„Derby“ für den ASV bei Tusem Essen

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Der ASV Hamm-Westfalen, hier Lars Gudat, bestreitet am Sonntag das „NRW-Duell“ in Essen.

HAMM - Der Ärger war längst verraucht. Schließlich hatten sich seine Spieler „ja noch selbst aus dieser Situation herausgezogen“, sagt Kay Rothenpieler, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. „Diese Situation“ war eine völlig verkorkste erste Hälfte gegen die SG Leutershausen, an deren Ende der Tabellen-Vorletzte auf Augenhöhe war (17:17) – und Rothenpieler laut werden musste.

Einen möglichen Schlendrian gegen Ende der Saison, die das Team jenseits von gut und böse beenden wird, wollte und will der Coach nicht akzeptieren. „Es ist sicherlich im Moment nicht ganz einfach und vielleicht auch menschlich, wenn mal ein wenig die Spannung raus ist. Dennoch: Ich war sehr unzufrieden mit der ersten Halbzeit, vor allem, weil die nötige Körpersprache nicht da war“, erklärt Rothenpieler. Doch „gerade zu Hause haben wir eine Verantwortung den Fans, den Sponsoren, dem ganzen Umfeld gegenüber, eine ordentliche Leistung abzuliefern“.

Radio Lippewelle Hamm überträgt das Spiel ab 18 Uhr live - auch im Livestream. Reporter ist Christian Fecke.

Was der ASV in Durchgang zwei über weite Strecken nachholte. Das Ergebnis (34:26) fiel so letztlich doch noch standesgemäß aus, und Rothenpieler war nicht nur wegen des Resultats milde gestimmt. „Es war die Aufgabe, auch so eine Situation zu überstehen und den Schalter umzulegen. Das hat die Mannschaft gemacht“, sagt der Trainer.

Dass sein Team am Sonntag (18 Uhr, Sportpark Am Hallo) erneut mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat, ist derweil kaum zu befürchten. Auch Rothenpieler geht fest davon aus, dass von Beginn an „eine ganz andere Einstellung da sein wird“. Schließlich steht die kürzeste Auswärtsfahrt an, das Gastspiel bei Tusem Essen hat fast schon Derbycharakter. Und könnte zudem Heimspiel-Atmosphäre bekommen. Zwei Fanbusse machen sich auf den Weg, einige Zuschauer dürften zudem per Pkw die knapp einstündige Fahrt aus dem Hammer Osten antreten. Gründe genug für Rothenpieler, ein Minimalziel zu formulieren. „Wir wollen noch den einen oder anderen Auswärtspunkt holen. Und damit möchten wir in Essen beginnen“, sagt der 43-Jährige – wohlwissend, dass „ein Duell auf Augenhöhe“ auf den ASV wartet. Was bereits ein Blick auf das Ranking unterstreicht. Die beiden punktgleichen Tabellenachbarn (34:30) trennt im Vorfeld der Begegnung nur das Torverhältnis, das derzeit für den Zehnten aus Hamm spricht.

Viel wird somit davon abhängen, ob die Deckung der Gäste funktioniert, ob der ASV sein Tempospiel aufziehen kann, ob die Tagesform stimmt. Auf jeden Fall wartet „eine ganz harte Nuss auf uns. Die Chancen stehen 50:50. Aber es muss vieles passen“, sagt Rothenpieler trotz der wenig Furcht einflößenden Heimbilanz der Gastgeber, die bereits sechs Mal zu Hause den Kürzeren zogen. Dennoch: Die Erfahrung in den Reihen der Essener allein ist Warnung genug, die zwei Gesichter des Teams auch. „Das ist eine ähnliche Mannschaft wie wir. Sie kann jeden Gegner schlagen, hat aber noch nicht die Konstanz“, erklärt der ASV-Trainer, der wahrscheinlich den gleichen Kader wie gegen Leutershausen zur Verfügung hat. Fabian Huesmann (Knieverletzung) fehlt, Jan Brosch (Rückenprobleme) befindet sich auf dem Weg der Besserung, konnte aber noch nicht trainieren, sodass ein Einsatz zu früh kommen dürfte. Fehlen wird womöglich Markus Fuchs. Eventuell benötigt sein Noch-Stammverein GWD Minden (gegen ThSV Eisenach) seine Dienste. - fh

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