Coronavirus

Handball, Fußball, Basketball, Tischtennis, Volleyball: So trifft das Virus die Amateursportler

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Die Ausbreitung des Coronavirus betrifft jetzt auch die Amateursportler. In vielen Sportarten haben die Verbände ganze Spieltage ausgesetzt. Auch im Fußball gibt es erste Auswirkungen.

Hamm/Bönen - Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hatte sein für Samstag angesetztes Spitzenduell gegen Tusem Essen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und des Ministerialerlasses des Landes NRWbereits auf unbestimmte Zeit verschoben

Damit steht der ASV jetzt aber nicht mehr alleine da. Denn die Handball-Bundesliga setzt den Spielbetrieb nach dpa-Informationen bis zum 22. April aus. Auch die Spiele der 2. Bundesliga werden vorerst ausgesetzt. Wann die Partien nachgeholt werden, steht noch nicht fest. 

Der Handballverband Westfalen zog am Donnerstagnachmittag nach und erklärte: „Der Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich wird ab heute für die Saison 2019/2020 eingestellt. Der Erwachsenenspielbetrieb ruht bis auf Weiteres. Spätestens zum 19. April 2020 wird über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs der Seniorenmannschaften der Saisonwertungen in den jeweiligen Ligen entschieden und veröffentlicht.“ Und weiter: „Im Bereich der Talentförderung werden ebenfalls alle Trainingsmaßnahmen, Sitzungen, Besprechungen und Veranstaltungen ab sofort ausgesetzt. Auch im Bereich der Schiedsrichter werden keine Fortbildungen, Weiterbildung, Z/S-Schulungen stattfinden. Auch hier werden wir die Situation weiter beobachten und alle über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.“ 

Zudem empfahl der Handballverband den Vereinen, den Trainingsbetrieb vorerst gänzlich einzustellen. Das Thema solle aber „mit Bedacht und Besonnenheit“ angegangen werden.

Fußball

Auch der Fußball ist auf Amateurebene betroffen. Konsequenzen gibt es für die Partie des Landesligisten IG Bönen beim SSV Buer. Der Staffelleiter teilte den IG-Veranwortlichen mit, dass die Stadt Gelsenkirchen festgelegt hat, die Begegnung und andere Partien im Stadtgebiet am Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen zu lassen. 

In der Kreisliga A2 gibt es wegen eines Verdachtsfalls eine vorsorgliche Spielabsage. Ein 24-jähriger Akteur des SSV Mühlhausen II, der am Sonntag zuhause gegen den Kamener SC hätte antreten sollen, hatte Kontakt zu einem Mitschüler, der zuvor mit zwei infizierten Personen zusammen gewesen sein soll. 

Ob es zu einer gesamten Absage des Spieltages kommt, will der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen am Freitag entscheiden.

Volleyball

Der Westfälische Volleyball-Verband teilte am Donnerstagabend  auf seiner Homepage mit, dass der komplette Spielbetrieb sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich von den Vereinen vorerst ohne Ausnahme  einzustellen ist.

Tischtennis

Seit über einem Monat schon haben die Damen des TuS Uentrop in der 2. Tischtennis-Bundesliga kein Spiel absolviert. Auch an diesem Wochenende wird die Mannschaft nicht an die Platten treten. Denn Trainer Alexander Daun teilte am Donnerstag mit, „aus freien Stücken“ auf die Austragung der Begegnungen am Samstag in Offenburg und am Sonntag in Weil zu verzichten. Grund dafür ist die Ausbreitung des Coronavirus. „Die Gesundheit meiner Spielerinnen steht über allem“, sagte Daun, der in einem Schreiben an den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) erklärte: „Es wäre folgerichtig, wenn die Punkte an Offenburg und Weil gehen.“

Bei Spielerinnen beider Mannschaften wären aufgrund der Entwicklung zwar ebenfalls organisatorische Probleme aufgetreten, „sie hätten aber gespielt“, so Daun. „Also stehen ihnen auch die Zähler zu.“ Für den Uentroper Trainer kein Problem: „Das interessiert mich in diesem Fall überhaupt nicht. Wir haben eine Verantwortung, der werden wir gerecht. Wir handeln präventiv.“ 

Der DTTB hatte sich am Donnerstag im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten noch nicht offiziell dazu durchgerungen, den kompletten Spieltag abzusagen. Vor zwei Tagen hatte er ein Empfehlungsschreiben aufgesetzt. „Der Verband hat uns empfohlen, auf den Handschlag vor dem Spiel und Selfies zu verzichten“, sagte Daun. 

Für den Uentroper Trainer nicht genug. Zumal auf die Estin Airi Avameri und die Ungarin Bernadett Balint logistische Probleme warten könnten. „Was, wenn ihre Airlines sie plötzlich nicht mehr zurückfliegen dürfen“, so der TuS-Coach, der sich vorab die Zustimmung seiner Spielerinnen einholte: „Sie stehen hinter meiner Entscheidung. Auch ihre Arbeitgeber habe schon angedeutet, dass sie nicht begeistert sind, wenn sie durch ganz Deutschland fahren.“ Zumal Weil und Offenburg unmittelbar an das Elsass grenzen. Das Robert-Koch-Institut hatte die Region im Nordosten Frankreichs erst kürzlich zu einem Coronavirus-Risikogebiet erklärt.

Basketball

Vier Siege aus den verbleibenden vier Spielen trennen die Zweitregionalliga-Basketballer der TuS 59 HammStars noch von der erhofften Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg. Zumindest in der Theorie. 

Denn das Coronavirus sorgt zunächst einmal für einen Saisonstopp. „Der Westdeutsche Basketball Verband (WBV) hat sich in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbörden, dem DBB und den anderen Landesverbänden dazu entschlossen, den Spielbetrieb ab sofort bis auf Weiteres auszusetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. 

„Die aktuelle Lage in Bezug auf den Covid-19-Virus erlaubt es uns nicht, den Spielbetrieb weiter durchzuführen. Im Vordergrund steht die Gesundheit von Athleten, Trainern, Schiedsrichtern und alle anderen Beteiligten. Der WBV möchte damit seinen Beitrag dazu leisten, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. Ob es uns gelingen wird, den Spielbetrieb nach Ostern wieder aufnehmen zu können, ist heute noch nicht abzuschätzen. Wir werden hier rechtzeitig und mit Blick auf die weitere Entwicklung eine Entscheidung treffen und die Vereine entsprechend informieren.“ Der WBV empfahl seinen Basketballkreisen, sich dieser Maßnahme anzuschließen.

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