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ASV: Kaltstart bei den Eulen Ludwigshafen

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Von: Günter Thomas

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Ist beim Spiel in Ludwigshafen als Denker und Lenker gefragt: ASV-Mittelmann Dani Baijens.
Ist beim Spiel in Ludwigshafen als Denker und Lenker gefragt: ASV-Mittelmann Dani Baijens. © Reiner Mroß

So gut wie keine Vorbereitung, überstandene Corona-Infektionen und ein Neuzugang - für Handball-Zweitligist gerät das wichtige Nachholspiel bei den Eulen Ludwigshafen am Mittwoch zum Kaltstart.

Hamm – Sechseinhalb Wochen sind seit dem bisher letzten Meisterschaftsspiel des ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga vergangen. Am 17. Januar lud Trainer Michael Lerscht seine Spieler zur Vorbereitung auf die restlichen Meisterschaftsspiele wieder in die Halle. Doch wenn sie am Mittwoch zum Nachholspiel bei den Eulen Ludwigshafen auf der Platte stehen (19 Uhr/Friedrich-Ebert-Halle), dann werden sie alles andere als auf den Punkt genau fit sein.

13 Spieler plus Trainer hatten sich im Laufe der Vorbereitung, die zwischenzeitlich gar komplett unterbrochen werden musste, mit Covid-19 infiziert, die letzten von ihnen kamen erst gegen Mitte der vergangenen Woche wieder zurück ins Training. Die beiden geplanten Testbegegnungen gegen Ligakonkurrent TuS Ferndorf und Erstligist HSG Wetzlar mussten sogar abgesagt werden.

„Die Vorbereitung auf die Fortführung einer Saison sieht normalwerweise anders aus“, sagt ASV-Coach Michael Lerscht. „Wir haben seit sechseinhalb Wochen kein Spiel gehabt und nur eingeschränkt traininert. Es ist nebulös, was wir zu leisten imstande sein werden. Als Favorit werden wir jetzt aber bestimmt nicht in diese Begegnung gehen.“

Wichtige Trainingseinheiten fehlen nach Corona-Infektionen

Die Spieler haben zwar alle mit verhältnismäßig milden Symptomen zu kämpfen gehabt, doch durch die Quarantänezeiten fehlen die wichtigen Einheiten, in denen sie die nötigen Körner für die anspruchsvolle Rückrunde hätten sammeln sollen. Daher will der Trainer seinem Team den Druck nehmen, wenn er sagt: „Im Grunde kann die Mannschaft befreit aufspielen, denn sie hat nichts zu verlieren. Was nichts damit zu tun hat, dass wir nicht gewillt sind, etwas mitzunehmen.“

Zu Beginn der vergangenen Woche starteten die ersten Spieler des Kaders unter der Leitung der Co-Trainer Christof Reichenberger und Jens Gawer wieder mit den ersten lockeren Einheiten, der Rest folgte nach und nach. „Ich finde, dass die Jungs das Beste aus der Situation gemacht haben“, lobt Lerscht, dessen Aufgabe es in Friesenheim sein wird, „für eine optimale Belastungssteuerung zu sorgen“.

Neuzugang Benjamin Meschke ein wichtiger Faktor

Dabei könnte vor allem der gerade frisch verpflichtete Benjamin Meschke zu einem wichtigen Mosaikstein werden. Denn der 31-Jährige kann seinen Teamkollegen möglicherweise entscheidende Entlastung bescheren, spielte er doch bis Ende Dezember noch beim TVB Stuttgart in der ersten Liga und konnte sich auch komplett ohne Einschränkungen auf seine neue Aufgabe im Hammer Osten vorbereiten. Seit Freitag trainiert der Kreisläufer mit der Mannschaft. „Wir haben uns ja nicht ohne Grund um ihn bemüht“, sagt Lerscht. „Er kennt viele der Jungs schon lange, auch über das Handballfeld hinaus. Wir dürfen da jetzt sicher keine Wunderdinge von ihm erwarten. Aber er ist hier angetreten, um eine Rolle auszufüllen – und es ist zu sehen, dass er da Bock drauf hat.“

Wobei sich der gute Trainingseindruck noch im Wettkampf bestätigen muss. „Dinge durchsprechen ist das eine – Bundesliga spielen unter Adrenalin, mit den Nebenleuten richtig zu funktionieren, das andere“, so der Coach.

Unabhängig vom Fitnessstand darf sich die Mannschaft in den kommenden Wochen nicht viele Punktverluste leisten, wenn sie nicht frühzeitig aus dem Kampf um die Aufstiegsränge ausscheiden will. Gerade mit einem Sieg beim Erstliga-Absteiger aus Friesenheim ließe sich ein Konkurrent auf Abstand halten – und die eigene glänzende Ausgangsposition im Aufstiegsrennen festigen. Denn mit 23:11 Punkten liegen die Hammer derzeit zwar nur an Position fünf in der Liga – nach Minuszählern stehen sie aber auf dem zweiten Tabellenrang – nur der VfL Gummersbach ist mit 30:8 Zählern aussichtsreicher im Rennen.

Doch Lerscht relativiert: „Ich freue mich enorm, dass wir bisher nur elf Punkte abgegeben haben“, sagt er. „Aber ich sehe auch die Ist-Situation – dass viele Jungs lange nicht trainiert haben und noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind.“

Zumindest hofft er, dass alle Spieler des Kaders an Bord sein werden, wenn der Bus am Mittwochmorgen in Richtung Rheinland-Pfalz rollen wird. „Wir werden jeden gebrauchen“, weiß er. „Das Spiel wird physisch anstrengend, gegen und mit dem Ball. Aber wir werden versuchen, das als Mannschaft zu lösen.“

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