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ASV zum Topspiel beim Tabellenführer VfL Gummersbach

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Von: Günter Thomas

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Zeigte sich zuletzt treffsicher: ASV-Akteur Gerrit Genz.
Zeigte sich zuletzt treffsicher: ASV-Akteur Gerrit Genz. © Reiner Mroß

Die Vorfreude im Lager des ASV Hamm-Westfalen auf das Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga beim VfL Gummersbach am Freitag (19 Uhr/Schwalbe Arena) ist groß - Favorit ist allerdings der Gastgeber.

Hamm – Zahlen lügen nicht – das weiß Mathematiklehrer Michael Lerscht nur zu gut. Und die Zahlen, die die Statistik im Vorfeld der Partie des ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga beim VfL Gummersbach bietet, sind eindrucksvoll. Denn auch wenn es sich bei der Begegnung, die am Freitag um 19 Uhr in der Gummersbacher Schwalbe Arena angepfiffen wird, um den Vergleich zwischen dem Tabellenführer und dem -dritten und damit um ein absolutes Topspiel in der Liga handelt, gibt es mit den Gastgebern einen glasklaren Favoriten. „Ich interessiere mich schon für Statistiken“, räumt der ASV-Trainer ein. „Aber eher im mannschaftsinternen Sinn. Serien sind nicht so mein Thema.“

14 Partien hat der VfL im Laufe der aktuellen Saison in eigener Halle bestritten – 14 Mal ging das Team von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson als Sieger vom Feld. Die bisher letzte Niederlage des Traditionsteams aus dem Oberbergischen in fremder Halle datiert zudem auf den 11. Februar (29:31 in Lübeck), danach folgten sieben mehr oder weniger deutliche Siege in Folge. „Es ist eine schöne Thematik, in ein Spiel zu gehen und einmal nicht Favorit zu sein“, schrecken diese Zahlen den Hammer Trainer nicht ab. „Wir können locker aufspielen und gucken dann, was da möglich ist.“

Fakt ist: Der VfL kann bei sieben Punkten Vorsprung auf den ASV bereits die Feier zur Rückkehr ins Handball-Oberhaus planen. „Das Team hat sich ein sehr hohes Selbstverständnis erspielt, seine Partien zu gewinnen“, weiß Lerscht um die Schwere der Aufgabe. „Es ist im Gegenstoß sehr mutig, spielt im Angriff in verschiedenen Kombinationen, und Rückraumakteur Janko Bozovic ist wieder fit – damit hat der VfL wieder einen Pfeil mehr im Köcher.“

Gummersbach ohne Ex-ASVer Lukas Blohme

Es lief die zehnte Minute, als das Spiel bei Tusem Essen für den Gummersbacher Lukas Blohme bereits beendet war. Nach einer von den Schiedsrichtern als grob unsportlich eingeordneten Aktion mit dem Ball ins Gesicht eines Esseners sah der Rechtsaußen zunächst die Rote und dann die Blaue Karte und verließ fassungslos das Feld. Denn die zweite Karte bedeutete, dass Blohme im Topspiel des VfL Gummersbach gegen den ASV Hamm-Westfalen am Freitag nur noch eine Zuschauerrolle bleiben wird. Der 27-Jährige wurde für die Partie gegen seinen Ex-Verein, für den er von 2015 bis 2019 aufgelaufen ist, gesperrt. Während die Sperre für den früheren ASVer bitter ist, ändert sich in der Spielvorbereitung für ASV-Coach Michael Lerscht nicht viel. „Jeder Spieler beim VfL hat natürlich Bedeutung“, sagt der ASV-Coach, „Aber da gibt es ja noch Nachrücker. Und Mathis Häseler hat hat in Essen gezeigt, dass er da sicher in die Fußstapfen treten kann.“

Sein eigenes Team müsse als Kollektiv dagegenhalten, wenn es eine Aussicht auf Erfolg haben will. Das gelang der Mannschaft des ASV zuletzt sehr gut. Denn immerhin wurden sieben der vergangenen zehn Begegnungen in der Liga gewonnen. Und ein Erfolg in Gummersbach wäre im Kampf um den zweiten Aufstiegsrang ein wichtiges Zeichen in Richtung HSG Nordhorn-Lingen, die derzeit mit einem Drei-Punkte-Polster auf Hamm den zweiten Platz hält.

Dass sich die Gastgeber angesichts des beruhigenden Vorsprungs in der Tabelle eine Verschnaufpause gönnen könnten, ist kaum zu erwarten. Was auch Rückraumakteur Timm Schneider deutlich macht. „Am Ende ist für uns jetzt jedes Spiel ein Topspiel“, sagt der VfL-Kapitän. „Wenn wir das Spiel so angehen, wie zuletzt, kommen wir unserem Ziel immer näher.“

Die Dominanz der Gummersbacher auf der Platte beruhe letztlich darauf, dass sich das Team um den Shootingstar der vergangenen Europameisterschaft, Julian Köster, immer besser zusammengefunden habe, glaubt Lerscht. „Sie haben die gleichen Auslösehandlungen, mit denen man sich grundsätzlich in der Liga beschäftigt“, sagt Lerscht, der selbst auf den gleichen Kader zurückgreifen kann wie zuletzt beim 33:28-Erfolg in eigener Halle über den TuS Ferndorf. „Am Ende entscheiden sie ihre Spiele aber über eine individuelle Qualität, die andere Mannschaften so nicht haben.“

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