Handball

ASV-Partie in Wilhelmshaven unter besonderen Umständen

Jan Brosch Handball 2. Liga ASV Hamm-Westfalen
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Da, wo es wehtut: Für Jan Brosch und den ASV steht eine schwere Aufgabe in Wilhelmshaven an.

Der Saisonstart ist für Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen mit dem 25:24-Sieg gegen den TV Emsdetten gelungen. Beim starken, aber insolventen Aufsteiger Wilhelmshavener HV will das Team am Samstag (19.30/Nordfrost Arena) nachlegen.

Hamm – Viel Zeit zum Feiern haben sich die Spieler des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen nach dem knappen 25:24-Auftakterfolg im Westfalenderby gegen den TV Emsdetten nicht genommen. Ein Kaltgetränk in der Kabine, ein freier Sonntag. Danach stand ab Montag bereits die Vorbereitung auf das erste Auswärtsmatch der Mannschaft am Samstag beim Wilhelmshavener HV (19.30 Uhr/Nordfrost Arena) auf dem Trainingsplan. „Klar haben wir uns über den Sieg gefreut“, hat ASV-Trainer Michael Lerscht die ersten beiden Punkte mit seiner neuen Mannschaft schon ein wenig genossen, ehe er sich wieder dem Handball-Alltag gewidmet hat. „Das hat uns Auftrieb gegeben – aber dann bereitest du dich auch schnell wieder auf den nächsten Gegner vor. Das sind halt die wiederkehrenden Dinge, wenn eine Saison begonnen hat.“ Willkommen im Wettkampfmodus, ASV.

Trotz der Routine, der die Hammer nach der langen corona-bedingten Pause auch entgegengefiebert haben, gehört die Aufgabe in Wilhelmshaven nicht zu den alltäglichen. Der Aufsteiger, der bis zum vorzeitigen Saisonabbruch im April mit nur einer Niederlage durch die dritte Liga gegangen ist, wurde vor Serienstart als Team eingeschätzt, das die Qualität besitzt, um sich gleich wieder in der Spitzengruppe der 2. Liga festsetzen zu können. Mittlerweile hat der Verein durch die finanziellen Probleme und seine angemeldete Insolvenz (siehe Kasten) ganz andere Sorgen. Was die Einstimmung der eigenen Mannschaft auf die Partie nicht leichter macht. „Wir gehen davon aus, dass alles, was zum Auftakt für den WHV gegen Hüttenberg gespielt hat, auch gegen uns dabei sein wird – mit Ausnahme von Tim Rozman“, sagt Lerscht. „Das ist Grundlage unserer Vorbereitung.“

Näher sollten die Spieler die Begleiterscheinungen beim kommenden Gegner allerdings nicht an sich heranlassen – und schon gar nicht sollten sie Gefahr laufen, den Gastgeber zu unterschätzen. Denn der WHV bewies auch ohne Spielmacher Juan de la Peña, der als Neuzugang die Fäden bei den Nordlichtern ziehen sollte, dass er in der Liga wettbewerbsfähig ist. „Ich glaube nicht, dass der WHV nur einen Schlüsselspieler hat“, sagt Lerscht, der sich durch den 32:29-Erfolg der Wilhelmshavener in Hüttenberg bestätigt sieht. „Die Mannschaft verfügt über einige starke Leute und hat ja auch so in Hüttenberg gewonnen.

Viel Qualität im WHV-Kader

Die Routiniers Schwolow und Drechsler beweisen ihre Qualität seit Jahren, Kuno Schauer auf Rückraum rechts oder Jens Vortmann im Tor – all das sind Spieler, die die Vorgaben von Trainer Christian Köhrmann gut umsetzen. Dazu kommen die Außen Yannick-Marcos Pust und Vedran Delic, die beim TVH alleine 16 der insgesamt 32 Treffer des WHV erzielt haben. „Gerade die Außen haben eine gute Quote, kriegen gegen die Hüttenberger 3:2:1-Deckung aber auch viele Situationen, weil das Zentrum sehr massiv ist“, weiß Lerscht um die Qualität der Gastgeber. „Aber auch auf die beiden Deckungsvarianten, die der WHV hat, müssen wir uns einstellen, damit wir im Spiel den Switch gut hinbekommen, der sicher kommen wird.“

Im eigenen Lager ist die Situation unverändert. Merten Krings ist aufgrund seines gebrochenen Daumens weiter keine Option. Bei Marten Franke (Zerrung) und Marian Orlowski (Rücken) ist es noch nicht sicher, ob sie in den Kader zurückkehren werden. „Bei beiden müssen wir abwarten, wie der Körper auf die Belastung im Training reagiert“, sagt Lerscht. „Ob sie spielen können, ist völlig offen.“ Sören Südmeier hat die hohe Anstrengung nach seiner langen Verletzungspause dagegen gut verkraftet.

Allzu große Umstellungen wird es auch beim ersten Auftritt in fremder Halle unter dem neuen Trainer nicht geben. „Ich bin daran interessiert, die Jungs bei der Planung mit ins Boot zu nehmen, wie sie es gerne hätten“, versichert der Coach, dessen Zeitplan den Start am Mittag, die Ankunft spätestens zwei Stunden vor Spielbeginn und einen Spaziergang vor Ort vorsieht, ehe die normale Vorbereitungsroutine in der Halle beginnt – und nach Möglichkeit zwei Punkte und gute Stimmung für die Rückfahrt.

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