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ASV Hamm-Westfalen stellt die Weichen auf der Torhüterposition

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Von: Günter Thomas

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Bleibt ein weiteres Jahr beim ASV: Jan Wesemann.
Bleibt ein weiteres Jahr beim ASV: Jan Wesemann. © Reiner Mroß

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hat die Weichen für die Zukunft auf der Torhüterposition gestellt und mit seiner Nummer drei, Jan Wesemann, um ein weiteres Jahr verlängert.

Hamm – Jan Wesemann macht einen zufriedenen Eindruck: Gerade hat der Torhüter des ASV Hamm-Westfalen einen Vertrag für eine weitere Saison beim Hammer Handball-Zweitligisten unterschrieben. Einen, der ihn für weitere zwölf Monate als nominelle Nummer drei des Bundesligateams hinter Felix Storbeck und Vladimir Bozic ausweist. Dass er damit vorerst Nummer eins der zweiten Mannschaft, die in der 3. Liga spielt, bleibt, weiß der Keeper, sieht darin aber eine Chance, sich für höhere Aufgaben anzubieten. „Das war ja vor einem Jahr das Ziel: Ich werde weiter mit der ersten Mannschaft trainieren, kann aber viel Spielpraxis in der zweiten sammeln. Da ist es wichtig, gute Leistungen zu zeigen, damit auch der Trainer der ersten das sieht. Und wenn ich da gebraucht werden sollte, bin ich da.“

Die Leistungen, die der 23-Jährige in der am Sonntag ablaufenden Saison in der 3. Liga gezeigt hat, waren sogar mehr als gut. Wesemann hat sich zu einem der besten Torhüter der 3. Liga gemausert, hat sich den Respekt der Konkurrenz erarbeitet – auch wenn es anders als in den obersten beiden Ligen keine offizielle Statistik für Torhüter-Paraden gibt. „Bei den Toren der Feldspieler gibt es das, bei den Torhütern leider nicht“, sagt er und gibt zu, dass ihn selbst dieser ligaweite Vergleich interessieren würde. „Das finde ich in der 1. und 2. Liga schon ganz spannend.“ Wie er sich selbst einschätzt? „Keine Ahnung, es gab Spiele, da habe ich super Leistungen gehabt. Aber es gab ja auch welche, wo ich nicht so gut war und Tim Faber oder Matthis Stecken in die Bresche gesprungen sind. Aber ich schätze, dass ich ungefähr auf eine Quote von um die 30 Prozent komme.“

Trainer Michael Lerscht: „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung

Für die ASV-Verantwortlichen gut genug, um den Münsteraner ein weiteres Jahr an den ASV zu binden. „Wir sind sehr zufrieden mit seiner Entwicklung“, sagt ASV-Coach Michael Lerscht. „Er hat eine tolle Drittligasaison gespielt und auch bei uns geholfen. Wir brauchen drei Torhüter auf hohem Niveau, um Bundesliga zu spielen. ‘Wese‘ hat das absolut verdient.“ Geschäftsführer Thomas Lammers sieht ebenfalls, dass die Saat, die vor der Saison mit der Verpflanzung Wesemanns vom zweiten Mann auf der Bank zur Nummer eins in der 3. Liga, aufgeht. „Wenn du als junger Spieler nur in der 2. Liga auf dem Spielbogen stehst, um schöne Hallen zu sehen, dann machst du was verkehrt“, sagt er. „Man merkt ihm an, wie gut ihm die Erfahrung in der zweiten Mannschaft tut.“

Mit den beiden Konkurrenten um die Position im Tor hat Wesemann, der nebenher an der Hammer Hochschule seinen Bachelor in Sport und Gesundheitstechnik baut, kein Problem – auch nicht, als ihm im Sommer Vladimir Bozic vor die Nase gesetzt wurde und er von der Nummer zwei zur drei wurde. „Mit Störte spiele ich jetzt schon, seit ich 2018 zum ASV aus Nettelstedt gekommen bin“, sagt er. „Und auch mit Vladi habe ich überhaupt keine Probleme. Mein sportliches Ziel bleibt es aber, mittelfristig wieder hoch zu kommen. Dafür versuche ich, mich über viel Spielpraxis anzubieten.“

In der 3. Liga fühlt er sich wohl, auch weil diese mittlerweile sehr professionell aufgestellt ist – vor allem, was die Möglichkeiten zur Spielvorbereitung betrifft. „Die ist für mich fast identisch mit der in der 2. Liga“, sagt Wesemann. „Die Spiele werden ja live bei Sportlounge übertragen, worauf wir Spieler kostenlos Zugriff haben. Da versuche ich eine Partie des Gegners anzugucken und in der Rückrunde noch unser Hinspiel – um die Wurfbilder der anderen zu studieren.“ Fehlt nur noch eine Torhüterstatistik zum Glück.

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