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ASV: Jubel in letzter Sekunde beim Aufsteiger

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Von: Günter Thomas

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Machte ein starkes Spiel: Linksaußen Alexander Reimann.
Machte ein starkes Spiel: Linksaußen Alexander Reimann. © Heger

54 Minuten lang sah Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen im Spiel beim Aufsteiger HC Empor Rostock wie der sichere Sieger aus - am Ende kamen die Gäste vor 716 Zuschauern mächtig ins Schwitzen. Erst eine Parade von Vladimir Bozic gegen HCE-Akteur Robin Breitenfeld ließ die Gäste über einen knappen 29:28 (13:0)-Sieg jubeln.

Bereits am Dienstag war die ASV-Delegation in Richtung Rostock aufgebrochen, hatte aber zunächst zur Übernachtung in Plau am See Station gemacht. Um 17 Uhr am Spieltag trudelten die Hammer dann in der Ospa-Arena ein. Nicht mit dabei: Der weiterhin verletzte Matej Mikita und die zuletzt gegen Gummersbach im Kader stehenden Noah Moussa und Florian Schöße.

Dass der HC Empor das Spiel gegen den ASV in der deutlich kleineren seiner beiden Heimspielstätten austragen musste, wollte der Hammer Trainer im Vorfeld der Partie weder als Vor- noch als Nachteil für sein Team werten. „Grundsätzlich ist es natürlich schön, wenn möglichst viele Leute da sind, eine kleine Halle hat aber auch ihren Reiz“, war Lerscht zwiegespalten.

Doch mit der Art und Weise ihres Auftretens hätten die Hammer zu Beginn beide Hallen ruhig bekommen. Abgeklärt, sicher im Kombinationsspiel, aufmerksam in der Deckung und mit viel Tempo im Gegenstoßspiel und der zweiten Welle sorgte der Tabellensechste dafür, dass der Siebte aus Rostock nicht in den Flow kam, mit dem der Aufsteiger zuvor bereits die Favoriten aus Nordhorn, Coburg und Gummersbach bezwungen hatte.

Zwar nutzte Marc Pechstein schon nach wenigen Sekunden den ersten Siebenmeter für sein Team zum 1:0. Das sollte allerdings neben dm zwischenzeitlichen 5:4 (11.) die einzige Führung der Hausherren bis zur Pause bleiben. Und ausgerechnet die beiden Außenspieler Alexander Reimann und Jan Pretzewofsky, die zuletzt gegen Gummersbach gar nicht zum Einsatz gekommen waren, sorgten zu Beginn für die Akzente. Zweimal Reimann, einmal Pretzewofsky – und der ASV lag nach fünf Minuten mit 3:1 in Führung.

Auch in der Folge machte es der Gast gut gegen die offensive 4:2-Deckung der Rostocker. Zwar gelangen dem HC Empor noch einmal binnen zwei Minuten drei Treffer in Folge zum 5:4 – doch ein Gegenstoß über Jan Brosch, ein gehaltener Siebenmeter von Vladimir Bozovic gegen Pechstein und erneut Pretzewofsky von Außen ließen Hamm wieder mit zwei Treffern in Front gehen (15.).

Als HCE-Trainer Till Wiechers drei Minuten später zur Grünen Karte griff und danach den Torhüter zu Gunsten eines siebten Feldspielers vom Feld nahm, nutzten die Gäste die Gunst der Stunde: Gleich dreimal luchsten sie den Rostockern in nur etwas mehr als einer Minute den Ball in der Deckung ab und trafen anschließend durch Pretzewofsky, Spielmacher Dani Baijens und Reimann zum 7:12-Zwischenstand ins leere Tor.

Wiechers beorderte seinen zuvor stark aufspielenden Torhüter Leon Mehler zurück zwischen die Pfosten. Eine weise Entscheidung für Rostock, das sich danach stabilisierte und den Rückstand bis zur Pause wieder auf drei Tore verkürzte (10:13).

Guter Start in Halbzeit zwei

Doch die Hoffnung, nach der Pause wieder näher an die Gäste heranzukommen, erfüllte sich für den HC Empor nicht. Hamm blieb auch in Halbzeit zwei sehr konzentriert, agierte zielstrebig und legte durch Marian Orlowski gleich zum 10:14 nach (31.). Jan von Boenigk und Alex Reimann schraubten den Vorsprung kurz darauf auf fünf Tore (34.) – und den verwaltete der Gast bis zur 45. Minute (17:22), als Wiechers erneut zum Mittel der Auszeit griff.

Zehn Minuten vor dem Ende war die Partie aber noch nicht durch – der Vorsprung für Hamm schrumpfte drei Treffern – und als Orlowski nach einer Abwehraktion gegen Philipp Asmussen seine dritte Zeitstrafe kassierte und damit Rot sah (51.), wurde es brenzlig. Bozic hielt zwar Siebenmeter plus Nachwurf von Pechstein, der Zahn gezogen war Rostock damit aber noch nicht.

Fünf Minuten vor dem Ende stand es nur noch 24:26 - jetzt hieß es Nerven bewahren. Zumal jetzt Robert Wetzel das Tor vernagelte und Rostock im Angriff viel zu schnell zum Abschluss kam.

Zwei Minuten vor dem Ende war es soweit. Robin Breitenfeld glich per Siebenmeter aus. Hamm nahm 1:12 vor der Schlusssirene noch einmal eine Auszeit. Jan von Boenigk brachte Hamm auch 35 Sekunden vor dem Ende noch einmal in Front (28:29). Doch Rostock hatte noch eine letzte Gelegenheit - die Vladimir Bozic gegen Robin Breitenfeld vereitelte.

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