Hanball

ASV Hamm-Westfalen: Letzte Ausfahrt Fürstenfeldbruck

ASV Hamm Westfalen - EHV Aue 27:27
+
Jan von Boenigk

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung - im Fall Handball-Zweitligist bedeutet das am Samstag: Abfahrt zum letzten Saisonspiel nach Oberbayern. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht am Abend auf Absteiger TuS Fürstenfeldbruck.

Hamm - Kontrastprogramm zum Saisonabschluss: Nachdem die Spieler des ASV Hamm-Westfalen noch am Dienstag im Hamburger Pracht-Palast Barclaycard Arena als schmückendes Beiwerk zur Aufstiegsparty des HSV Hamburg gedient hatten, wird der Abschied in die Sommerpause beim Absteiger TuS Fürstenfeldbruck (Samstag/18 Uhr) ein paar Nummern kleiner ausfallen. 13 000 Zuschauern bietet die moderne Hamburger Multifunktions-Arena in coronafreien Zeiten Platz, 700 sind es in der ein wenig angegrauten Wittelsbacher Halle. 2141 waren in Hamburg zur 28:32-Niederlage gekommen, knapp 200 werden in der oberbayerischen Kreisstadt zugelassen sein. Doch auch die wollen ihrer Mannschaft noch einen würdigen Abschied aus der Liga bereiten – und die Gäste das auf der anderen Seite, zumindest, was den sportlichen Teil betrifft, verhindern. „Ich glaube, das wird noch mal ein heißes Spiel werden“, sagt ASV-Coach Michael Lerscht und lobt den Aufsteiger, der nur mit Außenseiterchancen auf den Klassenerhalt in die Saison gegangen war. „Fürstenfeldbruck hat eine gute Saison gespielt, weil es in vielen Spielen sehr nah dran war, an einem oder zwei Punkten. Die werden sich mit heißem Herz von Publikum und Liga verabschieden wollen. Daher müssen wir gewappnet sein.“

Rund neun Stunden Anfahrt

Letzte Ausfahrt Fürstenfeldbruck: Rund neun Stunden haben die Hammer allein für die Anfahrt in die Stadt westlich von München anberaumt und noch einmal fast genau so viele für den Rückweg. Entsprechend wollen sich die Spieler in ihren letzten 60 Minuten des Jahres motiviert und erfolgshungrig präsentieren, um die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden.

Besonders ungewohnt wird vor allem die Spielweise der Gastgeber sein, die in der Abwehr eine sehr offensive Variante bevorzugen, um den Aufbau des Gegners möglichst früh zu unterbrechen. „Das ist eine Art 3:3-Verteidigung, vielleicht auch mal eine 3:2:1. Gut gespielt“, sagt Lerscht. „Da müssen wir uns auf viele Kleingruppenduelle einstellen und werden eine gute Zweikampfführung brauchen.“

Das schwierige an dieser Abwehrformation ist aus Sicht des Hammer Trainers die Tatsache, dass neben Fürstenfeldbruck nur der TV Hüttenberg ein ähnliches System in der 2. Liga bevorzugt. „Das findet in der Vorbereitung daher so gut wie gar nicht statt“, warnt Lerscht. „Deshalb sind schon einige Mannschaften in der Saison dort gescheitert, was für uns Warnung genug sein sollte.“

Personell keine Veränderung

Ob die Hammer jetzt in der Abschlusstabelle Rang zehn oder neun belegen werden, ist eine Frage, die die Spieler kaum noch erreichen wird. „Wir brauchen es nicht schön zu reden, dass dieser Tag für alle schwierig wird“, weiß der Trainer. „Gerade mit dem letzten emotionalen Heimspiel gegen Schwartau und der Partie in Hamburg im Hinterkopf, wird es schwierig, noch einmal hoch zu fahren. Nach der langen Saison lechzen die Jungs nach Urlaub.“

Personell wird es im Kader keine Veränderungen zum Hamburg-Spiel geben. Die verletzten Marian Orlowski, Sören Südmeier und Jan Pretzewofsky werden auf der Platte nicht helfen können. Der Trainer stellt es ihnen wie schon während der ganzen Corona-Saison frei, ob sie die Auswärtsfahrt mit antreten wollen. Kreisläufer Alexander Engelhardt wird dagegen nach überwundener Verletzung wie in Hamburg dabei sein. „Er wird seine Minuten bekommen, soll etwas Wettkampfluft schnuppern“, sagt Lerscht. „Aber sicher nicht für das Gros der 60 Minuten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare