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ASV mit Zuversicht zum wiedererstarkten ThSV Eisenach - ein Torhüter fällt aus

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Von: Günter Thomas

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Fehlt dem ASV Hamm-Westfalen bis zum Jahresende: Bozic.
Fehlt dem ASV bis zum Jahresende: Bozic. © Reiner Mroß

Mit einem Sieg bei ThSV Eisenach (Samstag/19.30 Uhr) will der ASV Hamm-Westfalen seine Position in der Spitzengruppe der 2. Handball-Bundesliga festigen. Leicht wird das nicht.

Hamm - Wenn es nach der Statistik gehen würde, wäre die Sache klar: Ein Locher, etwas Klebstoff und eine Postkarte würden es auch tun. Dann könnte der ASV Hamm-Westfalen zwei Punkte ausstanzen, diese auf die Karte kleben und zum ThSV Eisenach schicken – fertig. Sieben Mal traten die Hammer seit der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga in der Saison 20011/12 bei den Thüringern an. 1:13 Punkte lautet die magere Ausbeute. Dass die Gastgeber zudem nach katastrophalem Start in die aktuelle Spielzeit aus den vergangenen sechs Begegnungen 9:3 Punkte gesammelt haben, macht die Aufgabe der Hammer bei ihrem achten Auftritt in der Werner-Assmann-Halle (Samstag/19.30 Uhr) nicht leichter.

Der Aufschwung des ThSV hat einen Namen: Denn nach dem Start mit 2:8 Zählern zogen die Verantwortlichen die Reißleine, trennten sich von Trainer Markus Krauthoff-Murfuni und stellten den 37 Jahre alten Schweizer Misha Kaufmann ein. „Unter ihm haben die ihr Spiel sehr prägnant verändert“, weiß ASV-Coach Michael Lerscht. „Daher bin ich dankbar, dass wir ein paar aktuelle Videosequenzen haben, um uns auf diese Partie vorzubereiten.“

Nach der 28:35-Niederlage in Großwallstadt trat Kaufmann, der zuvor den schweizerischen Erstligisten HSC Suhr Aarau trainiert hatte, sein Amt beim ThSV an – seitdem geht es mit der Mannschaft in der Liga steil bergauf. Nach zwei engen Siegen in eigener Halle gegen Rostock und Emsdetten sowie einer ebenso knappen Niederlage in Hüttenberg folgte zunächst eine corona-bedingte Zwangspause mit drei abgesagten Partien für die Mannschaft. Danach meldete sie sich mit einem 33:24-Erfolg in Aue, einem 23:23-Unentschieden gegen Ludwigshafen-Friesenheim sowie dem 27:26-Sieg bei der HSG Nordhorn-Lingen zurück.

Seit dem Trainerwechsel spielt Eisenach furios auf

Ein Verdienst des Trainers? Definitiv ja, glaubt Lerscht: „Die Mannschaft praktiziert über die meiste Zeit hinweg eine 5:1-Deckung. Das wird ebenso ein Thema für uns sein, wie das gute Umschaltspiel.“ Eine weitere Neuerung in der Ausrichtung der Gastgeber ist das Sieben-gegen-sechs-Spiel, das Kaufmann seinen Spielern als taktisches Mittel an die Hand gegeben hat. „Das sind Themen, die wir während der Woche bearbeitet haben und mit denen wir eigentlich ganz gut zurechtkommen“, versichert Lerscht. „In Rostock hat das auch gut funktioniert – aber du kannst leider keine Schablone von einem auf das andere Spiel legen, zumal das auch nicht der maximale Aufhänger ist, sondern nur eine Facette.“

Ohnehin sind es die Spieler, die dafür sorgen müssen, dass taktische Vorgaben ausgefüllt werden. Und auch da hat Eisenach an individueller Stärke einiges zu bieten. Angefangen bei Mittelmann Fynn Hangstein, der „viel über die Kooperation mit Kreis und Außen geht“ (Lerscht), über die Rückraumrechts-Position, die mit Alexander Saul „seit Jahren top besetzt ist“, bis hin zu den gut besetzten Außenpositionen und Kreisläufer Walz, der „sehr lauffreudig ist. Da muss unsere Abwehr viel in Kommunikation gehen, um die Wege einzudämmen“, warnt Lerscht.

Torhüter Blaz Vonica hat den ThSV in dieser Woche in Richtung Lübeck-Schwartau verlassen – allerdings hatte der Routinier hinter Stammkeeper Johannes Jepsen und Thomas Eichberger ohnehin wenig Einsatzzeiten.

Ungeachtet der Stärke des Gegners dürften allerdings auch die Hammer mit breiter Brust in die Partie gehen. Nach zuletzt zwei Siegen in Lübeck und gegen Dessau ist die Heimniederlage gegen Hagen verarbeitet und der Blick wieder nach oben gerichtet. Und mit Statistiken hat es der Trainer eh nicht: „Das juckt mich rein gar nicht. Ich bin ja relativ neu beim ASV“, sagt er. „Das ist eine schöne Spielerei zum Schreiben – aber für uns hat das keine Bedeutung.“

Torhüter Vladimir Bozic fällt bis zum Jahresende aus

Eine unglückliche Bewegung, ein stechender Schmerz in der Oberschenkelmuskulatur, und die Weihnachtspause für Vladimir Bozic war unfreiwillig verlängert: Geschehen war das Ganze bereits beim Aufwärmen vor der Partie gegen den Dessau-Roßlauer HV. Nach eingängigen Untersuchungen in dieser Woche stand fest, dass der Kroate vorerst nicht mehr für den ASV Hamm-Westfalen zum Einsatz kommen wird. „In diesem Kalenderjahr wird Vladi nicht mehr eingreifen können“, bestätigt ASV-Coach Michael Lerscht. „Daher sind wir dankbar, dass wir mit Jan Wesemann noch einen guten Mann in der Hinterhand haben, der die Liga kennt.“ Denn durch das Pech des 38-jährigen Routiniers kehrt Wesemann, der nach der Bozic-Verpflichtung seit Saisonbeginn mit der zweiten Mannschaft in der 3. Liga um Punkte kämpft, wieder in den Kader zurück und wird schon in Eisenach das Torhütergespann mit Felix Storbeck bilden. Ansonsten hofft Lerscht, auf den gleichen Kader zurückgreifen zu können, der im Heimspiel gegen Dessau auf der Platte stand, auch wenn „natürlich hier und da kleinere Wehwehchen vorhanden sind.“

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