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ASV unterliegt in Hüttenberg - Fans feiern trotzdem

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Von: Günter Thomas

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In Hüttenberg unterlag der ASV - der Aufstieg war aber schon vorher sicher. Marian Orlowski war mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze.
In Hüttenberg unterlag der ASV - der Aufstieg war aber schon vorher sicher. Marian Orlowski war mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze. © Reiner Mroß

Am Ende hat die Kraft nicht mehr gereicht. Nach einer Woche Aufstiegsfeier blieb Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen zum Saisonabschluss beim TV Hüttenberg chancenlos und unterlag mit 25:32 (11:16). Den Fans war es egal, sie machten ihren Bereich der Tribüne zur Partymeile und feierten ihr Team für den gelungenen Erstliga-Aufstieg.

Hüttenberg – Als die vorerst letzte Zweitliga-Partie für den ASV Hamm-Westfalen beim TV Hüttenberg längst verloren war, platzte dem Hammer Trainer Michael Lerscht endgültig der Kragen. Gerade hatten sich seine Spieler auf der Platte das Motto, das die mitgereisten Hammer Fans auf ein Transparent geschrieben hatten, für seinen Geschmack ein wenig zu deutlich zu eigen gemacht. „Sektion Ballermann“ stand da zu lesen, und genau so, als wenn sie sich auf Mallorcas Feiermeile befinden würden, empfand Lerscht das lasche Spiel seines Teams in dieser Phase. „Ich werf mal, ich mach mal ich spiel mal in der Mitte was Besonderes“, wetterte der Coach, nachdem er genervt die Grüne Karte gelegt hatte und forderte für die letzten fünf Minuten: „ Bleibt im System, dann ist alles gut.“ Daran, dass der frisch gekürte Aufsteiger bei der 25:32 (11:16)-Niederlage im Sportzentrum Hüttenberg chancenlos geblieben war, änderte das aber nichts mehr.

Schon im Vorfeld hatte Lerscht beschlossen, auf angeschlagenen Markus Fuchs, Sören Südmeier und Alexander Reimann zu verzichten. Risiko wollte niemand mehr in diesem letzten Saisonspiel gehen. Für sie hatte der Coach Niklas Kölsch, Florian Schöße und Lars Kooij mit auf die rund 200 Kilometer lange Fahrt nach Hessen genommen.

Die im Fanbus mitgereisten Hammer machten von Beginn an ordentlich Alarm in der Halle – obwohl sie einen 2:0-Start der Gastgeber sahen. Doch mit zunehmender Zeit kam das ASV-Team, dessen Formation Lerscht munter rotieren ließ, besser in die Partie. Beim 6:5 (13.) lag der Aufsteiger durch einen Treffer von Spielmacher Dani Baijens erstmals vorne – beim 8:7 durch Rechtsaußen Jan Pretzewofsky (19.) zum letzten Mal.

Zu viele leichte Fehler in der Folge sorgten dafür, dass sich der gastgebende TVH Treffer um Treffer absetzte. Als dann ASV-Kreisläufer Benni Meschke beim Tor zum 13:10 durch Phillip Opitz auch noch zusätzlich eine Zweiminuten-Strafe kassierte, nutzte er Liga-Fünfte die folgenden 90 Sekunden, um sich bis zur Pausensirene auf 16:11 abzusetzen – und bescherte dem Tabellenzweiten eine Fünf-Tore-Hypothek für den zweiten Durchgang.

Nur 60 Sekunden später stand es bereits 18:11 – jetzt hieß es, auf der Platte Willenskraft beweisen. Was die Fans auf der Tribüne unbeeindruckt vom Spielstand vorlebten. Sie feierten ungeachtet des Spielstands einfach durch, einige hatten schon Mitte des zweiten Durchgangs aufgrund der großen Hitze in der Halle den Oberkörper blank gezogen – ihr Team kam zwar noch zweimal im Laufe der Partie auf vier Tore heran, am Ende ging ihnen aber im Gegensatz nach einer Woche Aufstiegsfeier im Gegensatz zu den mitgereisten Zuschauern die Luft endgültig aus.

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