ASV Hamm-Westfalen mit Personalsorgen nach Erlangen

+
Marian Orlowski laboriert an einer Verletzung des kleinen Fingers an der Wurfhand.

Hamm - Selten einmal hat das Bild vom angeschlagenen Boxer so gut gepasst wie im Fall des ASV Hamm-Westfalen im Vorfeld seiner Auswärtsbegegnung am Samstag in der 2. Handball-Bundesliga beim HC Erlangen (19 Uhr/Arena Nürnberger Versicherungen). Mit gerade einmal neun Feldspielern kann ASV-Coach Niels Pfannenschmidt derzeit fest planen. Alle anderen befinden sich im Krankenstand.

Definitiv verletzt ausfallen werden weiterhin Spielmacher Ondrej Zdrahala (Fingerverletzung) sowie die Abwehrchefs Jakob Macke (Wirbelsäulenblessur) und Markus Fuchs (Knieprobleme). Neu dazu gesellen wird sich aller Voraussicht nach Rückraum-Shooter Marian Orlowski, der sich im Heimspiel gegen den HC Empor Rostock (31:30) eine Kapselverletzung am kleinen Finger der Wurfhand zugezogen hat. „Ob er spielen kann, ist mehr als fraglich“, sieht Pfannenschmidt einem letzten Belastungstest für den Rückraumlinken mehr als skeptisch entgegen. „Selbst wenn Marian den Finger tapen wird, wird es ihm kaum möglich sein, den Ball zu halten. Ich denke, das wird nichts.“ Und damit nicht genug: Auch die beiden erst vor kurzem mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Lemgoer Marius Bergen und Valentin Schmidt werden am Samstagmorgen für die weite Fahrt nach Nürnberg nicht in den Hammer Mannschaftsbus steigen. Bergen wird zeitgleich mit den TBV-Youngsters in der Meisterschaft bei der SG Ratingen antreten, und Schmidt werden die Hammer gleich für sechs bis acht Wochen nicht mehr wiedersehen. Der Rückraumspieler meldete sich am Freitag mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel bei Pfannenschmidt ab. Auch mit Hilfe aus der Hammer Oberligamannschaft kann der Coach nicht planen, da diese ebenfalls am Samstag antreten muss.

Doch ganz im Sinn von Bundestrainer Dagur Sigurdsson will sich Pfannenschmidt von den aktuellen personellen Nackenschlägen nicht beirren lassen. „Jammern nutzt nichts. Wir fahren nicht nach Erlangen, um über die Höhe unserer Niederlage zu sprechen. Es gibt im Sport immer eine Chance“, sagt der Hammer Trainer. „Das haben wir ja auch im Hinspiel gesehen, das wir gewonnen haben.“

Das 27:23 der Hammer war eine von nur zwei Niederlagen, die der Tabellenführer im Saisonverlauf hinnehmen musste. Die andere datiert vom 22. November, als es ein 26:29 in Nordhorn setzte. Seitdem ist der HCE verlustpunktfrei und auf dem direkten Weg zurück ins Handball-Oberhaus. Und dass die Mannschaft um Torhüter Jan Stochl gegen den ASV wie in den vergangenen beiden Heimspielen, als es gegen Bad Schwartau (27:25) und Neuhausen (26:25) nur knappe Siege gab, Konzentrationsschwächen zeigen wird, ist angesichts der Revanchegefühle der Gastgeber eher unwahrscheinlich. „Die werden heiß sein, um das wieder gut zu machen“, glaubt der Coach, der sich die eine oder andere taktische Überraschung für den HCE ausdenken will. „Das wird allerdings immer schwieriger, weil ich bald keinen Abwehrspieler mehr zur Verfügung habe“, sagt er. „Vor allem im Innenblock wird es eng. Vielleicht werden wir da Jan-Lars Gaubatz als etwas schnelleren Spieler einsetzen, der das dann etwas offensiver löst. Und dann haben wir ja noch die 5:1-Deckungsvariante mit Lars Gudat auf der vorgezogenem Position.“

Im Angriff gelte es dagegen, bei diesem hochklassig und ausgeglichen besetzten Gegner (Pfannenschmidt: „Die sind noch stärker, als sie es im vergangenen Erstligajahr waren.“) das Tempo zu verschleppen, oft an den Rand des Zeitspiels zu kommen. „Wir sind krasser Außenseiter“, weiß der Coach. „Aber wenn sich eine Chance ergeben sollte, müssen wir da sein.“ Wie ein taumelnder Boxer, eben.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare