Handball

ASV Hamm-Westfalen nach Pleite in Dresden auf Fehlersuche 

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Selbstkritisch: ASV-Akteur Stefan Lex ärgert sich über die Niederlage in Dresden.

Die 28:31-Niederlage beim HC Elbflorenz in Dresden war für Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen ein Rückschlag im Kampf um den Aufstieg. Jetzt gilt es, den Fokus auf das Wesentliche zu legen.

Hamm – Es waren nicht die besten Vorzeichen, unter denen die Partie des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen beim HC Elbflorenz gestanden hatte.

Die Schulterverletzung von Jakob Schabe, die den Kapitän lange ausfallen lässt. Die deutliche 27:38-Niederlage gegen Erstligist GWD Minden bei der Generalprobe am vergangenen Mittwoch. Die sofortige Vertragsauflösung des Rückraumlinken Ivar Stavast. Und die Ankündigung, dass die auslaufenden Kontrakte von Stefan Lex (Rückraum rechts) und Oliver Milde (Rückraum links) nicht über die Saison hinaus verlängert werden.

Wie würden sich diese äußeren Einflüsse auf die Mannschaft auswirken? „Gar nicht“, war sich ASV-Geschäftsführer Franz Dressel noch vor Wiederbeginn der Meisterrunde in Dresden sicher. „Diese Dinge werden keine Auswirkungen auf das Spiel der Mannschaft haben. Denn das sind normale Vorgänge im Profisport.“

Das Bild, welches das Team auf der Platte in der ausverkauften Ballsport Arena beim HC Elbflorenz abgab, ließ zumindest Raum für Zweifel. Ein erster Durchgang, in dem sich die Mannschaft pomadig und fahrig wie lange nicht mehr präsentierte, ließ den Tabellenzweiten mit einer heftigen 13:19-Hypothek in die zweite Halbzeit gehen.

Keeper Krechel zieht Parallele 

„Das war ein Spiel, wie wir es in der vergangenen Saison auswärts oftmals hatten“, stellte Torhüter Oliver Krechel zerknirscht fest, der mit zahlreichen Paraden nach der Pause den Grundstein dafür legte, dass sein Team zumindest noch einmal eine reale Chance bekam, um das Spiel zu drehen. „Wir hatten viel zu viele technische Fehler. Und in der Schlussphase fehlte uns die nötige Cleverness, es zu drehen.“

Eine 30-minütige Ratlosigkeit im eigenen Angriff, dazu eine ungewohnt passive Abwehrarbeit vor der Pause und eine lautstarke Kulisse in der mit 2585 Zuschauern ausverkauften Dresdner Arena, ließen zumindest den Eindruck zu, als seien nicht alle Akteure zu 100 Prozent bei der Sache. „Diese Dinge tragen sicherlich nicht dazu bei, dass wir die nötige Ruhe in der Mannschaft haben, das merkt man dem einen oder anderen Spieler auch an“, räumte Kay Rothenpieler ein.

„Ich möchte das aber nicht als Ausrede nehmen. Viel mehr hoffe ich, dass wir jetzt schnell wieder den Fokus auf das Wesentliche legen können. Wir müssen noch enger zusammenrücken. Denn wir wissen, dass wir es nur miteinander schaffen können, den Aufstieg zu erreichen.“

Scheidender Lex räumt eigene Fehler ein

Stefan Lex mochte sich zu den äußeren Einflüssen nicht äußern, zeigte sich von der sportlichen Vorstellung seines Teams aber enttäuscht. „Wir waren vorne zu unachtsam, verwerfen in der ersten Halbzeit fünf, sechs freie Bälle, die wir eigentlich ordentlich herausgespielt haben“, sagte der Rückraumrechte. „In der zweiten Halbzeit haben wir einen sehr, sehr ordentlichen Handball gespielt, nimmt man die letzten zehn Minuten raus. Dann machen wir in der zweiten Welle, ein, zwei technische Fehler, die wir sonst vielleicht nicht machen – ich auch. Und das sind dann in der Crunchtime zu viele Fehler, die uns den Sieg kosten.“

Dennoch war es gerade die Vorstellung im zweiten Durchgang, der den Gästen Hoffnung für die kommenden Aufgaben geben wird. „Ich denke, da haben wir ein bisschen geduldiger in der Abwehr gestanden, sind nicht gleich rausgelaufen, sind kompakter geblieben“, sagte Lex. „Leider haben uns am Ende ein bisschen Konzentration und Kraft gefehlt.“

Dass gerade nach einer längeren Pause ein Fehlstart auch beim Tabellen-15. möglich ist, weiß der Trainer. „Wir kommen aus der Vorbereitung, können noch nicht von spielerischem Topniveau sprechen“, sagte Rothenpieler. „Das ist normal. Aber wir haben Punkte gelassen. Daher ist es jetzt wichtig, den Blick nach vorne zu richten. Wir sind immer dann gut, wenn wir als Einheit auftreten, wenn wir kompakt sind. Wenn wir anfangen, uns anzumeckern oder der eine oder andere unzufrieden ist, wird das nichts.“ Daher gelte es nun, „positiv zu bleiben, das habe ich den Jungs gesagt. Wir müssen an den Defiziten arbeiten. Die Rückserie wird noch einmal richtig heiß. Da müssen wir die Spiele noch entschlossener angehen.“

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