Handball

ASV erhält Lizenz - Saison bleibt unterbrochen

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Franz Dressel

Lizenz erteilt, Kurzarbeit genehmigt, weiterer Saisonverlauf ungewiss – beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen überschlagen sich momentan die Ereignisse. Der Saisonabbruch ist aber weiterhin noch nicht entschieden. Das Präsidium der Handball Bundesliga (HBL) wird den Zeitpunkt der Entscheidung noch einmal vertagen.

Hamm – Drei Stunden dauerte die Videokonferenz, die die Handball-Bundesliga (HBL) am Donnerstag für ihre Präsidiumsmitglieder anberaumt hatte. Die Ergebnisse werden am Freitag in einer weiteren Konferenz mit den Klubchefs der 1. und 2. Bundesliga besprochen, ehe es in die Entscheidungsfindung geht. „Erfreulich ist die Tatsache, dass wir die Lizenz für die 1. und 2. Liga ohne Auflagen bekommen haben“, sagt ASV-Geschäftsführer Franz Dressel, der als Vizepräsident für die 2. Liga an der Besprechung teilnahm. „Das ist erst einmal die Grundvoraussetzung zur Aufnahme des Spielbetriebs in der kommenden Saison.“

Der einzige Klub, der keine Lizenz für die kommende Saison erhalten wird, ist das abgeschlagene Zweitligaschlusslicht HSG Krefeld, das damit als erster Absteiger aus der 2. Bundesliga feststeht. Alle anderen Klubs sind darüber hinaus zu einer außerordentlichen Nachlizenzierung Ende August verpflichtet worden. „Die Situation für die Kommission ist ja nicht einfach, was die Planung für die kommende Saison angeht“, erklärt Dressel. „Da ist vieles noch sehr wackelig, weil keiner sagen kann, wie hoch die finanziellen Ausfälle durch eventuelle Regressansprüche bei Sponsoreneinnahmen oder Dauerkarteninhabern sein werden, im Falle einer möglicherweise abgebrochenen Saison.“

Die Entscheidung, ob die Saison fortgesetzt oder vorzeitig abgebrochen wird, dürfte dagegen weiter nach hinten verschoben werden, die Ausweitung der Liga-Pause soll heute ab 10.30 Uhr mit allen Kluchefs besprochen werden. Bisher war der Spielbetrieb bis Ende April ausgesetzt worden. Dieser soll nun nicht vor Mitte Mai wieder aufgenommen werden. „Stand heute werden wir die Saison nicht für beendet erklären, sondern abwarten, was am 20. April die Bundesregierung und die Länder entscheiden werden, dahingehend, ob es Lockerungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie geben wird“, sagt Dressel. „Dann müssten wir aber spätestens am 16. Mai den Spielbetrieb aufnehmen.“

Zumal die Mannschaften eine gewisse Vorlaufzeit brauchen: „Drei Wochen Training müssten es schon sein, ehe die Meisterschaft fortgeführt werden kann“, betont Dressel. „Sonst wäre das Verletzungsrisiko bei den Spielern einfach zu groß. Und wenn sich aber abzeichnen sollte, dass kein vernünftiger Spielbetrieb mehr aufgenommen werden kann, gehe ich davon aus, dass die Ligenversammlung dann im Mai die Saison für beendet erklärt.“

Restsaison ohne Zuschauer nicht wirtschaftlich darstellbar

Einem Szenario, nach dem der Spielbetrieb im Mai ohne Zuschauer fortgesetzt werden könnte, erteilt Dressel dagegen – zumindest die 2. Liga betreffend – eine Absage. „Das wäre wirtschaftlich gar nicht darstellbar, weil die Vereine dann plötzlich wieder alle Kosten zu tragen hätten, auf der anderen Seite aber keine Einnahmen durch die Eintrittsgelder generieren würden, weil wir im Gegensatz zur 1. Liga nur zu einem geringen Prozentsatz von den Fernsehgeldern profitieren“, sagt Dressel.

Für den wahrscheinlichen Fall, dass die Saison doch noch abgebrochen wird, gebe es verschiedene Szenarien, die im Präsidium kursieren und am Freitag mit den Klubvorsitzenden besprochen werden, ehe am Montag noch einmal eine sogenannte AG Spielordnung mit Vertretern von HBL und Deutschem Handball Bund konferiert, die dann eine möglichst gerechte Lösung für Auf- und Abstiegsregelung der höchsten drei Ligen finden soll. Bei den bislang durchdiskutierten Möglichkeiten seien durchaus Varianten gewesen, nach denen der ASV Hamm-Westfalen am Ende zu den Aufsteigern ins Handball-Oberhaus gehören könnte. „Aber es gibt auch andere, wo das nicht der Fall ist.“

Als Problem bei der Entscheidungsfindung gestaltet sich die Tatsache, dass die 1. Liga keine einheitliche Tabelle aufweist, die Mannschaften verschieden viele Begegnungen absolviert haben. „Daher wird es nicht so einfach sein, einfach den letzten ausgetragenen Spieltag zugrunde zu legen“, so Dressel. „Die vorhandenen Überlegungen müssen daher erst einmal mit der Rechtsabteilung von HBL und DHB diskutiert werden. Wir wollen für die 1. bis 3. Liga eine einheitliche Regelung finden, damit es nicht zu Rechtsstreitigkeiten kommt.“

So bleibt die Fortsetzung der Saison für die höchsten deutschen Handball-Ligen ein Spiel auf Zeit, während der Spielbetrieb in den unteren Ligen längst beendet worden ist.

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