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ASV Hamm-Westfalen: Mit Rückenwind gegen Rimpar

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Von: Günter Thomas

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Herr der Lage: Spielmacher Dani Baijens trifft mit dem ASV Hamm-Westalen auf die DJK Rimpar.
Herr der Lage: Spielmacher Dani Baijens trifft mit dem ASV Hamm-Westalen auf die DJK Rimpar. © Reiner Mroß

Als Tabellenfünfter empfängt Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen am Samstag den Liga-15. DJK Rimpar Wölfe (19.15 Uhr/Westpress Arena). Ein Spiel, das die Hammer als Favorit bestreiten, das aber weit davon entfernt ist, ein Selbstläufer zu sein.

Hamm – Mit den zwei am Ende erzitterten Punkten im Gepäck hatte der Tross des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen am Mittwoch eine sehr entspannte Rückfahrt. Kraft gelassen haben die Spieler allerdings schon. „Natürlich zehren diese englischen Wochen“, sagt ASV-Coach Michael Lerscht. „Aber mit der letzten Parade von unserem Torhüter Vladi Bozic ist die Stimmung eine ganz andere gewesen – denn wenn der letzte Ball von Rostock reingeht, haben wir definitiv einen Punkt verschenkt.“

Ging er nicht. Die Anzeigentafel in der Rostocker Ospa Arena bestätigte den knappen 29:28-Erfolg der Hammer beim Tabellennachbarn, und der wiederum sollte die entsprechenden Kräfte freisetzen, um auch die nächste Aufgabe am Samstag gegen die DJK Rimpar erfolgreich zu absolvieren. Eine Niederlage gegen den Liga-15. ist im ASV-Lager nicht eingeplant. „Wir wollen nachlegen, absolut“, lässt ASV-Geschäftsführer keinen Zweifel an der Favoritenrolle seines Teams gegen die Wölfe aufkommen. „Aber auch solche Spiele müssen erst einmal gewonnen werden. Zumal Rimpar gezeigt hat, dass es auswärts punkten kann.“

Um die Kraftreserven wieder zu füllen, hat die Mannschaft nach dem Rostock-Trip nur leicht trainiert: „Wir haben am Donnerstag eine kurze Nachbesprechung gemacht, Teil eins der Vorbesprechung für Rimpar, und haben dosiert trainiert“, sagt Lerscht, der am Freitag Teil zwei der Vorbesprechung folgen ließ. „Grundsätzlich also die klassische Vorbereitung. Wichtig ist, dass alle wissen: Wir haben ein Heimspiel, und jedes Heimspiel muss ein besonderes sein. Die Jungs müssen Bock haben, in die Arena zu kommen und zu spielen. Der emotionale Part ist sehr wichtig.“

Aspekt der Belastungssteuerung

Ohnehin stand schon in der Partie beim starken Aufsteiger in Rostock der Aspekt der Belastungssteuerung beim Trainer im Vordergrund. Denn mit den beiden Außen Jan Pretzewofsky und vor allem Alexander Reimann, der bisher nur wenig zum Einsatz gekommen war, sowie Rückraum Jan von Boenigk und Torhüter Bozic standen im Vergleich zum vorherigen Spiel gegen den VfL Gummersbach gleich vier neue Spieler in der Startaufstellung. Dass alle vier zu tragenden Säulen des Erfolgs wurden, bestätigte Lerscht nur in seiner Auffassung, alle Akteure bedenkenlos einsetzen zu können. „Es hilft uns, dass wir auf jeder Position Kräfte verteilen können“, sagt der Coach, den besonders der starke Auftritt von Reimann freute, der fünf Treffer zu Sieg beisteuerte. „Schön, dass gerade Conny (Anm. d. Red: Reimann) so gut performt hat. Das ist nicht selbstverständlich, weil er ja nicht so im Spielrhythmus war. Und zwischen Pretze und Tim Wieling habe ich ja in jedem Spiel die Qual der Wahl. Pretze hat es in Rostock auch gut gespielt, nur wollte ich nach dem Wechsel, dass Tim Kontakt zum Spiel hat, weil er die Siebenmeter werfen sollte.“

Rimpar kommt mit der Empfehlung von bisher drei Auswärtssiegen nach Hamm – zuletzt gelang ein 29:25 in Großwallstadt. „Patrick Schmidt und Steffen Kaufmann zeigen seit Jahren ihre Klasse, auf ihre individuellen Stärken müssen wir uns einstellen“, zeigt Lerscht Respekt. „Zudem spielt Rimpar immer eine unangenehme Deckung, versucht offensiv zu verteidigen. Da gibt es schon Schnittmengen zu Rostock, auch wenn die Spielertypen andere sind.“ Zum DJK-Gerüst gehören zudem Mittelmann Yonatan Dayan und Torhüter Marino Mallwitz, der mit 13 Paraden in Großwallstadt ein sicherer Rückhalt war „und immer zu einem Faktor“ werden kann, so Lerscht, der selbst den selben Kader aufbieten kann, wie zuletzt in Rostock. Matej Mikita befindet sich zwar wieder im Individualtraining, ein Einsatz käme aber zu früh.“

ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers:  „Nur eine Frage der Zeit, wann wir 2G+ umsetzen müssen“

Thomas Lammers nahm die aktuelle Situation mit Galgenhumor: „Wir haben steigende Zahlen in allen Bereichen“, meldete der Geschäftsführer des ASV Hamm-Westfalen. „Sowohl, was unsere Zuschauerresonanz betrifft, als auch bei den Corona-Infektionen. Ich hoffe aber, dass nicht allzu viele Leute wegbleiben, weil sie durch die momentane Entwicklung abgeschreckt sind.“

Der ASV hatte bereits vor dem Beschluss der Regierung „pro aktiv beschlossen, dass wir in der Halle die 2G-Regel anwenden werden. Die Resonanz war positiv, auch wenn es immer wieder vereinzelt Leute gibt, die Probleme damit haben“, so Lammers weiter.

Nachdem in den ersten Saisonspielen des ASV die Resonanz noch verhalten war und die Zuschauer nur langsam den Weg zurück in die Arena gefunden haben, zeigt die Tendenz in den Vorverkaufszahlen aktuell deutlich nach oben. „So voll wie gegen den VfL Gummersbach, als wir 1790 Menschen in der Halle hatten, wird es gegen Rimpar wohl nicht“, sagt Lammers. „Aber die Zahlen haben deutlich angezogen.“

Eine Tendenz, die sich auch für das nächste Heimspiel am kommenden Freitag gegen den Überraschungs-Zweiten der Liga, VfL Eintracht Hagen, und den Pokalkracher gegen den SC Magdeburg am 14. Dezember abzeichnet. „Ich hoffe, dass es gegen Hagen ein richtiges Spitzenspiel wird, da liegen wir schon relativ gut in den Vorverkaufszahlen. Und die Vorfreude auf Magdeburg ist riesig“, sagt Lammers, der daher um so mehr hofft, dass Corona dem Sport nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht. „Eine Rückabwicklung des Ticketverkaufs für dieses Spiel würde dafür sorgen, dass die Partie den Event-Charakter verliert. Das würde richtig weh tun, wenn wir die über 2000 Tickets, die da jetzt schon weg sind, zurückgeben müssten.“

Der Glaube daran, dass Sportveranstaltungen auch bei steigenden Zahlen dieses Mal von einem Zuschauer-Ausschluss verschont bleiben, ist weiter ungebrochen. „Aber für mich ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir 2G+ umsetzen müssen“, ist sich Lammers sicher, dass den Fans für den Besuch der Spiele weitere Einschränkungen drohen. Besser als die leeren Hallen, die den Profi-Handball in der vergangenen Saison begleitet haben, ist diese Regel allemal. „Natürlich hat man das noch im Hinterkopf“, sagt Lammers. „Dass die Politik reagieren muss, steht außer Frage. Ich hoffe nur, dass es nicht so kommt und die Politik gewissenhaft hinguckt, wo Infektionen passieren. Spiele ohne Zuschauer wären für uns wirtschaftlich eine Katastrophe.“

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