1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Storbecks Reise in die Vergangenheit

Erstellt:

Von: Günter Thomas

Kommentare

Felix Storbeck hütete ein Jahr lang das Tor der Rostocker.
Felix Storbeck hütete ein Jahr lang das Tor der Rostocker. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Eine Reise in die Vergangenheit tritt ASV-Torhüter Felix Storbeck am Mittwoch an, wenn er mit den Hammern bei seinem früheren Klub HC Empor Rostock aufläuft.

Hamm – Für die Spieler des ASV Hamm-Westfalen war nach der 26:31-Niederlage in der 2. Handball-Bundesliga gegen den Tabellenführer VfL Gummersbach nur noch ein kurzer Blick in den Rückspiegel erlaubt. Englische Woche steht an: Schon am Mittwoch (19 Uhr/Ospa Arena) muss das Team von Trainer Michael Lerscht beim HC Empor Rostock antreten. Eine nicht minder anspruchsvolle Aufgabe für die Mannschaft, die sich gegen Gummersbach über lange Strecken gut verkauft hatte, um am Ende doch nicht für den Sieg in Frage zu kommen.

„In der ersten Halbzeit war es ein Spiel auf Augenhöhe, kämpferisch, emotional waren wir voll da“, sagt ASV-Torhüter Felix Storbeck. „Aber die frühe Rote Karte gegen Markus Fuchs hat uns schon sehr weh getan.“ Dass die Unparteiischen „sehr streng gepfiffen“ haben, war für Storbeck ein Kriterium, das „dann dazu kommt“, aber nicht entscheidend war. „Wir müssen uns auf uns konzentrieren, als Team auftreten. Wie beim Sieg in Ferndorf, wo wir das Geschehen und das Tempo bestimmt haben.“

Zuschauer auf die Füße treten

Ähnlich soll der Auftritt in Rostock gestaltet werden, bei einem Aufsteiger, der mit einem Paukenschlag in die Liga zurückgekehrt ist. Wie es dort zur Sache geht, weiß Storbeck nur zu gut aus eigener Erfahrung. Schließlich stand er im Jahr vor seinem ersten Engagement beim ASV in der Saison 2011/12 in Rostock unter Vertrag. „Aus der Mannschaft kenne ich aber nur Marc Pechstein, mit dem ich in Leipzig zusammen gespielt habe, oder Jonas Tümmler, mit dem ich gemeinsam in den Auswahlmannschaften war“, würde sich Storbeck nicht mehr als Rostock-Insider bezeichnen. Freuen tut er sich dennoch sehr auf die Partie, auch wenn nicht in der 4 650 Zuschauer fassenden Stadthalle gespielt wird, sondern in der deutlich kleineren Ospa Arena, die gerade einmal Platz für 1 200 Fans bietet. „Für Rostock ist es sicher besser dort zu spielen, als in der großen Halle, die ja nicht ausverkauft wäre. Unsere Außen werden sich jedenfalls freuen, denn da trittst du den Zuschauern auch schon einmal auf die Füße.“

Dass es voll werden wird, weiß der ASV-Torhüter aus sicherer Quelle: „Meine Mutter wohnt seit vielen Jahren in Rostock und meinte, dass es schwer gewesen ist, an Karten zu kommen“, sagt Storbeck, für den das Wiedersehen mit der Familie allerdings nur von kurzer Dauersein wird, da er am Abend mit der Mannschaft die Fahrt zurück nach Hamm antreten muss, wo bereits am Samstag die nächste Aufgabe gegen die Rimpar Wölfe ansteht.

Ein teamorientierter Gegner

Sportlich ist der Ligasiebte aus Mecklenburg-Vorpommern, der nur einen Punkt und einen Rang hinter dem ASV in der Tabelle zu finden ist, ein anspruchsvoller Kontrahent. „Natürlich haben wir Spieler schon einmal bei anderen Partien reingeschaut“, sagt Storbeck, der sich seit Montagnachmittag mit der Mannschaft von Trainer Michael Lerscht im Videostudium intensiver auf den HC Empor vorbereitet und bereits am Dienstagmittag mit dem Team im Bus in Richtung Rostock aufgebrochen ist. „Das ist ein absolut teamorientierter Gegner, der kommt über Geschlossenheit. Alle wachsen über sich hinaus. Die sind schwieriger zu bespielen, als wenn sie nur ein, zwei starke Einzelakteure in ihren Reihen haben würden.“ Außerdem hat sich der Gastgeber „ein paar Besonderheiten im Angriff einfallen lassen“, hat Michael Lerscht seine Spieler in der Teambesprechung gewarnt. „Das ist die Mannschaft, die sich in der Liga am meisten dem Sieben-gegen-Sechs bedient.“ Außerdem kommt der HC Empor über viel Geschwindigkeit in der Offensive und bildet einen sehr geschlossenen Deckungsverbund. „Doch wir wollen dort in erster Linie auf uns schauen, ein schnelles Umschaltspiel haben und energiereich verteidigen.“

Die Hausaufgaben machen

An den sportlichen Voraussetzungen seines Teams hat sich für den 29-Jährigen trotz der Niederlage gegen Gummersbach nicht viel geändert. Hamm liegt nun mit sechs Minuspunkten gleichauf mit Nordhorn, Hüttenberg und Hagen hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter aus dem Oberbergischen. „Und die Tabellenplätze am Ende der Saison werden nicht über die Topspiele entschieden. Gummersbach wird da oben seine Kreise ziehen und nicht viel liegen lassen“, ist sich der ASV-Torhüter sicher, dass für Platz eins in dieser Saison ohnehin die 1G-Regel zählt: nur Gummersbach zugelassen. „Gegen den VfL war es für uns zwar ein Highlightspiel, bei dem es unfassbar cool gewesen wäre, wenn wir gewonnen hätten. Aber Rimpar am Samstag ist wichtiger – oder eben auch Rostock. Das sind die Hausaufgaben, die wir machen müssen.“ Die erste Enttäuschung sei daher schon am Sonntag nach dem Spiel verflogen gewesen. „Jetzt denken wir an die nächsten Aufgaben.“

Auch interessant

Kommentare