Sprinten und springen: ASV startet in die Vorbereitung

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Sprinten im Rahmen der Leistungsdiagnostik: ASV-Linksaußen Joscha Ritterbach.

Paderborn - Es war das erste „Auswärtsspiel“ der Saison – am ersten Tag der Vorbereitung. Ergebnisse? Gab es auch schon. Aber sehr individuelle. Schließlich stand beim Trainingsauftakt des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen an der Universität in Paderborn Leistungsdiagnostik auf dem Programm.

Die Resultate sind für den neuen Trainer Niels Pfannenschmidt wichtige Bausteine für die weitere Saison-„Warmlaufphase“. „Ich arbeite sehr gerne mit den Empfehlungen“, sagte Pfannenschmidt, der bereits als Coach des TBV Lemgo viel Wert auf die Kooperation mit der Uni gelegt hatte. „Handball ist ein komplexer Sport. Und ich habe viele Trainer erlebt, die einfach in den blauen Dunst trainiert haben.“

Pfannenschmidt geht seinen neuen Job sehr gewissenhaft an – und mit großer Vorfreude. Bevor der ASV-Tross nach Ostwestfalen aufgebrochen war, hatten der 41-Jährige, Manager Kay Rothenpieler und Geschäftsführer Franz Dressel kurze Ansprachen an das Team gehalten. Und trotz aller Erfahrung hatte Pfannenschmidt den morgendlichen Weg zur Westpress-Arena mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude, mit „einem freudigen Grummeln im Bauch“, angetreten. Auch wenn das Amt in Hamm ein Sonderfall sei, weil er den ASV nach seiner Entlassung in Lemgo im Dezember ausgiebig unter die Lupe nehmen konnte: „Der Vorteil ist, dass ich ein halbes Jahr Vorlauf hatte. Den Prozess des Kennenlernens gibt es so eigentlich gar nicht mehr.“

Das sieht bei Savvas Savvas (von Eintracht Hildesheim) und Routinier Stephan Just (TSG Friesenheim) anders aus, die am Donnerstag erstmals gemeinsam mit den neuen Kollegen trainierten. Der dritte Neuzugang, U19-Nationalspieler Björn Zintel, steigt erst am Montag ein, wenn das Trainingslager in Hamm beginnt. Er ist aber nur kurz dabei, weil für ihn im August die WM in Russland ansteht. Mit Linksaußen Vincent Saalmann und Schlussmann Patrick Krömer, der dritter Torwart beim ASV wird, werden in der Vorbereitung zwei Akteure in den Trainingsprozess eingebunden, die aus der Lemgoer A-Jugend kommen und für die zweite Mannschaft in der Oberliga spielen sollen.

Beide waren somit auch bei der „Leistungsschau“ an der Universität am Start, wo Professor Claus Reinsberger und sein Team vom Lehrstuhl für Sportmedizin eifrig Werte sammelten – und auf der Basis eines Datenschatzes aus 26 Jahren auswerteten. Die Paderborner haben viel Erfahrung mit Leistungssportlern, arbeiten unter anderem mit Fußball-Bundesligisten zusammen. Für die ASV-Handballer hatten sie bei der Diagnostik den Schwerpunkt auf die Athletik gelegt, forderten in der Halle 2 auf dem Sportcampus drei verschiedene Arten von Sprüngen sowie Sprints. Nach dem Essen, einem Vortrag und gemeinsamem Golfen folgte schließlich die Ausdauer-Leistungsdiagnostik, der Laktattest.

Am Ende der Auswertung stehe „das Leistungsprofil des einzelnen Sportlers“, erklärte Reinsberger. Und aus dem leiten sich individuell zugeschnittene Trainingsempfehlungen ab – mit dem Ziel der Leistungssteigerung, aber auch der Verletzungsprävention. „Die Trainer können die Ratschläge umsetzen, wenn sie sie brauchen – auch, um die richtige Balance aus Belastung und Regeneration zu finden“, sagte Reinsberger.

An Belastung wird es in den nächsten Tagen und Wochen nicht gerade mangeln. Zwei Einheiten stehen am Freitag an, darunter die erste in der Halle. Am Samstag will Pfannenschmidt mit den Spielern und den Familien noch einmal einen „entspannten Tag“ genießen bei gemeinsamem Wasserskifahren, Beachvolleyball und Grillen. Im Trainingslager daheim von Montag bis Samstag will der Coach, der im Laufe der Vorbereitung den Kapitän festlegen wird, dann damit beginnen, dem Team seine Vorstellungen von Handball einzuimpfen. „Das größte Thema“, sagte er, „wird die Abwehr sein.“ In der Defensive soll der ASV in der nächsten Saison für den Gegner überraschend, variabel und offensiv agieren, Gegenstoß und schnelle Mitte sollen zu effektiven Waffen werden.

Doch bei aller Konzentration auf die Deckung – gerade im Trainingslager wird die Arbeit an der Physis nicht zu kurz kommen. Jakob Macke, nach seinem halbjährigen Gastspiel bei der SG Flensburg-Handewitt zurück beim ASV, ahnt bereits, dass einiges auf das Team zukommt. „Es ist schön, wieder bei den Jungs zu sein und dass es wieder losgeht“, sagte Macke. „Aber wir haben ja den Trainingsplan bekommen. Und der sieht ganz schön anstrengend aus.“

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