2. Handball-Bundesliga

ASV Hamm-Westfalen bejubelt 27:26-Sieg in Rostock

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Überragend: Tomas Mrkva brachte es in Rostock auf 20 Paraden.

Rostock - „Jaaaaaahhhhh!“ Der Urschrei von Joscha Ritterbach nach Spielschluss übertönte die Freudenrufe seiner Mitspieler und der wenigen mitgereisten Fans des ASV Hamm-Westfalen gleich um etliche Phonzahlen, ehe sich der ASV-Tross glückselig in den Armen lag.

Mit 27:26 (16:12) hatten die Hammer gerade ihre Partie der 2. Handball-Bundesliga beim HC Empor Rostock gewonnen und damit zwei Serien beendet. Die eigene negative nach zuletzt 1:5 Punkten und die beeindruckende der Rostocker, die in der heimischen Stadthalle seit acht Partien nicht mehr unterlegen waren.

Dabei hatte es in einer über 45 Minuten von den Gästen souverän geführten Begegnung in der Schlussphase fast schon so ausgesehen, als würden die Hammer noch den Kopf verlieren und sich um den verdienten Sieg spielen. Mit 19:13 hatte der ASV bereits vorne gelegen, ehe Rostock in der 59. zum 26:26 traf und auch in den Schlusssekunden noch einmal die Möglichkeit erhielt, den Ausgleich zu erzielen. Doch Andre Meuser avancierte zum Pechvogel des Tages im Empor-Trikot, als er den Ball gegen Jakob Macke aus der Hand rutschen ließ, der ASV noch einmal in Ballbesitz kam und so die letzten Sekunden ungefährdet verstreichen ließ – zu einem nur aufgrund der Schlussphase glücklichen Sieg. „Erst einmal fällt uns – Team und Trainer – ein Stein vom Herzen“, atmete ASV-Coach Niels Pfannenschmidt erleichtert auf. „Immerhin ist es uns gelungen, was acht Mannschaften vorher nicht gelungen ist – ein Sieg. Und die Rostocker haben hier bravourös gekämpft.“

Der ASV erwischte einen guten Start, übernahm von Beginn an die Initiative. Und ging durch Markus Fuchs nach 28 Sekunden in Führung. Nach sieben Minuten sorgte erneut Fuchs, der am Ende mit sechs Treffern auch erfolgreichster Hammer werden sollte, mit dem 4:2 für die erste Zwei-Tore-Führung. Nur einmal jubelten die Hausherren in der Folge über einen eigenen Vorsprung – als Norman Flodl zum 9:8 traf (18.). Doch die Hammer korrigierten das Ergebnis umgehend durch Lars Gudat und einen Siebenmetertreffer von Ritterbach zum 10:9 (20.). Als sich die Gäste danach über 14:11 (25.) zum 16:12-Pausenstand absetzten, war es in der Halle merklich ruhig geworden und nur noch die zwölf mitgereisten ASV-Fans im roten Dress waren gut gelaunt. „Rostock hat mit einer 6:0-Deckung angefangen und dann auf 4:2 getauscht“, sagte Pfannenschmidt. „Aber wir hatten gegen beide Varianten keine Probleme und hätten gefühlt mit acht Toren führen müssen.“

Nach dem Wechsel hätten die Hammer dann allerdings frühzeitig entscheiden müssen. Zwei schnelle Treffer zum 18:12 (32.) durch Ritterbach und Ondrej Zdrahala sorgten für einen beruhigenden Vorsprung – doch die Ruhe auf dem Feld stellte sich beim ASV nicht ein. Zu viele technische Fehler sorgten dafür, dass sich Rostock aus der Umklammerung wieder herauswinden konnte. Nach 51 Minuten war die Partie beim 23:22 für die Gäste plötzlich wieder offen – zum Ärger des ASV-Trainers. „Uns werfen derzeit noch immer wieder viele individuelle Fehler und taktische Undiszipliniertheien zurück“, so Pfannenschmidt. „Richtig gute Phasen und unerklärliche Fehler wechseln sich ab – das zeigt, dass unser Gebilde noch wacklig ist. Aber es war schon besser als zuletzt gegen Bad Schwartau.“

So reichten eine gute Deckung, ein Markus Fuchs in Bestform (Deckung und Angriff) und ein mit 20 Paraden (davon zwei Siebenmeter) überragender Tomas Mrkva im Tor, um am Ende als Sieger aus der Halle zu gehen. Glücklich, aber verdient. „Wichtig war es, dass wir in den letzten 45 Sekunden die Nerven bewahrt haben“, atmete Pfannenschmidt auf.

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