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ASV Hamm-Westfalen in Dormagen auf dem Prüfstand

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Von: Günter Thomas

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In Dormagen erneut geprüft: Fabian Huesmann und der ASV Hamm-Westfalen.
In Dormagen erneut geprüft: Fabian Huesmann und der ASV Hamm-Westfalen. © Reiner Mroß

Nur drei Tage nach der bitteren 25:26-Niederlage bei den Eulen Ludwigshafen muss Handball-Bundesligist ASV Hamm-Westfalen erneut auswärts antreten. Gegner am Samstag: TSV Bayer Dormagen (19.30 Uhr/Bayer Sportcenter).

Hamm – Noch lange nach Spielschluss in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle saß Fabian Huesmann als einziger Spieler des ASV Hamm-Westfalen auf dem Hallenboden und absolvierte sein Dehnprogramm. Ein paar Minuten, die er nutzte, um alleine die gerade erlittene unglückliche Niederlage in der 2. Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen zu verarbeiten – schließlich geht es für den Kapitän des ASV Hamm-Westfalen und seine Mannschaft am Samstag bereits mit der Begegnung beim TSV Bayer Dormagen weiter (19.30 Uhr/Bayer Sportcenter).

Entsprechend fiel die Aufarbeitung der Partie mit dem bitteren Eulen-Siegtreffer durch Stefan Salger in letzter Sekunde relativ knapp aus. „Am Donnerstag haben wir noch eine kurze Analyse dessen vorgenommen, was dort passiert ist, und uns dann schon wieder auf Dormagen konzentriert“, sagt ASV-Trainer Michael Lerscht, der seinen Spielern auch nach dem Videostudium des Eulen-Spiels keine großartigen Vorwürfe machen wollte. „Den einen oder anderen Fehler haben wir sicher zu viel gemacht, was uns einen oder zwei Punkte gekostet hat. Aber diese Dinge sind erklärbar mit der Wettkampfpause und dem Trainingsrückstand, den wir haben.“

Die handballerische und physische Perspektive, die seine Mannschaft habe, sei aber durchaus positiv gewesen. „Natürlich ist es bitter, wie die Niederlage zustandegekommen ist. Aber die Jungs haben eine tolle Leistung hingezaubert – und das ja auch in teils neuen Konstellationen.“

Die richtige Balance finden

Dass sich der coronabedingte Rückstand der Mannschaft in den kommenden Wochen legen wird, steht für den Trainer fest. Bis es soweit ist, gilt es, „die Balance zwischen Intensität und regenerativen Phasen zu finden“, so Lerscht. „Nach Dormagen haben wir noch einmal eine volle Trainingswoche, wo wir ein paar Themen einschieben können – danach geht es ja dann Schlag auf Schlag.“

Um mit einem guten Gefühl in die kommende Woche gehen zu können, wäre ein Sieg beim Liga-Vorletzten hilfreich. Aber wie jedes andere Spiel ist auch dieses kein Selbstläufer. „Welche Aufgabe ist in der Liga schon leicht – Fakt ist, Dormagen ist eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht und für die im Kampf gegen den Abstieg jeder Punkt zählt, zuhause. Wir werden eine sehr gute Leistung aufs Feld bringen müssen.“

Der neue TSV-Coach Peer Pütz kann seit Wiederaufnahme der Saison nach der EM-Pause wieder einige zuletzt verletzt ausgefallene Akteure einsetzen. Was für Lerscht aber das geringere Problem ist. Wichtiger ist die Tatsache, dass der Hammer Coach kaum Videomaterial von den Dormagenern hat, seit Pütz die Mannschaft in leitender Funktion übernommen hat. Einzig die Partie in Ludwigshafen steht als Blaupause bereit – und da hat Dormagen einen sehr starken Eindruck hinterlassen. „Da tappen wir ein bisschen im Dunklen“, sagt Lerscht.

Sicher ist, dass Ian Hüter auch im Jahr 2022 Herz und Motor der Truppe ist. „Er hält die Fäden in der Hand, führt viele Duelle“, lobt Lerscht. „Und auch sonst verfügen sie über breit gefächerte Aktionen, setzen Akzente unterschiedlicher Ausprägung und werden sicher gegen uns alles reinhauen, um wichtige Punkte einzufahren. Da müssen wir die gleiche Emotionalität und Bereitschaft auf das Feld kriegen wie in Ludwigshafen.“

Personell wird sich im Hammer Kader wohl nichts verändern. Alle Akteure haben die Partie bei den Eulen unbeschadet überstanden. Und auch die Furcht vor einem Fehlstart geht im ASV-Lager nicht um. „Warum solten wir den im Kopf haben?“, fragt Lerscht. „Wir wussten, dass es in Ludwigshafen extrem schwer werden würde und die Aufgabe in Dormagen nicht leichter ist. Das ist das, was zählt für uns. Tabellarisch beschäftigen wir uns damit nicht.“ Beruhigen würden zwei Punkte dennoch.

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