Beim Gastspiel in Hamburg 

ASV liefert in Hamburg die richtige Antwort auf den Konstanz-Knacks

+
Mit vereinten Kräften: Markus Fuchs (links) und Jan Brosch bearbeiten HSV-Akteur Niklas Weller.

Schon während der Aufwärmphase der Partie der 2. Handball-Bundesliga zwischen dem HSV Hamburg und dem ASV Hamm-Westfalen war zu merken, dass die Sporthalle Hamburg eine besondere Handball-Aura verströmt.

Hamburg - Da schlenderte der eine Weltmeister von 2007, Stefan Schröder, für einen kurzen Plausch auf ASV-Geschäftsführer Franz Dressel zu, der anschließend den anderen, HSV-Trainer Torsten Jansen, herzlich in die Arme schloss. Keine Frage, diese Halle hat glanzvolle Handballzeiten erlebt. 

Glanzvoll war auch die Partie, die sich beide Mannschaften anschließend lieferten. Dass sie nicht auf der positiven Seite der Annalen des ruhmreichen HSV verbucht wird, der von der Deutschen Meisterschaft bis zur Champions League alles gewonnen hat, ehe er 2016 in die Insolvenz gehen musste, lag an den Gästen. Die spielten zwar nicht welt-, aber doch meisterlich beim Tabellenführer auf, entführten zurecht beide Punkte und lösten die Hamburger an der Tabellenspitze ab. 

Lob von allen Seiten für Sören Südmeier

„Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagte ASV-Geschäftsführer Franz Dressel, der mit dem 32:26-Erfolg des ASV auch das Familienduell gegen seine Tochter Christina gewonnen hat, die als Physiotherapeutin für den HSV arbeitet. „Auch meine Tochter hat eingesehen, dass wir die bessere Mannschaft waren. Das hat richtig Spaß gemacht und war eine souveräne Leistung.“ 

Der Schlüssel zum Sieg: Kompakt wie schon in den ersten Begegnungen trumpfte der ASV auf, nahm den Gastgebern, die versuchten, viel Druck auszuüben, den Wind aus den Segeln und stach selbst zu, als sich die Chance ergab. „Wir hatten einen überragenden Sören Südmeier in einem starken Team“, lobte Dressel, „Daran sieht man erst, wie sehr er uns im Spiel davor gefehlt hat. Und Fabian Huesmann hat natürlich auch eine Topleistung gezeigt.“ 

Rothenpieler freut sich für "Pretze": "Überragend gedeckt"

Trainer Kay Rothenpieler ergänzte: „In den schwierigen Phasen haben wir immer die richtige Antwort gehabt – und alle, die von der Bank kamen, haben sich nahtlos eingefügt.“ So überstand der ASV die beiden Schreckmomente der Partie unbeschadet: Erst, als Rechtsaußen Marten Franke Mitte der ersten Halbzeit umknickte und vom Feld humpelte. Und dann, als sich der HSV nach 50 Minuten noch einmal auf zwei Treffer herangekämpft hatte (24:26). 

Nachwuchsmann Jan Pretzewofsky, der den Platz von Franke einnahm, führte sich gleich mit einem Treffer ein und sorgte mit seinem engagierten Auftritt dafür, dass kein Bruch ins Spiel der Gäste kam. „Pretze hat sich gut eingefügt, hat überragend gedeckt und ein Tor gemacht. Das war gut, das freut mich für ihn“, folgte später der Ritterschlag vom Trainer, der den Linkshänder bis zum Ende auf dem Feld ließ. „Marten hätte nachher auch wieder spielen können. Aber Pretze hat das gut gemacht. Daher wollte ich da einfach nichts ändern.“ 

ASV hat aus dem Rückschlag in Konstanz gelernt

Dass auch die zweite Situation nicht endete wie in Konstanz, wo in der Schlussphase aus einer Vier-Tore-Führung noch ein Unentschieden wurde, lag daran, dass Huesmann auch bei seinem vierten Siebenmeter die Nerven behielt, dass Stefan Lex das Timing für den richtigen Moment hatte und dass Huesmann auch seinen elften Versuch – dieses Mal von Außen – im Tor unterbrachte. 

Von diesem Dreierpack zum 25:30 (56.) erholte sich der HSV nicht. Und der Stolz klang bei Oliver Milde, der nach überstandener Verletzung in den letzten 15 Minuten zum Einsatz kam, mit, als er sagte. „Dieser Sieg gibt uns ein schönes Gefühl. Hier werden dieses Jahr nicht ganz so viele Mannschaften gewinnen.“ 

Auch Rothenpieler atmete nach der Phase durch, in der er früh sein zweites Team-Timeout genommen hatte. „Da habe ich nicht unbedingt an Konstanz gedacht“, sagte er. „Aber wir waren einfach zu hektisch, hatten die Ruhe nicht mehr. Nachher war es besser, die Mannschaft wollte zeigen, dass Konstanz kein Rückschlag war.“ Am Freitag gegen den TV Emsdetten hat sie die nächste Gelegenheit dazu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare