Handball, 2. Bundesliga

Darum bekommt der ASV jetzt zwei Punkte am grünen Tisch

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Franz Dressel

Das am vergangenen Freitag beim Spielstand von 6:6 abgebrochene Auswärtsspiel der 2. Handball-Bundesliga beim HC Elbflorenz wird nicht wiederholt. Der ASV Hamm-Westfalen erhält die zwei Punkte am grünen Tisch.

Hamm - „Das Spiel wird mit 0:0 Toren und 0:2 Punkten zu Gunsten des ASV Hamm-Westfalen gewertet“, heißt es in einer am frühen Nachmittag veröffentlichten Pressemitteilung der Handball-Bundesliga (HBL) GmbH, die damit den Abbruch der Begegnung durch die Schiedsrichter bestätigt. „HC Elbflorenz 2006 trägt die Verantwortung für einen einwandfreien Hallenboden.“

Nach nur 16 Minuten war das Spiel in der vergangenen Woche wegen eines verunreinigten Hallenbodens in der Dresdner BallSport Arena von den Schiedsrichtern Lutz Pittner und Christian Moles abgebrochen worden. Als zu glatt hatten die beiden das Geläuf empfunden und das Risiko für die Spieler als zu groß eingestuft.

Rutschiger Boden

Der Grund: Am Tag zuvor hatte in der Halle ein Volleyballspiel stattgefunden. Die Abdeckungen für die Stangen des Volleyballnetzes sprangen im Nachhinein aber immer wieder hoch, so dass der Hallenbetreiber versucht hatte, die Platten mit Silikon zu befestigen. Ein Fehler. 

Denn die Silikonmasse drang während der Partie zwischen Dresden und dem ASV immer wieder durch die Ritzen und sorgte dafür, dass die Akteure keinen festen Halt auf dem Boden fanden. Schon eine Stunde vor Beginn der Begegnung hatten die Unparteiischen das Geläuf in der Halle moniert. Eine Putzkolonne hatte anschließend versucht, die Probleme zu beheben. Erfolglos, so dass der ASV früher als geplant die Heimreise antrat.

So abrupt endete die Partie des ASV in Dresden

„Die Unparteiischen trafen diese Entscheidung aufgrund eines zu rutschigen und daher nicht bespielbaren Hallenbodens. Dieser Mangel konnte auch nach einer Spielunterbrechung nicht behoben werden, so dass die Sicherheit der Spieler bei Fortsetzung der Begegnung aus Sicht der Schiedsrichter nicht gewährleistet gewesen wäre. Der Heimverein trägt jedoch die Verantwortung dafür, dass ein Hallenboden zur Verfügung steht, der die Gesundheit der Spieler nicht gefährdet“, schreibt die HBL in ihrer Mitteilung.

Neuer Antrieb für den ASV

Gegen diese Entscheidung kann der HC Elbforenz innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung schriftlich Einspruch bei der 2. Kammer des Bundessportgerichtes einlegen. Der ASV sieht einem möglichen Einspruch jedoch gelassen entgegen. „Wir hatten das Angebot von den Dresdenern, dass wir noch einmal anreisen und die alle Kosten übernehmen. Aber das wäre Wettbewerbsverzerrung im Abstiegskampf gewesen, wenn wir uns darauf eingelassen hätten“, sagt Dressel. „Denn wir hätten dann durch unsere eigenmächtige Entscheidung die rechtmäßige Vergabe von zwei Punkten zu unseren Gunsten ausgehebelt. Und wenn wir dann zum neu angesetzten Spiel nach Dresden gefahren wären und hätten vielleicht auf vier kranke oder verletzte Spieler verzichten müssen und hätten dann verloren, wäre das Geschrei der anderen Teams, die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfen, groß gewesen. So wird es nur Geschrei aus Dresden geben, dass das sportlich unfair von uns wäre. Aber das halte ich aus.“

Positiver Nebeneffekt für den ASV: Durch die zwei Zähler sind die Hammer nun punktgleich mit dem Tabellenvierten TuS N-Lübbecke und dem Fünften Tusem Essen. „Das gibt definitiv Antrieb für unser Spiel am kommenden Freitag gegen die Wölfe aus Rimpar“, sagt Dressel. 

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