Handball

ASV Hamm-Westfalen: Nur noch nach vorne blicken

ASV Hamm-Westfalen Marian Orlowski
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Trifft mit dem ASV auf seinen Ex-Klub: Marian Orlowski.

Drei Spiele in Folge hat der ASV Hamm-Westfalen zuletzt in der 2. Handball-Bundesliga verloren. Gegen den TuS N-Lübbecke soll am Samstag (19.15 Uhr/Westpress Arena) die Trendwende geschafft werden.

Hamm – Der aktuelle Tagesablauf von Marian Orlowski ist relativ übersichtlich. „Training, Uni – das ist es gerade“, sagt der Rückraumlinke des ASV Hamm-Westfalen. Und zwischendurch Meisterschaftsspiele in der 2. Handball-Bundesliga absolvieren. Das nächste am Samstag, wenn Orlowski mit dem ASV auf seinen Ex-Klub TuS N-Lübbecke trifft (19.15 Uhr/Westpress Arena). Keine ganz leichte Aufgabe – nicht nur, weil die Hammer zuletzt mit einem Negativlauf von 2:8 Punkten und drei verlorenen Spielen in Serie nicht unbedingt an ihre Bestform herankamen. „Auf jeden Fall erwartet uns ein sehr hartes Spiel, weil die Punkte für beide Mannschaften unglaublich wichtig sind“, ist sich Orlowski sicher. „Das wird eine Schlacht, in der beide Seiten körperlich ungefähr auf gleichem Stand sind.“

Wenn einer das beurteilen kann, dann Orlowski. Denn der 27-Jährige stand in den vergangenen beiden Spielzeiten im Kader der Nettelstedter, ehe es ihn zum ASV zurückzog, für den er bereits von 2012 bis 2016 in der 2. Liga aktiv war. „Der TuS hat zwar schon sehr viele Neue im Kader“, sagt Orlowski. „Aber einen Spieler, der herausragen würde, den es auszuschalten gilt, um zu gewinnen, sehe ich da nicht. Die Mannschaft ist eigentlich sehr ausgeglichen besetzt. Aber auf den Außen sind sie unglaublich gut. Da müssen wir schnell im Rückzug sein.“

Wie eigentlich in jedem Jahr ist der TuS ein heißer Kandidat für die Rückkehr ins Handball-Oberhaus. „Das haben sie zwar nicht offen kommuniziert, es ist aber in Nettelstedt eigentlich immer so, dass sie wieder hoch wollen“, ist sich Orlowski sicher, der aus seiner Zeit beim TuS noch engen Kontakt zu Dominik Ebner (Rückraum rechts) und Rechtsaußen Peter Strosack pflegt, im Vorfeld der Partie am Samstag den Informationsfluss aber eingeschränkt hat.

In der coronabedingt schrägen Tabelle liegen die Gäste derzeit mit 14:6 Punkten auf Rang drei, und damit fünf Plätze vor dem ASV (10:8). Doch selbst eine Niederlage gegen den TuS wäre für Orlowski kein Grund, über die sportliche Situation seiner Mannschaft ins Grübeln zu geraten. „Bis zum Saisonende ist es noch so lange hin“, sagt er. „Wir wissen nicht mal, ob die Serie zuende gespielt wird. Daher mache ich mir darüber gar keinen Kopf.“

„Das haben wir uns anders vorgestellt“

Die vergangenen Auftritte der Mannschaft sind dem Rückraumakteur ein Rätsel. „Das haben wir uns anders vorgestellt und entsprechend unzufrieden sind wir, klar“, sagt der gebürtige Lüdenscheider. „Aber es bringt ja nichts, sich damit noch lange zu beschäftigen. Wir müssen jetzt nach vorne gucken, müssen schnellstmöglich wieder ein anderes Gesicht zeigen. Auch wenn jeder Schritt in der jetzigen Situation schwerer fällt, die anfängliche Lockerheit und Unbeschwertheit unterbrochen sind. Aber wir haben immer noch ein Top-Mannschaftsklima. Da mache ich mir keine Sorgen, dass das aufhört. Wir müssen da jetzt gemeinsam wieder raus.“

Gerade das gute Verhältnis untereinander sieht Orlowski langfristig als großes Plus des Teams, um aus der aktuell schwierigen Lage wieder herauszukommen. „So eine Stimmung habe ich in der Form noch nicht erlebt“, sagt er und widerspricht der Theorie, dass es eventuell zu harmonisch im Kader zugehen könne. „Das ist Quatsch. Die Jungs sind alle cool. Du hast das Gefühl, als würdest du mit 15 Freunden zusammen Handball spielen.“

Die Tatsache, dass es trotzdem derzeit nicht läuft, auf das durchgehende Verletzungspech zu schieben, wäre dem Rechtshänder aber zu einfach. Auch die Vorbereitung auf den TuS N-Lübbecke wird sein Trainer Michael Lerscht wieder ohne Mittelmann Sören Südmeier machen müssen, der aufgrund von Knieproblemen in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Und ob Fabian Huesmann, der wie Südmeier in Dormagen fehlte, am Samstag seine muskulären Probleme auskuriert hat, ist ebenfalls noch offen.

Entsprechend ist Merten Krings erneut der einzige etatmäßige Spieler für die Position auf Rückraum Mitte. Und Orlowski steht vermutlich wieder parat, wenn Krings nach seiner langen Verletzungspause Verschnaufpausen braucht. „Ich denke schon, dass ich da gefragt sein werde, denn Merten kann das nicht alleine stemmen“, verrät der Rückraumlinke. „Sonst haben wir aber auch noch Markus Fuchs, Gerrit Genz oder Jan von Boenigk, die das auch machen können.“

Wichtiger als das „Wer“ ist ohnehin das „Wie“ des Auftretens. Und da sieht Orlowski im Vergleich zu den vergangenen Spielen deutlichen Verbesserungsbedarf. „Wir haben zuletzt durch zu viele technische Fehler verloren, und defensiv hat die richtige Konsequenz gefehlt.“ Was zu allem zu Problemen aus dem gebundenen Angriff heraus geführt hat. Woran es liegt? „Das ales aufzuzählen, würde zu lange dauern“, sagt Orlowski. „Es fehlt an Spielfluss und der nötigen Spielfreude, um die Probleme mal anzuschneiden.“

Probleme, an denen das Team während der Übungseinheiten regelmäßig mit dem Trainer arbeitet. Aber wie kann der im Spiel helfen? „Er legt uns die Werkzeuge an die Hand, gibt die Spielzüge an. die wir auf der Platte umsetzen sollen“, sagt der ASV-Rückkehrer, der sich sicher ist, dass es dieses Mal wieder die richtigen sind. „Ich glaube fest daran, dass wir es dieses Mal schaffen werden und die Punkte behalten.“

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