Handball

Fruchtet die Sonder-Ansprache? ASV gegen Eisenach auf Wiedergutmachung aus 

+
Mit Tempo gegen Eisenach: Vyron Papadopoulos soll für leichte Tore sorgen.

Die Ergebnisse der vergangen Spieltage haben Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen unter Druck gesetzt. Wenn das Team den direkten Kontakt zu den Aufstiegsrängen halten will, braucht es am Freitag (19.15 Uhr/Westpress Arena) einen Sieg über den Tabellenzehnten ThSV Eisenach.

Hamm – Zahlen lügen nicht: Wäre 2020 der Maßstab, würde der ASV in der 2. Handball-Bundesliga derzeit einen Platz im unteren Mittelfeld belegen. 3:5 Punkte lautet die Bilanz des Teams von Trainer Kay Rothenpieler, seit die Saison nach der EM-Pause wieder Fahrt aufgenommen hat.

Dem Heimsieg gegen Konstanz (31:25) und dem Unentschieden gegen den HSV Hamburg (24:24) in eigener Halle stehen zwei Niederlagen bei Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel in Dresden (28:31) und zuletzt Emsdetten (27:31) gegenüber. Von Aufstiegsrang zwei rutschte das Team auf Platz fünf. Einzig positiv an der Entwicklung ist die Tatsache, „dass uns jetzt auch nur ein Punkt vom Aufstieg trennt“, sagt Rothenpieler, der ansonsten selbstkritisch mit der Vorstellung in den vergangenen Begegnungen umgeht.

„Gesprächsbedarf gab es genügend. Unterm Strich haben wir auch zuletzt in Emsdetten keine gute Leistung gezeigt, gerade was die erste Halbzeit betrifft. Die Jungs waren aber auch sehr einsichtig. Und jeder Einzelne weiß, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir komplett als Mannschaft auftreten.“

Hinspiel ging an Eisenach

Wie das geht, hat den Hammern der kommende Gegner im Hinspiel vorgemacht. Der ThSV Eisenach kaufte den ASV-Akteuren den Schneid ab und fügte ihnen mit 29:24 die erste Saisonniederlage zu. „Diese kämpferische Einstellung liegt in deren DNA. Wir haben das Hinspiel und was da passiert ist, noch im Kopf“, weiß der Hammer Coach, was auf seine Spieler zukommen wird.

„Aber in unserer momentanen Situation müssen wir den Fokus auf uns selbst legen, zu unserer alten Stärke zurückfinden und selbst Kampf und Leidenschaft wieder vorleben, damit wir aus der jetzigen Lage herauskommen.“

Um zu beraten, wie sie zurück in die Spur kommen können, haben sich einige Spieler des Kaders nach dem Emsdetten-Spiel noch einmal privat zusammengesetzt. Geschäftsführer Franz Dressel hat im Training am Dienstag einen Appell an die Mannschaft gerichtet und Rothenpieler hat im Training die Intensität deutlich angezogen und einige Einzelgespräche geführt. Das Fazit: „Ich gehe davon aus, dass wir gegen Eisenach wieder anders auftreten werden“, sagt der Trainer. „Zuletzt waren die Ergebnisse nicht gut, weil vielleicht die letzte Begeisterung und Entschlossenheit gefehlt hat, für die wir in der Hinrunde noch gestanden haben.“

ASV will wieder positive Stimmung gewinnen

Dass diese Eigenschaften auch ein wenig in den Personalwechseln und -planungen verloren gegangen sind, „lässt sich nicht wegdiskutieren. Das hat dazu beigetragen, dass ein Ungleichgewicht entstanden ist. Aber das kann keine Ausrede sein. Denn diese Dinge gehören zum Profigeschäft dazu“, räumt der Coach ein, der hofft, dass die Mannschaft sich nun findet und ihre alten Stärken auf der Platte abruft. Damit möglichst schnell wieder die Stimmung einkehrt, die das Team nach dem Sieg in der Dortmunder Westfalenhalle gegen den VfL Gummersbach in die Winterpause getragen hat.

Die Voraussetzungen für den zweiten Saisonerfolg in 2020 sind jedenfalls gegeben. Rothenpieler kann auf seinen kompletten Kader zurückgreifen – Vyron Papadopoulos der in Emsdetten an seinem Geburtstag nach einem Zusammenstoß mit TVE-Keeper Madert länger behandelt werden musste, hat nur einen brummenden Schädel davongetragen und das Training komplett absolviert.

Auch Neuzugang Michael Oehler, der in Emsdetten nicht zum Einsatz kam gekommen war, ist dann eine Option. „In Emsdetten hatten wir in der ersten Halbzeit schon sehr viele Baustellen. Daher habe ich nach der Pause, nachdem es vorher nicht so gut gelaufen war, auf die eingespielten Akteure gesetzt“, erklärt Rothenpieler. „Das hat ja bis zur Schlussphase auch gut geklappt.“

Gäste reisen mit komplettem Kader an

Die Drehbücher für die Partien des ASV Hamm-Westfalen in Emsdetten und des ThSV Eisenach gegen die SG BBM Bietigheim schienen vom gleichen Regisseur geschrieben gewesen zu sein. Sowohl der ASV als auch der ThSV lagen zur Pause deutlich zurück, kämpften sich auf ein Tor heran, um dann doch geschlagen aus der Halle zu gehen. Nur in der entscheidenden Phase gab es Unterschiede. Denn während beim ASV ein, zwei individuelle Fehler die endgültige Wende verhinderten, haderten die Eisenacher mit den Unparteiischen.

Die Thüringer können mit komplettem Kader anreisen: Die Roten Karten gegen Andrej Obranovic und Marko Racic aus dem Spiel gegen Bietigheim waren Matchstrafen. Auch Alexander Saul (Rückraumrechts), der zuletzt Knieprobleme hatte, wird dabei sein. „Dieses Spiel beginnt für beide Teams bei 0:0. Es ist alles möglich“, erklärt ThSV-Coach Sead Hasanefendic optimistisch auf der Eisenacher Homepage – obwohl sein Team als Vorletzter der Auswärtstabelle in fremder Halle mit nur einem Sieg und einem Remis bislang noch nicht allzu erfolgreich war.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare