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Von Boenigk zeigt Respekt vor der Form des Ex-Klubs

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Von: Günter Thomas

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Jan von Boenigk freut sich auf das Wiedersehen mit den alten Freunden aus Hagen.
Jan von Boenigk freut sich auf das Wiedersehen mit den alten Freunden aus Hagen. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Zum Abschied postete sein Ex-Verein noch einmal ein paar Herzen in gelb und grün, und die Fans des VfL Eintracht Hagen wählten Jan von Boenigk zum Spieler der gerade abgelaufenen Saison: Geschehen war das Ganze im Juli des Jahres 2018. In der vierten Saison spielt der gebürtige Münsteraner mittlerweile beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen – am Freitag (19.15 Uhr/Westpress Arena) trifft er auf seinen Ex-Klub.

Hamm - Die Verbindung zu seiner ersten Station im Profibereich hat er aber nicht aufgegeben. „Ich habe noch relativ viel Kontakt nach Hagen“, sagt der 26-Jährige und zählt unter anderem die Ex-ASVer Jan-Lars Gaubatz (Rückraumrechts) und Valentin Schmidt (Rückraum Mitte) auf. Aber auch Kreisläufer Tilman Pröhl und Torhüter Tobias Mahncke (Rückraumlinks). „Mit Valle Schmidt habe ich aber in Lemgo zusammen gespielt. Aber das sind nicht nur Bekannte, sondern teilweise sehr enge Freundschaften.“

Den Kontakt halten die Freunde entsprechend auch vor dem wichtigen Aufeinandertreffen am Freitag. „Den haben wir eigentlich immer – jetzt in der Woche auch“, sagt er. „Das ist ja immer so ein Mythos, dass man sich gegenseitig anstachelt vor so einem Spiel. Aber bei uns ist das eigentlich wie immer.“

Von Leistung der Hagener überrascht

Drei Tore hat von Boenigk in den ersten beiden Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub in der Saison 2018/2019 erzielt. Ausbaufähig, aber er wäre zufrieden, wenn er mit der gleichen Anzahl an Treffern wie damals beim 30:22 in eigener Halle und beim 28:23 in Hagen als Sieger aus der Halle gehen würde. Nur: Während die Eintracht damals am Ende der Saison wieder zurück in die 3. Liga gehen musste, ist sie in dieser Spielzeit bislang die größte Überraschung der Saison. „Ich bin auch ein bisschen überrascht von der Leistung und diesem Abliefern der Hagener“, sagt von Boenigk. „Aber die haben sich echt sehr gut verstärkt. Auf beiden Halbpositionen sind die Neuen mit Pouya Norouzih und Philipp Vorlicek richtig gut eingeschlagen.“

Was die Leistung beim 26:26-Unentschieden der Eintracht am vergangenen Sonntag im Verfolgerduelle gegen den TV Hüttenberg eindrucksvoll unterstrich. Dass schon relativ viele Tickets für die Partie verkauft sind, schürt die Freude im Hammer Lager zusätzlich. „Es sind mehr Karten weg als gegen Gummersbach – und dass das jetzt ein Spitzenspiel ist, macht es nochmal besonders und bedeutender“, freut sich der Linkshänder „Es ist auf jeden Fall gut, dass das Spiel in Hamm ist. Hagen hatte zuletzt ausverkaufte Hütte. Es kommt mittlerweile in der Stadt an, dass da guter Handball gespielt wird, was mich freut. Das war ja lange Zeit ein bisschen das Problem, dass da die Zuschauer fehlten.“

Froh über Fans in der Halle

Dass der ASV-Sieg gegen Rimpar in der Westpress Arena vor der Saison-Negativkulisse von 1093 Zuschauern stattfand, haben die Spieler wohl mitbekommen. „Man hat schon gemerkt, dass die Haupttribünen ein bisschen leerer waren. Das wird vermutlich an dieser kurzfristigen Einführung der 2G-Regel gelegen haben“, sagt von Boenigk. „Aber für uns ist es nicht so der Unterschied, ob es 1000 oder 1300 Zuschauer sind. Gegen Gummersbach war es dagegen voller – und das merkt man dann schon.“

Doch auch wenn die Hallen generell in diesen unsicheren Corona-Zeiten leerer sind, ist der Rückraumakteur einfach nur froh, dass überhaupt Fans erlaubt sind. „Das ist bei uns allen gefühlt so: Wir können ja froh sein, dass wir überhaupt noch Zuschauer in der Halle haben. In Sachsen wird ja wieder gekürzt oer gar nichts mehr zugelassen. Darum wollen wir uns nicht beschweren und freuen uns über jeden, der kommt. Und gegen Hagen sind das dann hoffentlich ganz viele mehr als zuletzt.“

Von Boenigk selbst wird nicht als Zuschauer dabei sein, sondern mitten im Geschehen stehen. Ob er gegen den Ex-Klub beginnt oder später auf die Platte kommt, weiß er nicht. Generell ist er mit der Rolle, die ihm Trainer Michael Lerscht in dieser Saison zugedacht hat, sehr zufrieden.

Arbeitsteilung mit Gerrit Genz

„Diese Saison ist es neu, dass der Trainer Gerrit Genz und mich eigentlich immer abwechselnd beginnen lässt – das macht er auch auf anderen Positionen“, sagt er. „Eigentlich würde man denken, wenn du letzte Woche ein gutes Spiel gemacht hast, dann fängst du das nächste Mal auch an. Aber das ist davon unabhängig. Es fängt halt in jedem Spiel ein anderer auf Halbrechts an. Und dann kann das ja auch ein Erfolgsrezept sein. Dass jeder Spielanteile bekommt. Dafür haben wir ja zwei Leute auf der Position. Und wenn der eine mal keinen guten Tag hat, kommt der andere rein.“

Dem Algorithmus zur Folge müsste gegen Hagen von Boenigk beginnen. Sicher sein kann er sich da aber nicht. Denn schon in Rostock wäre der Münsteraner an der Reihe gewesen. Aber: „Gerrit hatte in Rostock einen Schlag auf das Knie bekommen, Daher habe ich ihn auch gegen Rimpar anfangen lassen, damit er nach dem Aufwärmen nicht erst wieder auf der Bank sitzt“, erklärt Trainer Michael Lerscht. „Generell ist es wie auf vielen Positionen so, dass die Jungs sich einfach geil ergänzen. Jeder bringt einen anderen Stil da rein. Und Ivan hat dann auch super Aktionen gehabt, als er gegen Rimpar reinkam.“

Und die möchte von Boenigk auch gegen Hagen haben – gerade, weil es gegen ein paar seiner besten Freunde geht.

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