremden Hallen beim aktuellen Liga-16. endlich beenden. 

Wenngleich Coach Rothenpieler den Blick auf die Statistik als einen trügerischen bezeichnet: „Die Tabellensituation hat keinerlei Aussagekraft. Ferndorf ist defintiv stärker als dort, wo sie gerade stehen“, so der ASV-Trainer, der zugleich eine Begründung für das Abrutschen auf den ersten von drei Abstiegsrängen der Siegerländer parat hat: „Sie waren in den vergangenen Wochen zu inkonstant. Es scheint aber so, als hätte sich Ferndorf so langsam wieder gefangen“, analysiert er. 

Ferndorf feierte zuletzt Achtungserfolg gegen Gummersbach

Zwar verlor der TuS zuletzt sein viertes Spiel in Serie, beim knappen 18:19 feierten die Ferndorfer beim Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach dennoch einen Achtungserfolg und sammelten neuen Mut für die kommenden Aufgaben. Die erste davon steht am Freitagabend gegen den ASV an, den TuS-Trainer Michael Lerscht im vereinsinternen Interview als „nächsten dicken Brocken“ bezeichnet, gefolgt von Lobliedern wie „Aufstiegsaspirant“ oder „Spitzenmannschaft“. 

Die Rollen mit Blick auf das Duell sind klar verteilt. Und der ASV will der des Favoriten gerecht werden, wenn auch die Hürde im Kreis Siegen-Wittgenstein keine einfache sein wird. „Beide Mannschaften kennen sich sehr gut“, betont Rothenpieler, will aber nicht gleich von einer Partie auf Derbyniveau sprechen. „Das wäre etwas zu viel des Guten.“ 

Deutlicher ASV-Sieg im Februar spielt keine Rolle mehr

Die Atmosphäre in der Dreifachhalle des Schulzentrums Kreuztal kommt dem Begriff dennoch ziemlich nahe – und kann einschüchternd auf die Gastmannschaft wirken. „Die Zuschauer machen viel Lärm und sorgen jedes Mal für eine überragende und ganz spezielle Stimmung“, passt Rothenpieler den lobenden verbalen Ball gleich zurück. Auf sportlicher Ebene sieht er sich klar im Vorteil. Der ungefährdete 32:22-ASV-Sieg im Februar und das Testspiel-Remis in der Saisonvorbereitung (28:28) gegen den kommenden Gegner haben für Rothenpieler überhaupt keine Aussagekraft. 

„Die Begegnungen sind völlig egal. Für uns zählen nur unsere letzten zwei Spiele“, lässt Rothenpieler den Erfahrungen der vergangen Monate keinerlei Wert zukommen. Einzig das Hier und das Jetzt zählen: „Wir wissen um unsere Qualität. Und wenn wir die hervorrufen, dann werden wir das Spiel auch siegreich gestalten“, so der ASV-Coach. 

Rothenpieler hat keinerlei Ausfälle zu beklagen

Schließlich gehe es gegen die defensivstarken Ferndorfer für den Ligavierten darum, die Spitzengruppe nicht aus den Augen zu verlieren. „Für uns wird es darauf ankommen, die stabile und aggressive Ferndorfer Deckung auszuspielen. Dazu müssen wir diese aber zuerst in Bewegung bringen“, analysiert der Trainer, der keinerlei Ausfälle zu beklagen hat und deshalb über die gesamte Spieldauer mit viel Laufarbeit rechnen darf.

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